Wie soll das gehen?

08. August 2019 17:19; Akt: 08.08.2019 18:22 Print

Dieses Bänkli soll vor Terror schützen

Findige Idee aus Bern: Tonnenschwere Betonblöcke als schmucke Sitzbänke verkleidet schützen die Berner nun vor potenziellen Amokfahrern.

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Betonblöcke, die als Bank getarnt wurden, sollen in Bern Passanten vor Terroristen schützen. So sollen Amokfahrten wie etwa die 2017 auf dem Berliner Weihnachtsmarkt verhindert werden. Bisher haben mobil eingesetzte Betonpoller in Bern die Schutzfunktion gegen Terroristen übernommen – auf sie kann künftig aber galant verzichtet werden. Vielerorts auf der Welt setzt man mittlerweile auf langfristige Terrorschutz-Massnahmen. So baut beispielsweise in Deutschland die Firma Runge Bänke, die wie Panzersperren funktionieren. Zum Einsatz sollen diese etwa bereits in Düsseldorf kommen. In Melbourne, Australien, versucht man mit Farbe, den grauen Beton zu kaschieren. Vor einem Jahr wurden dort sämtliche Betonklötze bunt «eingekleidet». Auch in Bern versuchte man die Betonblöcke zu tarnen. So packte man die Schutzelemente während der Weihnachtszeit in Geschenkpapier ein. Auf deutschen Weihnachtsmärkten sind diese Geschenke-Poller immer wieder zu sehen. Hier in Niedersachsen. Und auch in Berlin sind die Schutzelemente während der Weihnachtszeit jeweils omnipräsent. Man hat diese im vergangenen Winter gar in die Weihnachtsbeleuchtung integriert. Andernorts versucht man mit Blumen, die Schutzwälle aufzuhübschen. Denn der Grund, wieso sie eigentlich dort stehen, trübt die Stimmung. In Maastricht in den Niederlanden sorgt man nach wie vor mit sichtbaren Sperren für die Sicherheit der Fussgänger. Auch am vergangenen Züri-Fäscht hat die Stadtpolizei Zürich erstmals mobile Strassensperren aufgestellt. Die Stadtpolizei Zürich entschied sich dabei für die abgebildeten Sperren, die in der Schweiz entwickelt werden. Als Nächstes werden die mobilen Anti-Terror-Sperren an der Street Parade aufgestellt.

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Mitten in der Stadt Bern, am Fusse des Käfigturms, steht seit dieser Woche eine 15 Meter lange Sitzbank. Diese neue Sitzgelegenheit am Rand des Bärenplatzes dient aber nicht nur zum Ausruhen.

Vielmehr soll die Bank Berner Fussgänger vor terroristischen Attentaten schützen. Eigentlich ist die Bank nämlich ein gigantischer Schutzwall, der den Bärenplatz von der Strasse abtrennt. «Aufgrund ihrer exponierten Lage wurde die Bank aus einer massiven Stahlkonstruktion gefertigt, die eine direkte Fahrt auf den Bärenplatz verhindern soll», heisst es bei der Stadt Bern. Die Bank soll dortige Passanten, Restaurantgäste und Märit-Besucher also vor gefährlichen Amokfahrten schützen.

Und tatsächlich: Die Bank ist ein wahrer Koloss. Im Innern des Konstrukts stecken insgesamt 15 Poller. Diese sind auf Metallplatten, die wiederum in den Boden einbetoniert wurden, befestigt. Doch nicht nur das: Die insgesamt acht Betonelemente von je rund einer Tonne sind im Innern mit starken Drahtseilen verbunden. «Es sind also drei Faktoren, die die Sitzbank quasi unverrückbar machen», sagt die Gesamtprojektleiterin des Berner Tiefbauamts, Petra Heger. Dank der hölzernen Sitzflächen und Rückenlehnen ist der Wall schliesslich multifunktional.

Langfristige Massnahme gegen Terror

Die Sitzbank – die die Stadt Bern zusammen mit einer Sicherheitsfirma als Prototyp entwickelt hat – ist denn auch nicht ganz günstig. 60'000 Franken hat die Anti-Terror-Bank die Stadt gekostet. Doch wenn es um die Sicherheit der Bevölkerung gehe, sei dies gut investiertes Geld, meint Heger, zumal die betrieblichen Kosten für das Montieren und Demontieren der mobilen Poller auch nicht ganz günstig sei. «Es ist denkbar, dass eine mit Sicherheitselementen kombinierte Sitzbank auch an anderen Orten in der Stadt installiert wird.» Denn nach wie vor sind Massnahmen gegen Terroranschläge auch in der Stadt Bern ein grosses Thema: Der Gemeinderat lässt derzeit ein Konzept ausarbeiten, wie viel besuchte Plätze in der Stadt Bern geschützt werden können.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • namenloses elend am 09.08.2019 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir schaffen das

    Offene Grenzen, Schutzwall in der Innenstadt. Genau mein Humor!

  • commandershran am 08.08.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ursache?

    Immer wieder interessant wie lieber die Symptome anstatt die Ursache bekämpft wird....

  • Alternative für die Schweiz am 09.08.2019 04:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Misslungene Willkommenskultur

    Und das alles wegen einer europaweiten, misslungenen Willkommenskultur!

Die neusten Leser-Kommentare

  • namenloses elend am 09.08.2019 08:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wir schaffen das

    Offene Grenzen, Schutzwall in der Innenstadt. Genau mein Humor!

  • Wildheuer am 09.08.2019 07:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Wege für Zivilschutz !?

    dazu müsste man auch vor Ort, einen schnell erreichbaren, betreuten Schuztraum installieren !

  • Typhoeus am 09.08.2019 06:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Betonherstellung

    produziert unglaubliche Mengen CO2.

  • bürger der stadt bern am 09.08.2019 05:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gut platziert

    Sehr gut gemacht liebe stadt bern, dass das bänkli bereits vor einer absperrung steht und dass dort wo der durchgang frei ist keine absperrung steht, ist hoffentlich auch jemand der organisatoren dieser idee aufgefallen?

  • Alternative für die Schweiz am 09.08.2019 04:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Misslungene Willkommenskultur

    Und das alles wegen einer europaweiten, misslungenen Willkommenskultur!