Erste Leihbar in Bern

04. Dezember 2018 18:09; Akt: 04.12.2018 18:14 Print

Berner sollen dem Konsumwahn trotzen

Eine Bohrmaschine, ein paar Schneeschuhe und eine Bodenfräse für fünf Franken. Das gibts seit Dienstag in der Berner Leihbar. Nachhaltigkeit statt Konsumwahn lautet dort die Devise.

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«Wir leihen dir fast alles!» Mit dem Slogan und einer Zahnprothese wirbt die Leihbar Bern, nach eigenen Angaben erster Leihladen der Schweiz, um die Gunst der Konsumenten. Während man dritte Zähne im gestern eröffneten Geschäft vergebens sucht, finden sich Outdoor-Artikel... ...Werkzeuge, Garten-Utensilien, Party-Equipment oder Kindersachen en masse: von der Bohrmaschine über den Schoggibrunnen bis hin zum Lastenvelo. Lanciert wurde die Idee einer LeihBar vom schweizerischen Konsumentenschutz in Zusammenarbeit mit den Repair Cafés. Dazu Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Dank der Leihbar muss man nicht jeden wenig benutzen Gegenstand kaufen», sagt Konsumentenschutz-Geschäftsleiterin Sara Stalder. (rechts) Für fünf Franken pro Monat haben Mitglieder Zugriff auf das ganze Sortiment. Aktuell umfasst dieses knapp 100 Gegenstände, bis Ende Jahr sollen es gegen 200 sein, die für jeweils sieben Tage ausgelehnt werden können Leihbar-Projektleiter Raffael Wüthrich (rechts): «Wir sind weiterhin auf der Suche nach Gegenständen von privaten Spendern.» Das Ziel von der Leihbar sei es, das Portemonnaie und die Umwelt zu schonen, so die Konsumentenschützerin. Als Beispiel nennt sie die Bohrmaschine, die gemäss Studien nur 11 Minuten ihrer Lebenszeit gebraucht werde. «Wir wollen schauen, wie sich die Leihbar als Pilotprojekt entwickeln wird. Aber natürlich muss man sich eingestehen, dass das Ganze vorerst bloss ein Tropfen auf den heissen Stein ist.» Der Konsumentenschutz hat die LeihBar Bern gemeinsam mit Freiwilligen aufgebaut. Im 2019 soll ein eigenständiger und nichtgewinnorientierter Verein gegründet werden... ...der den Betrieb der LeihBar durch freiwillige Mitarbeitende weiter sicherstellt. Bereits jetzt haben sich in Bern über 30 Freiwillige gemeldet, manche waren bereits beim Umbau und Ausstattung der LeihBar aktiv. Dem Konsumentenschutz liegen ausserdem Anfragen von interessierten Kreisen aus Zürich, Basel und Luzern vor.

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«Wir leihen dir fast alles!» Mit dem Slogan und einer Zahnprothese wirbt die Leihbar Bern, nach eigenen Angaben erster Leihladen der Schweiz, um die Gunst der Konsumenten. Während man dritte Zähne im am Dienstag eröffneten Geschäft vergebens sucht, finden sich Outdoor-Artikel, Werkzeuge, Garten-Utensilien, Party-Equipment oder Kindersachen en masse: von der Bohrmaschine über den Schoggibrunnen bis hin zum Lastenvelo.

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Lanciert wurde die Idee einer Leihbar vom Schweizerischen Konsumentenschutz in Zusammenarbeit mit den Repair Cafés. Dazu Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Dank der Leihbar muss man nicht jeden wenig benutzten Gegenstand kaufen.»

«Vorerst Tropfen auf den heissen Stein»

Für fünf Franken pro Monat haben Mitglieder Zugriff auf das ganze Sortiment. Aktuell umfasst dieses knapp 100 Gegenstände, bis Ende Jahr sollen es gegen 200 sein, die für jeweils sieben Tage ausgeliehen werden können. Leihbar-Projektleiter Raffael Wüthrich: «Wir sind weiterhin auf der Suche nach Gegenständen von privaten Spendern.»

Ziel der Leihbar sei es, das Portemonnaie und die Umwelt zu schonen, sagt Stalder. Als Beispiel nennt sie die Bohrmaschine, die gemäss Studien nur elf Minuten ihrer Lebenszeit gebraucht werde. «Wir wollen schauen, wie sich die Leihbar als Pilotprojekt entwickeln wird. Aber natürlich muss man sich eingestehen, dass das Ganze vorerst bloss ein Tropfen auf den heissen Stein ist.»

Schweizweite Anfragen

Der Konsumentenschutz hat die Leihbar Bern gemeinsam mit Freiwilligen aufgebaut. 2019 soll ein eigenständiger und nicht gewinnorientierter Verein gegründet werden, der den Betrieb der Leihbar durch freiwillige Mitarbeitende weiter sicherstellt.

Bereits jetzt haben sich in Bern über 30 Freiwillige gemeldet, manche waren bereits beim Umbau und Ausstattung der Leihbar aktiv. Dem Konsumentenschutz liegen ausserdem Anfragen von interessierten Kreisen aus Zürich, Basel und Luzern vor.

Seit seit 2015 betreibt der Konsumentenschutz insgesamt 100 sogenannter Repair Cafés in der Schweiz. An bestimmten Tagen im Jahr können dort Konsumenten ihre Gegenstände zusammen mit ehrenamtlichen Experten reparieren. Ausserdem können sich die Leute untereinander austauschen und Café trinken. Laut Stalder eine gute Mischung. «Die Erfahrung zeigt, dass die Menschen gerne ihre Gegenstände reparieren lassen. Viele wollen ressourcenschonender konsumieren.»

(bho)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Logos am 04.12.2018 18:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    All for all

    Schön zu sehen, dass es Menschen gibt, welche diesem Konsumwahn und Kapitalismus entgegenwirken.

  • Steph73 am 04.12.2018 18:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super Sache

    Absolut geniale Geschäftsidee. Ein Schritt in die richtige Richtung. Ausbaufähig.

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  • Zuger am 04.12.2018 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gut

    Sehr gut!!! ... weiterer Kommentar ist überflüssig ;-) ab wann gibt's die Leihbar in Zug?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Corbinian Hofer am 08.12.2018 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Probleme vorprogrammiert!

    Ich habe mir kürzlich ein Sandwich geliehen und dieses verspeist. Jetzt macht mir der Verleiher ein Riesenaffentheater und will den geliehenen Gegenstand zurückhaben. Er droht mir mit einer Strafanzeige wegen Unterschlagung. Was soll ich jetzt tun, verd... nochmal?!

  • Sarek vom Vulkan am 06.12.2018 05:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gutes

    Werkzeug Kauft man und Mietet man nicht. Noch dazu hält eine Maschind bei guter Pflege Ewig!

    • Sarah am 06.12.2018 16:42 Report Diesen Beitrag melden

      @Sarek vom Vulkan

      Was nützt es mir eine Maschine ewig lang zu haben, wenn ich sie nur ein paar Mal benötige? Die gammelt dann nur herum und braucht Platz. Warum sollte ich mir eine Bohrmaschine kaufen, wenn ich sie nur beim Umzug benötige? Ich habe zwar das Glück, dass meine Geschwister mir bei Bedarf ihre ausleihen, aber andere haben das nicht. Daher finde ich die Idee ganz gut, gegen Bibliotheken und Ludotheken hat ja auch keiner was.

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  • Maler50 am 05.12.2018 16:33 Report Diesen Beitrag melden

    Kommt zu mir

    Ich verleihe meine Kondome und anderes Spielzeug...

  • Realist am 05.12.2018 07:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sorry - NEIN

    Nichts für mich, entweder ich benötige etwas, dann werde ich auch entsprechende Qualität kaufen, oder ich lasse es direkt sein. Aber so eine Bohrmaschine wie abgebildet würde ich mir nicht einmal für 50 Rp. mieten! Mit Ramsch werdet ihr keine Chance haben.

    • CHer am 05.12.2018 08:00 Report Diesen Beitrag melden

      Musst Du ja nicht.

      Möglicherweise möchte man ja nur ein paar Löcher in Holz bohren. Dafür reicht es längst. und warum dann nicht ein Gerät leihen. Man muss ja nicht immer und überall gleich einen auf Profi machen. Und gute Geräte machen noch keinen guten Handwerker. Das so nebenbei.

    • Sarah am 06.12.2018 16:46 Report Diesen Beitrag melden

      @Realist

      Also müsste ich beim Wohnortswechsel alle Möbel von Hand auseinander schrauben und dann auch wieder von Hand zusammenschrauben, weil ich nicht wegen einmal in zehn Jahren eine Bohrmaschine kaufen will? Zum Möbel zusammenschrauben reicht eine günstige Bohrmaschine noch lange, wenn ich aber 100te Löcher in Beton bohren will, muss ich schon etwas besseres haben. Aber gut, ich habe es auch nicht nötig mit einer kaum benutzten Profiausrüstung anzugeben.

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  • Blondcat am 05.12.2018 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mieten/Vermieten auch Online

    Online gibt es schon lange eine Miet-Internetplattform wo man alle möglichen Gegenstände mieten/vermieten kann. Bis jetzt nur super Erfahrungen gemacht.