FDP-Forderung

07. Februar 2011 23:05; Akt: 07.02.2011 22:08 Print

Dirnen sollen Lohn einklagen können

von Nina Jecker - Die Berner FDP setzt sich für die Rechte von Sexarbeiterinnen ein. Dafür nimmt die Partei sogar in Kauf, sich gegen das Bundesgericht zu stellen.

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Der Dirnenlohn ist nicht einklagbar: Dies urteilte das Bundesgericht und erteilte Prostituierten, die säumige Freier vor den Richter zerren, eine Abfuhr. Denn obwohl Prostitution in der Schweiz legal ist, gelten Verträge zwischen Prostituierten und ihren Kunden als sittenwidrig und somit als nichtig. «Das macht keinen Sinn», so FDP-Grossrätin und Fürsprecherin Katrin Zumstein. Im Kanton Bern verlange man ja sogar einen Businessplan von den Frauen – würden sie aber um ihren Lohn geprellt, weise man sie ab.

Darum will die FDP die Sittenwidrigkeit jetzt per Gesetz abschaffen. Dann wären von beiden Parteien vertragliche Leistungen einklagbar – jedoch nur finanzielle. Ein Recht des Freiers auf Sex schliesst Zumstein aus.

Landet diese FDP-Idee tatsächlich im Berner Prostitutionsgesetz, käme das einem Rüffel ans Bundesgericht gleich. «Es ist gewagt», räumt Zumstein ein. «Aber ich hoffe, das Gericht nimmt es zum Anlass, die Rechtsprechung anzupassen.»

Lob gibt es für diese Haltung von der Aids-Hilfe Schweiz: «Wir begrüssen jede Möglichkeit, die Situation der Sexarbeiterinnen zu verbessern», so ­Geschäftsführer Daniel Bruttin.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Caroline-Escort am 09.02.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut unhaltbar

    Ich wusste bisher nicht, dass Frauen wie ich in den Augen des Bundesgerichts weniger Rechte haben. Kein Wunder denken sich Freier sie könnten alles durchgehen lassen.. ich vermute fast einige der Richter missbrauchen gerne Prostituierte, anders kann ich mir diese Ungerechtigkeit nicht erklären.

  • Reto Derungs am 20.09.2011 04:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss in den Ofen

    Solange das Bundesgericht den Dirnenlohn als sittenwidrig und damit gestützt auf die Bundesgesetze nicht einklagbar qualifiziert, wäre eine kantonale Regelung, welche zu einem andern Ergebnis führt, bundesrechtswidrig und daher vom Bundesgericht auch nicht geschützt. Das BGer wird seine etablierte Praxis wohl kaum gestützt auf das Vorprellen der Berner ändern.

  • Res K. am 08.02.2011 07:17 Report Diesen Beitrag melden

    Recht auf Lohn

    Recht auf Lohn haben die mit Sicherheit , alles andere ist kriminell.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Reto Derungs am 20.09.2011 04:11 Report Diesen Beitrag melden

    Schuss in den Ofen

    Solange das Bundesgericht den Dirnenlohn als sittenwidrig und damit gestützt auf die Bundesgesetze nicht einklagbar qualifiziert, wäre eine kantonale Regelung, welche zu einem andern Ergebnis führt, bundesrechtswidrig und daher vom Bundesgericht auch nicht geschützt. Das BGer wird seine etablierte Praxis wohl kaum gestützt auf das Vorprellen der Berner ändern.

  • Martin 1971 am 09.02.2011 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Sittenwidrig sind nur unsere Gesetze.

    Genau darum bin ich dagegen, Vorschläge aufgrund der Parteizugehörigkeit zu beurteilen. Diesmal hat die FDP wieder eine gute Idee. Wer solche Frauen um den Lohn betrügt, müsste selber mal zur Strafe den Hintern hinhalten. Es geht nicht an, unter dem Deckmantel der Moral andere Menschen um ihr sauer verdientes Geld zu betrügen!

  • Caroline-Escort am 09.02.2011 18:06 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut unhaltbar

    Ich wusste bisher nicht, dass Frauen wie ich in den Augen des Bundesgerichts weniger Rechte haben. Kein Wunder denken sich Freier sie könnten alles durchgehen lassen.. ich vermute fast einige der Richter missbrauchen gerne Prostituierte, anders kann ich mir diese Ungerechtigkeit nicht erklären.

  • Carlo am 08.02.2011 12:43 Report Diesen Beitrag melden

    FDP sollte das Problem an den Wurzeln -

    anpacken, d.h. der EU-Sex-Tourismus/Schwarz-Verdienern müssen aus der Schweiz verbannt werden , nur so bekommen wir die Sache in den Griff. Wahltag ist Zahltag, nicht vergessen.

  • Patrik am 08.02.2011 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Idee...

    Da sollte man dann ja besser, bevor es zur Sache geht, besser den Namen und die Anschrift austauschen, damit beide Seiten hinterher wissen, gegen wen sie im Zweifelsfall klagen können. Herzlichen Glückwunsch, liebe FDP, ein extrem realitätsbezogenener Vorschlag, der sicher bald grosse Verbreitung finden wird...

    • Hans S. am 10.02.2011 12:53 Report Diesen Beitrag melden

      Ach ja ?

      Ach ja ? Hinterlassen Sie beim Friseur, Coop, Migros, Bäcker, Metzger usw... auch jedesmal Ihre Anschrift damit beide Seiten hinterher wissen, gegen wen sie im Zweifelsfall klagen können

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