Gerichtsfall in Biel

28. Juni 2010 10:02; Akt: 28.06.2010 18:03 Print

Drei Männer vergewaltigten junge Frau

Drei junge Männer stehen in Biel vor dem Kreisgericht, weil sie eine junge Frau entführt und sexuell missbraucht haben sollen. Der Vorfall ereignete sich im Oktober 2008.

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Eine Gruppe von fünf jungen Männern soll die Vergewaltigung begangen haben. Drei der fünf mutmasslichen Täter müssen sich seit Montag vor dem Kreisgericht Biel verantworten. Die heute 23-jährige Frau habe damals das Angebot der jungen Männer angenommen, sie mit dem Auto zum Bahnhof in Biel zu fahren, wie aus dem Überweisungsbeschluss des Untersuchungsrichters hervorgeht.

Da sie aber nicht zum Bahnhof gefahren seien, habe die Frau versucht, aus dem Auto zu steigen. Die Männer hielten sie zunächst gegen ihren Willen zurück, liessen sie aber schliesslich doch noch freigelassen. Daraufhin stieg die junge Frau in einen Bus ein.

Die Männer folgten mit ihrem Auto dem Bus bis zu der Haltestelle, an der die Frau ausstieg. Dort sollen sie ihr Opfer wieder in das Auto gezwungen haben. Bei der Weiterfahrt wurde die junge Frau von den Männern unsittlich angefasst und bedroht. Die mutmasslichen Täter fuhren dann mit ihrem Opfer zu einem Wald bei Brügg BE. Dort sollen drei von ihnen die junge Frau vergewaltigt haben.

Die Angeschuldigten vor dem Kreisgericht in Biel, zwei 24-Jährige sowie ein 20-Jähriger aus Sri Lanka, sind grundsätzlich geständig. Die Verfahren gegen die zwei anderen mutmasslichen Täter finden separat vor dem Jugendgericht statt.

Aus Reue einen Brief geschrieben

Er bereue, was er getan habe und würde es am liebsten rückgängig machen, sagte der erste Angeschuldigte am Montag vor dem Kreisgericht Biel-Nidau. Er könnte laut Überweisungsbeschluss als möglicher Haupttäter gelten. In der fraglichen Nacht seien Alkohol und Cannabis im Spiel gewesen, sagte der 24-Jährige weiter. Es könne sein, dass er der Auslöser des Vorfalls gewesen sei, doch die anderen hätten aus eigenen Stücken mitgemacht. Er habe niemanden gezwungen.

Dem widersprechen frühere Aussagen der jüngsten mutmasslichen Mittäter gegenüber der Polizei, wie der Gerichtspräsident sagte. Gemäss diesen Aussagen habe der erste Angeschuldigte die drei jüngeren Mitglieder der Gruppe aufgefordert, mitzumachen und die junge Frau ebenfalls zu missbrauchen. Er sei sich bewusst, was er und seine damaligen Kollegen der jungen Frau angetan hätten, sagte der erste Angeschuldigte weiter. Er habe ihr deshalb einen Brief geschrieben.

Dem Wunsch des «Brudes» entsprochen

Auch der zweite Angeschuldigte soll das Opfer zum Geschlechtsverkehr gezwungen haben. Vor dem Gericht sprach der ebenfalls 24-Jährige vom «grössten Fehler seines Lebens». Er sei es gewesen, der die Frau zusammen mit dem 20-jährigen Mittäter an der Bushaltestelle gepackt und gewaltsam zum Auto gebracht habe. Der erste Angeschuldigte habe ihn darum gebeten, weil diesem die Frau gefallen habe. Da sein Kollege für ihn wie ein Bruder gewesen sei, habe er seinem Wunsch entsprochen und die Frau ins Auto gezerrt.

Dem dritten mutmasslichen Täter vor dem Gericht in Biel wird vorgeworfen, neben dem Wagen gestanden und onaniert zu haben, während das Opfer vergewaltigt wurde. Er selbst habe bei der Fahrt zum Wald das Opfer unsittlich berührt und gegen ihren Willen geküsst, sagte er.

Das Urteil zum Prozess wird für den 5. Juli erwartet.

(sda)