Kiosk-Betreiber

22. April 2019 11:53; Akt: 22.04.2019 14:07 Print

Ehepaar aus Bern stirbt bei Anschlag in Sri Lanka

K. und K. V. betrieben in Bern einen Kiosk. Sie kamen beim Anschlag in Sri Lanka ums Leben. Das Paar hinterlässt Kinder.

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Am Montag wollte das Ehepaar K. (60) und K. V. (55) von seinen Ferien in Sri Lanka in die Schweiz zurückkehren. Stattdessen herrscht traurige Gewissheit: Die beiden sind bei den Anschlägen auf die christliche Minderheit in Sri Lanka ums Leben gekommen. Das Paar hat Kinder. Ein Sohn im frühen Erwachsenenalter soll beim Anschlag verletzt worden sein soll, wie lokale Medien berichten.

«Wir vermissen euch wahnsinnig», schreibt ein Bekannter auf Facebook. Die beiden seien bei einem Anschlag auf ihr Hotel in Colombo ums Leben gekommen. «Mögen sie in Frieden ruhen», schreibt der Mann. Hunderte trauern auf Facebook um das Ehepaar.

«Wunderbare Menschen»

Im Berner Lorraine-Quartier war das Paar bestens bekannt. Seit zehn Jahren betrieb die Familie dort einen Kiosk. Der Schock ist gross: «Ich kann nicht fassen, dass sie nicht mehr sind. Es waren so wunderbare und nette Menschen», sagt Anwohnerin M.K.* «Sie haben beide stets einen sehr glücklichen Eindruck gemacht und ihr Kiosk hat wie ein kleiner Quartiertreffpunkt fungiert – besonders sonntags.»

Hans-Peter Gauch ist der Vermieter und kennt das Paar seit Jahren. «Sie waren tadellose, hoch anständige Leute», sagt er. Sie hätten sich im Kiosk abgewechselt. «Sie hielten ihren Laden fast täglich von morgens früh bis spät am Abend offen.» Er habe noch nie so gute Mieter gehabt, sagt Gauch. «Die Leute waren sehr zuverlässig und hilfsbereit. Wenn sie längere Zeit in den Ferien waren, habe ich auf ihren Laden aufgepasst», so Gauch, der auch als Hausmeister fungiert. «Wenn ich längere Zeit fort war, haben sie mir dafür geholfen und zum Haus geschaut.» Ihr Verhältnis sei auch auf persönlicher Ebene sehr gut gewesen.

Paar war gut vernetzt

Noch kurz vor dem Abflug der Familie hätten sie sich auf eine Mietzinsreduktion geeinigt, die dem fleissigen Paar das Leben etwas erleichtern sollte. «In diesen Kiosk sind jeden Monat bestimmt 2000 bis 3000 Leute ein- und ausgegangen», sagt Gauch. «Das Paar war gut vernetzt im Quartier und wurde gemocht. Es ist wahnsinnig traurig, was passiert ist.»

Wohnhaft war die Familie in einem Mehrfamilienhaus im Berner Stadtteil Bümpliz – auch dort sorgte die traurige Nachricht für Bestürzung: «Sie flogen über die Festtage öfters hinunter. Dass sie jetzt nicht mehr zurückkommen, ist tragisch», so Nachbar B. Asani. Es seien tolle Nachbarn gewesen: «Immer freundlich und hilfsbereit.» Ein anderer Nachbar meint: «Wegen den schlimmen Anschlägen habe ich extra die Nachrichten verfolgt. Dass jetzt sogar meine Nachbarn unter den Opfern sind, macht es noch viel schlimmer.»

Das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) teilt auf Anfrage mit, es unterstütze zurzeit eine in der Schweiz beheimatete Familie. «Wir kondolieren den Verwandten und Freunden», so eine EDA-Sprecherin.

*Name der Redaktion bekannt

(rol/ehs/cho/pal)