Blutiger Streit in Belp BE

17. Mai 2019 12:16; Akt: 17.05.2019 12:18 Print

35-jähriger Biker in U-Haft und weitere Verletzte

Im Fall um die gewaltsame Auseinandersetzung in Belp BE geht die Kantonspolizei neu von fünf Verletzten aus. Ein Mann ist in Untersuchungshaft.

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Bei einem Motel in Belp kam es am Samstagabend zum blutigen Streit zwischen Angehörigen mehrerer Motorradclubs. Dabei fielen Schüsse und Messer wurden gezückt. Insgesamt 34 Personen wurden festgenommen und für weitere Abklärungen auf eine Polizeiwache gebracht.

Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren und würden sich «äusserst aufwändig» gestalten, wie die Berner Kantonspolizei am Freitag mitteilte. Neu geht sie nicht mehr von drei, sondern von fünf Personen aus, die bei der Auseinandersetzung verletzt wurden.

So befinde sich ausserkantonal ein weiterer Mann mit schweren Verletzungen im Spital. Zudem sei im Verlauf vom Sonntags ein weiterer, leicht verletzter Mann zur Kontrolle ins Spital gebracht worden. Gemäss derzeitigen Erkenntnissen befinde sich keiner der fünf Verletzten in kritischem Zustand.

Streithähne aus drei Rockerbanden

Wie die Polizei weiter bekanntgibt, dürften die Streithähne mindestens drei Motorradclubs angehören. Das Motiv des Streits und die genauen Umstände seien nach wie vor Gegenstand der Ermittlungen. Angesichts unterschiedlicher Aussagen dürfte die Faktenerhebung auch noch Zeit in Anspruch nehmen.

Wie 20 Minuten kürzlich berichtete, dürfte es sich bei den Streithähnen um die Hells Angels und die Bandidos handeln. Gerüchten zufolge wollen die Bandidos beim Motel Belp ein Clublokal eröffnen. Dass der weltweit zweitstärkste Motorradclub in der Schweiz ein «Chapter», also einen örtlichen Ableger gründen will, passt den vorherrschenden Hells Angels offenbar nicht.

Wie zudem Aufnahmen von «Blick»-Leserreportern zeigten, waren auch Mitglieder des Berner Motorradclubs Broncos involviert.

Inzwischen wurde ein 35-Jähriger in Untersuchungshaft versetzt. Welche Rolle der Mann bei den Ereignissen spielte, will die Polizei nun herausfinden.

Handys werden ausgewertet

Die Polizei wird weitere Einvernahmen durchführen. Dazu gehöre zum Beispiel auch, die Aussagen von rund einem Dutzend Personen aufzunehmen, die sich bisher auf den Zeugenaufruf gemeldet haben. Zum anderen seien umfangreiche Arbeiten im Zusammenhang mit der Spurensicherung und -auswertung im Gang.

So seien unter anderem noch am Wochenende mehrere Waffen, darunter auch Faustfeuerwaffen, sowie Fahrzeuge sichergestellt worden. Weiter seien knapp zwei Dutzend Mobiltelefone sichergestellt worden, deren Auswertung nun anstehe.

(20 Minuten)