Stadtratsdebatte

02. Februar 2018 16:34; Akt: 02.02.2018 16:34 Print

Ein Blocher-Platz vor der Berner Reitschule?

Berner Stadträte diskutieren über eine mögliche Umbenennung der Schützenmatte. Auch Erich Hess (SVP) brachte einen Vorschlag ein.

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Parkierte Autos dominieren die Schützenmatte vor der Reithalle. In Zukunft sollen mindestens zwei Drittel autofrei sein. (Bild: Keystone/Alessandro Della Valle)

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Geht es nach Stadträtin Leena Schmitter (Grünes Bündnis) soll die Berner Schützenmatte in Luciano-Romero-Platz umbenannt werden. Die Politikerin präsentierte am Donnerstagabend einen entsprechenden Vorstoss im Berner Rathaus. Dies, um den kolumbianischen Menschenrechtsaktivisten zu würdigen. Romero arbeitete bei einer Tochterfirma von Nestlé und wurde 2005 von Paramilitärs ermordet – kurz bevor er einen Vortrag in der Stadt Bern halten sollte. Das Gerücht, dass Nestlé bei seinem Tod die Finger im Spiel hatte, hält sich hartnäckig.

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«Die Stadt Bern könnte mit einer solchen Umbenennung zeigen, dass sie die globale Verantwortung für Menschenrechte ernst nimmt und dass sie ein Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen setzt», sagte Schmitter zu ihren Ratskollegen, wie die Berner Zeitung berichtet.

Blocher-Ehrung vor der Reitschule

Die Idee kam bei einigen Stadträten nicht gut an – auch bei Erich Hess nicht. «Wenn wir schon einen Freiheitskämpfer ehren wollen, dann schlage ich vor, dass wir die Schützenmatte in Christoph-Blocher-Platz umbenennen», meinte der SVP-Politiker am Rednerpult. Blocher habe mit seinem Kampf der Schweiz ihre Freiheit bewahrt.

Die Schützenmatte wird nicht zum Luciano-Romero-Platz. Schmitter vermochte lediglich 20 Stadträte für ihr Vorhaben zu begeistern – 42 stimmten dagegen. Aber auch einen Christoph-Blocher-Platz wird es vor der Reitschule nicht geben: Weil der Vorschlag von Hess nicht traktandiert war, wurde darüber nicht abgestimmt. Somit bleibt die Noch-Betonwüste auch in Zukunft die «Schütz».

(cho)