Berner Agentur

06. Januar 2015 16:22; Akt: 06.01.2015 16:30 Print

Ein exklusiver Vorname für 28'000 Franken

Wer sich für sein Baby nicht mit einem üblichen Vornamen zufrieden geben will, kann sich neu einen eigenen Namen kreieren lassen. Die Namensfindung hat aber ihren Preis.

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Genug von Kevin, Luca oder Emma? Eine Berner Agentur bietet massgeschneiderte Vornamen.

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Wem Noah, Leon, Mia oder Alina ein Greuel im Ohr sind, weil sich das Wunschkind doch vom Namen-Einheitsbrei abheben soll, kann jetzt professionelle Hilfe beanspruchen. «Wir kreieren individuelle Vornamen mit Klang und Rhythmus, die mit dem Familiennamen harmonieren und zum historisch-kulturellen Hintergrund der Familie passen», verspricht Marc Hauser, Gründer und Inhaber der Namens- und Textagentur «erfolgswelle». Sein Team bestehe aus Namens-Entwicklern, Textern, Markenrechtlern und Historikern, sagt der 43-Jährige aus dem bernischen Wohlen.

Kerngeschäft von «erfolgswelle» ist denn auch die Namensfindung – hauptsächlich für Produkte und Firmen. Zu den Kunden der Agentur gehören etwa Danone, Swisslos oder das Berner Inselspital. «Auf die Idee, auch Vornamen für Kinder zu kreieren, hat uns eine Familie aus der Westschweiz gebracht», sagt Hauser. Der Pioniergedanke hinter der Idee habe ihn sofort gepackt. «Wir sind weltweit die ersten, die diese Dienstleistung anbietet».

«Garantiert der erste Träger seines Namens»

Da bis jetzt noch niemand von dem Angebot Gebrauch gemacht hat, gibt es noch keine konkreten Beispiele. Jedoch versprechen die Namenserfinder, dass es ihre künftigen Schöpfungen einmalig sein werden. «Das Neugeborene wird garantiert der erste Träger seines Namens sein, dafür prüfen wir ihn in den zwölf meistgesprochenen Sprachen der Welt», so Hauser. Dazu werde ein wissenschaftliches Gutachten durch das namenkundliche Zentrum der Universität Leipzig erstellt. «Zudem prüfen wir bei den Behörden die Zulassungsmöglichkeiten», erklärt Hauser den aufwendigen Prozess.

Der exklusive Vorname für den Sprössling hat aber einen stolzen Preis: Rund 28'000 Franken müssen die Eltern bezahlen. «Die Summe entspricht den gängigen Honoraren für die Kreation von internationalen Markennamen», rechtfertigt Hauser den fünfstelligen Betrag.

Batman oder Tsunami

Neben den mehr oder weniger gängigen Namen versuchen Eltern ihrem Nachwuchs auch immer wieder exotische Vornamen zu verpassen. «Batman, Tsunami oder Hurricane sind nur einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit, die wir ablehnen mussten», sagt Hans Rudolf Egli, Leiter des Berner Zivilstands- und Bürgerrechtsdienstes. Grundsätzlich sei es aber so, dass die Zivilstandsbeamten Vornamen zurückweisen müssen, die offensichtlich die Interessen des Kindes verletzten. Beurkundete Vornamen können allenfalls durch ein entsprechendes Gesuch geändert werden. Im Kanton Bern kostet eine Vornamensänderung 300 Franken.

(meo/miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bettina am 06.01.2015 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist falsch an herkömmlichen Namen?

    Paradox finde ich, dass es Eltern gibt, die für ihr Kind einen möglichst einzigartigen und exklusiven Namen wollen, aber wenn das Kind in der Schule nicht der Norm entspricht und ein bisschen aus der Reihe tanzt, dann muss es abgeklärt werden......

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  • Carlo am 06.01.2015 16:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da kann nicht viel Liebe ...

    ... der Eltern vorhanden sein, wenn sie es nicht einmal schaffen, für ihren "Sonnensschein" einen schönen Namen aussuchen können.

  • sara am 06.01.2015 16:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    selber schuld wer zahlt!

    wir haben unserem Sohn auch einen exklusiven Namen gegeben, den man bestimmt in den 12 meist gesprochenen Sprachen der Welt nicht findet.Aber für sowas 28000 zu zahlen ist ja schon ein bisschen fragwürdig. Kein Wunder hat noch niemand für das gezahlt!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Suzi am 07.01.2015 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gesucht...

    Mein Mann und ich suchten auch sehr lange nach einem Namen.. unser Sohn bekam dann den Namen Anthony. Viele nennen ihn einfach Tony was für uns absolut ok ist.

  • Anonym am 07.01.2015 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überlegt doch mal weshalb es so teuer ist!

    An alle Obergenies die diese Idee reine Geldmacherei finden. Diese Firma braucht dieses Geld hinten und vorne nicht, das ist reine Werbung. Wenn ihr auch nur eine Sekunde auf die Webseite von Erfolgswelle geht, sieht man sofort dass die genug Geld haben. Für viele von euch mag das ein viel zu hoher Betrag sein, doch für die 28000 Stutz gibt es auch driftige Gründe wie z.B. erstens dass es sich für 200 Franken nicht lohnen würde da dies niemals in unsere Medien gelangen würde , zweitens ist der Aufwand dafür riesig, drittens gibt es Leute die diesen Betrag locker bezahlen können.

  • Corinne Freestone am 07.01.2015 12:45 Report Diesen Beitrag melden

    Geld sparen - Michelle Hunziker anrufen

    ...oder Gweneth Partrow ( Tochter heisst "Apple", oder?) Die haben sicher noch ein paar sensationell origninelle Ideen fuer werdende Eltern.

  • Mandala Lawrence-of-Arabia Queen Mum am 07.01.2015 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Was ist falsch mit speziellen Namen?

    Lieber "Solar-Impulse Longoria Brite" oder "Seven-Bliss Wutang York" als Khevin und Schantalle. Bekomm ich jetzt die 28'000.-?

  • Paul am 07.01.2015 11:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Inselspital

    Wieso zählt das Inselspital zu den Kunden? für was zahlt es? Wie werden Steuer- und Krankenkassegelder genutzt?

    • Berner Bär am 07.01.2015 12:17 Report Diesen Beitrag melden

      Marketing

      @Paul: Für das Marketing. Zum Beispiel für die eigenen Pflege- und Behandlungsangebote.

    • allan am 07.01.2015 18:41 Report Diesen Beitrag melden

      ehm...

      was hat das spital mit krankenkassengelder zu tun? du bezahlst deine prämie der versicherung, nicht dem spital.

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