Eiger-Gletscher

24. August 2016 05:59; Akt: 24.08.2016 07:43 Print

Eis-Lawine bedroht Marathon-Strecke

von Mira Weingartner - Ein überhängendes Stück des Eigergletschers droht abzubrechen. Eine Lawine könnte auch zur Gefahr für den kommenden Jungfrau-Marathon werden.

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Wann und wie genau es passieren wird, ist ungewiss: Der Eiger-Hängegletscher droht abzustürzen. 20'000 Kubikmeter Eis würden dann den steilen Hang ins Tal hinabdonnern. Die Eismassen würden nicht nur alles im Wege stehende wegdrücken und zermalmen, der Luftdruck hätte eine ebenso zerstörerische Wirkung.

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Bereits wurde gefährdetes Terrain unterhalb der Eigerwestflanke abgesperrt, doch in nur drei Wochen kommen 4000 Sportler ins Gletschergebiet. Am 10. September findet am Fusse der Bergkette der spektakuläre Jungfrau-Marathon statt. Auf dem letzten Abschnitt der 42,195 Kilometer langen Strecke müssen die Teilnehmer die Gefahrenzone durchqueren. Gar der Verpflegungsposten 11 ist in risikoreicher Umgebung angelegt.

«Um die Läufer, aber auch die Zuschauer vor einem allfäl­ligen Gletscherabbruch zu schützen, haben wir ein Sicherheitsdispositiv aufgezogen», sagt der Risk-Manager des Jungfrau-Marathons, Hans Romang. Man arbeite dafür eng mit den Jungfraubahnen zusammen.

Im Notfall Fluchträume aufsuchen

Bei den Jungfraubahnen ist man vorbereitet: «Bereits im März 2016 wurden die Frühwarn- und Alarmsysteme in Betrieb genommen», sagt Mediensprecherin Patrizia Bickel. Im Worst-Case-Szenario sei eine Sperrung der Bahn vorgesehen. Die Züge würden ausserhalb der Gefahrenzone angehalten. «Personen haben sofort Fluchträume aufzusuchen, Anlagen im Gefahrenbereich werden eingestellt, Skipisten und Wege gesperrt», so Bickel weiter.

«Marathon-Läufer werden umgeleitet»

Derzeit ist es aber noch ruhig unterhalb des Eigers. Es gelte zurzeit der Absperrplan B. «Das heisst, ein Teil der Wanderwege und des Bereichs um die Station Eigergletscher sind abgesperrt und für Menschen nicht mehr zugänglich.» Dieser Ausnahmezustand werde bis zu einem möglichen Eis-Abbruch aufrechterhalten. Bickel: «Eine Gefahr für Personen und Bahnbetrieb besteht nicht, sofern die Sicherheitsregeln eingehalten werden.»

Hans Romang betont: «Der Gletscher ist nun auch von uns unter ständiger Beobachtung.» Sollte am Wettkampftag das Risiko einer Gletscher-Lawine bestehen, würden die Läufer umgeleitet. «Wir haben eine alternative Strecke vorbereitet, die sämtliche Teilnehmer vom Gletschergebiet fernhält», so Romang. Wenige Stunden dem Startschuss werde der Entscheid gefällt. Die neue Route, die derzeit noch nicht bekannt gegeben wird, sei zwar gleich lang, doch müssten die Athleten weniger Höhenmeter bewältigen. Das Ziel soll nach wie vor auf der Kleinen Scheidegg sein.


Bereits 2009 löste sich oberhalb von Grindelwald eine Eisfläche und stürzte rund 3700 Meter in die Tiefe:

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lin am 24.08.2016 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine wirklichen Probleme?

    Bedroht?! Wenn der Weg nicht sicher ist, geht man ihn nicht. Zumindest hier in der sicheren Schweiz. Kein Krieg, der uns zwingt, solche Risiken einzugehen. So einfach.

  • Sam Süffi am 24.08.2016 07:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorsorge

    Das ist eine grosse Herausforderung für alle invilvierte Kräfte und Dienste. Es zeigt doch auch, dass das System bei uns funktioniert.

  • Jane38 am 24.08.2016 07:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein rennen

    dan sollte man den marathon einfach nicht dort durchführen...wo liegt das problem

Die neusten Leser-Kommentare

  • Augenauf am 24.08.2016 10:42 Report Diesen Beitrag melden

    Prestige und Geld regiert die Welt

    ...ist es nicht schlimmer, dass die Welt immer mehr an uns zerbricht, als das der Weg gesperrt ist...Der Fokus unserer Prioritäten ist völlig verschoben.

  • Skipper am 24.08.2016 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann lernt der Mensch.......

    ....... endlich, dass nicht die Natur das grosse Risiko ist, sondern der überhebliche Mensch, welcher denkt die Natur austricksen zu können. Wenns dann in die Hose geht, wird gejammert und geflennt. Jetzt muss schnellsten ein Schuldiger her. Ist nicht jeder selbst für sich verantwortlich? Ich bin Hochseeskipper und kenne die oft unberechenbare Natur bestens. Risiken welche ich nicht einschätzen kann, gehe ich nicht ein. Wie mancher dieser PROFI'S und selbsternannten SPEZIALISTEN hatte sich schon verschätzt? Profis haben die Titanic gebaut. Ein Amateur die Arche! Wer in unbekannte Gewässer springt, muss anschliessend nicht flennen, wenns kalt und nass war.

  • Fredi Kälin am 24.08.2016 10:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Marathon bedroht Eis

    Marathon bedroht Eis Das wäre ein Titel der treffender wäre. Der Mensch kann es wieder einmal nicht lassen die Natur zu schänden. Auch im Namen des Sports ist das nicht richtjg

  • Pitri am 24.08.2016 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Natur gewinnt immer

    Die Natur ist nun mal stärker als der Mensch, das hat man jetzt leider wieder in Italien gesehen,da ist wirklich viel Not. Ich wünsche den Leuten dort viel Kraft. Dagegen ist doch ein Marathon der nicht durchgeführt werden kann Peanats, klar verstehe ich die, die hart dahin trainiert haben. Aber trotzdem, wir leben noch und haben unser Zuhause

  • Frank am 24.08.2016 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das Problem?

    Bis dahin ist der Gletscher schon längst unten. Laut Medien ist der spätestens Morgen unten.