Bern

29. September 2010 23:07; Akt: 29.09.2010 23:40 Print

Eltern fälschten sogar Ritalin-Rezept

von Pedro Codes - Apotheken stossen immer häufiger auf gefälschte Rezepte. Grund: Die Medikamentensucht in der Schweiz nimmt zu.

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Manche Kunden fälschen ihre Rezepte. (Bild: Bildarchiv Tagesanzeiger)

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Viele Schweizer sind ganz wild auf Beruhigungsmittel, sogenannte Tranquilizer. Und um an die Pillen zu kommen, werden immer mehr zu Urkundenfälschern: Laut dem Berner Kantonsapothekeramt schlagen die Apotheken immer häu­figer wegen gefälschter Rezepte Alarm. «Waren es früher eine bis zwei Meldungen pro Woche, sind es heute bereits zwei bis drei», so Laborleiter Hans-Jörg Helmlin.

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Bei den Fälschern handle sich einerseits um Drögeler aber andererseits auch um ganz normale Berufsleute. In einem Fall hätten sogar Eltern versucht, mit einem gefälschten Arztrezept Ritalin für ihr Kind zu erschleichen. «Dank neuer Technik ist es heute einfacher, zu fälschen – und das wird auch gemacht», so eine Mitarbeiterin der Suchtprävention Zürich zum Trend. Ruth Hagen von Sucht Info Schweiz vermutet: «Die Medikamentensucht nimmt zu, weil der Leistungsdruck im Beruf steigt.»

Zu Beginn verschreibe oftmals noch der Arzt die Pillen. Mache er nicht mehr mit, werde der nächste aufgesucht. Bis auch das nicht mehr geht: «Viele Fälscher sind normale Leute, denen niemand mehr ein Dormicum verschreibt», so der Berner Apotheker Daniel Wechsler. Dann greifen einige laut Helmlin zu Scanner und Laserdrucker oder schnappen sich den Rezeptblock vom Arztpult. «Die plumpsten und dümmsten Fälscher fallen sofort auf. Einige gehen aber hoch professionell vor», weiss Helmlin.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Leuenberger am 03.03.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zusatzstoffe als Auslöser für Hyperaktivität und S

    Leider ist die Artikellänge beschränkt. Ansonsten wäre zum vorigen Beitrag meinerseits noch dieser Bericht reingekommen. Da die Anzahl der Hyperaktiven Kinder so stark zugenommen hat, und ich auch überzeugt bin, dass chemische Zusatzstoffe dafür verantworlich sind, finde ich es nicht falsch, dies wieder mal aufzugreifen, um zu zeigen, was Zusatzstoffe auslösen können.

  • Stephan Moser am 30.09.2010 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Tranquilizer

    Mir wurden schon während der Schulzeit vom Arzt über Jahre Tranquilizer verschrieben.D.h seit über 30 Jahren bin ich davon abhängig.Trotz einigen Entzügen in Kliniken habe ich es nicht geschafft davon loszukommen. Heute sind die Ärzte sensibilisierter was Tranquilizer betrifft und sie geben sie höchstens noch für kurze Zeit ab. Tranquilizer sind für mich die schlimmsten Drogen (aber sind halt legal), eher kommt man vom Heroin weg als von Tranquilizern. Mittlerweile habe ich die Hoffnung aufgegeben je ein Leben ohne sie zu führen. Danke dem Dealer (Arzt) der mich davon abhängig gemacht hat

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  • Markus Leuenberger am 03.03.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hyperaktiv durch Zusatzstoffe?

    In den letzten 15 bis 20 Jahren hat die Anzahl hyperaktiver Kinder markant zugenommen. Vielfach wird dann Ritalin verschrieben. Was viele nicht wissen, Ritalin ist ein Aufputschmittel, nicht ein Tranquillizer. Aber bei Hyperaktivität ist die Wirkung entgegengesetzt und hilft in einzelnen Fällen auch, zum Beispiel ADHS oder ADS. Dabei bleibt aber die Abklärung auf der Strecke. Zusatzstoffe stehen aber unter Verdacht, wie Studien belegen, für die Zunahme verantwortlich zu sein.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Markus Leuenberger am 03.03.2011 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Zusatzstoffe als Auslöser für Hyperaktivität und S

    Leider ist die Artikellänge beschränkt. Ansonsten wäre zum vorigen Beitrag meinerseits noch dieser Bericht reingekommen. Da die Anzahl der Hyperaktiven Kinder so stark zugenommen hat, und ich auch überzeugt bin, dass chemische Zusatzstoffe dafür verantworlich sind, finde ich es nicht falsch, dies wieder mal aufzugreifen, um zu zeigen, was Zusatzstoffe auslösen können.

  • Markus Leuenberger am 03.03.2011 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Hyperaktiv durch Zusatzstoffe?

    In den letzten 15 bis 20 Jahren hat die Anzahl hyperaktiver Kinder markant zugenommen. Vielfach wird dann Ritalin verschrieben. Was viele nicht wissen, Ritalin ist ein Aufputschmittel, nicht ein Tranquillizer. Aber bei Hyperaktivität ist die Wirkung entgegengesetzt und hilft in einzelnen Fällen auch, zum Beispiel ADHS oder ADS. Dabei bleibt aber die Abklärung auf der Strecke. Zusatzstoffe stehen aber unter Verdacht, wie Studien belegen, für die Zunahme verantwortlich zu sein.

  • Giovanna am 01.10.2010 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Und wer ist schuld daran?

    Die Ärzte und die Farmaindustrie sind doch die besten Geschäftspartner. Die Apotheken werben sogar für Medikamente und bieten gelegentliche Rabatte - so weit sind wir. Die Medikamentenpreise explodieren, weil die Leute abhängig gemacht wurden und weiterhin werden. Was das für Folgen hat, interessiert ja niemand und schon nicht die, die damit reich werden. Man bekämpft den illegalen Drogenhandel, den legalen unterstützt man.

  • Jonathan am 30.09.2010 14:32 Report Diesen Beitrag melden

    Soundtrack der Leistungsgesellschaft

    Wir wissen doch schon lange, dass viele Leute in unserer Leistungsgesellschaft den ganzen Druck nur mit Tranquilizern kompensieren. Es gibt eine Zürcher Band welche auf selbstironische Weise den Soundtrack dazu liefert - Valium21 mit "Züri Rännt!" Auf der myspace-seite der Band kann man sich den Song anhören. Weg googlet der findet!

  • g.d. kanton basel-landschaft am 30.09.2010 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    wenn wundert das???

    kleinen kindern gibt man ritalin zum beruhigen,wenn man den richtigen moment zum abbauen verpasst entsteht eine wechselwikung,dann brauchen viele ritis tagsüber und am abend antidepressiva zum ausgleich.In basel und umgebung gibt es aerzte dehnen man 20.- für 1 dormicum-rezept bezahlt und ihm verspricht es in der apotheke bar zu bezahlen,damit es nicht über die kk läuft,ich bin selber süchtig und das auch dank den aerzten,die mir so viele pillen verschrieben haben u.jetzt sind sie teilweise zusammen m.anderen medis verboten,zusammen abzugeben,darum der deal mit dem dormicum-rezept,