Poet des Mundart-Rocks

15. Oktober 2015 10:48; Akt: 15.10.2015 10:48 Print

Endo Anaconda gewinnt den Berner Musikpreis

Grosse Ehre für Künstler Endo Anaconda: Er erhält den Musikpreis des Kantons Bern.

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«Gang doch e chli dr Aare naa, dere schöne, schöne grüene Aare naa» - Längst sind verschiedene Kompositionen von «Stiller Has» Berner Kulturgut geworden. (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Der mit 20'000 Franken dotierte Musikpreis des Kantons Bern geht in diesem Jahr an Endo Anaconda. Das Gründungsmitglieder der Band «Stiller Has» gilt als Poet des Mundart-Rock und als Meister der bitterbösen Ironie.

Der Kanton zeichnet mit dem Preis Anacondas Gesamtschaffen aus, wie die bernische Erziehungsdirektion am Donnerstag mitteilte. Anacondas künstlerische Anfänge reichen weit in die 1980-er Jahre zurück und gründen in der experimentellen Musik und Poesie. Anaconda fiel schon damals mit seinen eigenwilligen Sprachkreationen auf.

Über die Landesgrenzen hinaus bekannt

Aus den Anfängen entwickelte sich die Band «Stiller Has», die Anaconda zusammen mit Balts Nill gründete. Der wortgewaltige Anaconda ist bis heute Frontmann und treibende Kraft der Band, die längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Längst sind verschiedene Kompositionen von «Stiller Has» Berner Kulturgut geworden. «Gang doch e chli dr Aare naa, dere schöne, schöne grüene Aare naa», intonierte Anaconda Mitte der 1900-er Jahre. Bis heute ist das Stück «Aare» so etwas wie die heimliche Hymne der Bundesstadt geblieben.

Unvergessen ist auch die Figur von Hausabwart Hene, der plötzlich in einem der Hasen-Lieder einen unerwarteten Abgang macht. «Go Hene go, we mer chönnte, mir giengte ja ou», beschwor Anaconda im Refrain den Antihelden des Alltags. Mit «Znüni näh» lieferte die Band eine träfe Stilstudie schweizerischen Arbeitsalltags. 2013 erschien das neunte Studioalbum von «Stiller Has» mit dem Titel «Böses Alter».

Auch als Schriftsteller tätig

Neben der Musik hat sich Anaconda auch als Schriftsteller einen Namen gemacht. Er wurde vor 60 Jahren als Andreas Flückiger in Burgdorf geboren .

Neben dem Hauptpreis vergibt der Kanton Bern auch drei Anerkennungspreise von je 10'000 Franken. In diesem Jahr gehen sie an die Musikerin, Komponistin und Performerin Lilian Beidler, an den Akkordeonspieler Mario Batkovic und an den Techno-Pionier Marco Repetto.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christoph Meyer am 15.10.2015 11:09 Report Diesen Beitrag melden

    verdienter Titel

    Das hat Endo Anaconda sich sehr verdient! Alleine schon seine Bühnenpräsenz ist jedes Konzert wert.

  • odne phyton am 15.10.2015 11:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    100% ok

    Jawolll der Endo ist ganz sicher ein verdienter Sieger. Gratuliere!

  • Andy B. am 15.10.2015 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Coole Texte

    Politisch gar nicht mein Fall, wohl wie die meisten weltfremden Künstler, aber die Stimme ist toll, der Sound und insbesondere die wirklich schräg-coolen Texte. Er hat den Preis verdient. Warum läuft der nicht mehr auf SRF 3 ?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stöffu am 17.10.2015 09:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gar nicht mein Fall...

    und was die Stimme angeht, die von Kuno Lauener ist eine ganz andere Liga...

  • Reto am 15.10.2015 19:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Korruption

    Schieben sie sich die Kohle selber zu? Da gibt es viel junge, bessere Bands als einen ungepflegten Choleriker.

    • Beltrametti am 16.10.2015 18:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Nichts begriffen,

      ihr kennt ja nur den alles überdeckenden Lärm. Akzeptanz der Vielfalt? Fehlanzeige!

    einklappen einklappen
  • Cornelia Christ am 15.10.2015 17:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo!

    Bravo Endo, absolut verdient. Keine braven Texte sondern bitterböser Alltag. Jedes Hasen-Konzert ist ein Erlebnis und bleibt unvergessen.

  • Carol am 15.10.2015 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    2015 11. Studioalbum

    2013 kam das 10. Studioalbum heraus, nicht das neunte. Dazu kamen noch 2 Live-Alben + die 20 goldenen Hasensongs. Alles in allem 14 CDs

  • Troubadour am 15.10.2015 12:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schade wieder ein Berner . . .

    Cooler Typ, nur schade, dass fast nur Berner-Formationen im Schweizer Markt eine Überlebenschance haben. Es gäbe noch soooo viel Einheimisches Schaffen, dass es auch verdient hätte