Suchaktion nach 30-Jährigem

07. Oktober 2019 18:51; Akt: 08.10.2019 09:14 Print

«Wir hoffen, dass Yorian noch am Leben ist»

Yorian (30) aus Holland wird vermisst. Familienmitglieder und Freiwillige starteten am Montag eine private Suchaktion in Olten und richten eine Botschaft an Yorian.

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Zwei Hinweise führten die Familie von Yorian aus Holland nach Olten. Seit einem Monat sucht sie fieberhaft nach dem 30-jährigen Mann aus Rotterdam – bisher ohne Erfolg. Ein Augenzeuge will ihn am Mittwoch im Coop City in Olten gesehen haben. Ein anderer berichtet, dass ihn ein verwirrter Mann, auf den die Beschreibung von Yorian passt, am Donnerstagabend vor einer Pizzeria in Olten umarmen wollte. Aus diesem Grund wurde am Montag in Olten eine Suchaktion gestartet. Die Familie traf sich am Mittag dafür mit einigen Freiwilligen.

Auch konnten Yorians Liebste Bilder einer Überwachungskamera betrachten – diese brachten jedoch eine Enttäuschung: «Es ist definitiv nicht mein Sohn», sagt Yorians Mutter Agaath zu 20 Minuten. «Es ist eine grosse Enttäuschung für uns, aber zumindest wissen wir es nun.» Die Eltern, die Schwester und die Freunde gaben jedoch nicht auf und suchten den ganzen Nachmittag die Stadt an der Aare nach dem möglicherweise verwirrten Holländer ab. «Wir hoffen, dass er am Leben ist», so Schwester Linda. Sie wendet sich nun mit einer emotionalen Botschaft an ihren gesundheitlich angeschlagenen Bruder (siehe Video).

«Wir sind nicht aktiv in die Suche eingebunden»

Die Kantonspolizei Solothurn teilt auf Anfrage mit, dass sie im Vorfeld nicht über die Suchaktion informiert wurde. Sie weist darauf hin, dass die Stadtpolizei Zürich für den Vermisstenfall zuständig sei und sie deswegen nicht an der Suchaktion teilgenommen haben: «Wir sind nicht aktiv in die Suche eingebunden und werden diese auch nicht begleiten», heisst es. Private Suchaktionen von Angehörigen von Vermissten seien durchaus erlaubt. Die Kapo gibt jedoch zu bedenken, dass bei der Suche in den Sozialen Medien die Fotos danach meist für immer im Netz bleiben würden.

Die Familie ist enttäuscht von der Solothurner Kantonspolizei: Sie hätte sich mehr Unterstützung erhofft. Vor allem, weil ihr Sohn Medikamente benötige und sein Leben deswegen auf dem Spiel stehe. «Die Suchaktion ist mir sehr wichtig», so der Vater Jan. «Ich bin traurig und genervt, dass alles so lange dauert.»

* KOPIE * Jetzt wird ganz Olten nach Yorian (30) abgesucht

Yorians Schicksal bewegt die Niederlande

Während die Familie und Helfer in der Schweiz fieberhaft nach Yorian suchen, bewegt sein Schicksal auch sein Heimatland. Wie die Zeitung «Indebuurt» berichtet, war der Vermisste zuvor mit Freunden in Berlin. Von dort aus habe er sich alleine in die Schweiz begeben. Sein letzter Kontakt wurde in Zürich registriert – aus diesem Grund wurde er von dort aus vermisst gemeldet. Laut den Angehörigen hat Yorian am 6. September eine Fahrkarte auf die Rigi gekauft. Seither ist sein Telefon ausgeschaltet.

(km)