Türsteher vor Gericht entlastet

13. August 2019 16:53; Akt: 13.08.2019 16:53 Print

Fäuste gegen betrunkenen Gast waren legitim

Der Türsteher einer Berner Bar durfte mit Faustschlägen einen Gast ausser Gefecht setzen. Das hat nach der Staatsanwaltschaft nun auch das bernische Obergericht entschieden.

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Das Berner Obergericht hat die Faustschläge eines Berner Türstehers gegen einen Gast als legitime Notwehr beurteilt. Der Gast hatte ein Messer mit einer zehn Zentimeter langen Klinge in der Hand gehabt und er war bereits vorgängig als aggressiv und gewalttätig aufgefallen. Der Türsteher habe deshalb davon ausgehen müssen, dass seinem mit dem Messer bedrohten Kollegen ein gefährlicher Angriff gegen Leib und Leben drohe, schreibt die Beschwerdekammer in Strafsachen in einem kürzlich veröffentlichten Urteil.

Als der Türsteher dem Mann den Schlüsselbund mit dem Messer entreissen wollten, wehrte sich der Gast heftig. In dieser Situation habe der Security-Angestellte das mit Faustschlägen gegen den Kopf verbundene Verletzungsrisiko eingehen dürfen, ohne die erlaubten Grenzen der Notwehr zu überschreiten, heisst es im Urteil weiter. Eine mildere Abwehrhandlung, etwa der Versuch, den Mann mit einem Festhaltegriff zu fixieren, wäre in dieser Situation ungeeignet gewesen.

Strafverfahren eingestellt

Der Gast hatte gegen den Türsteher eine Strafanzeige wegen schwerer, eventuell einfacher Körperverletzung eingereicht. Als die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland das Strafverfahren gegen den Türsteher einstellte, erhob der Mann beim Obergericht Beschwerde. Er ist der Ansicht, die Staatsanwaltschaft habe den Sachverhalt unvollständig festgestellt.

Die obergerichtliche Beschwerdekammer ist anderer Ansicht und hat die Beschwerde abgewiesen. Im Entscheid steht auch, wegen eines vorangegangenen Vorfalls habe der mit dem Messer bedrohte Türsteher dem Mann den Zutritt zur Berner Bar verwehrt.


(sul/sda)