Jetzt in Bern und Biel

09. Mai 2014 17:12; Akt: 09.05.2014 17:12 Print

Fahrende haben Nidau verlassen

Die Jenischen sind aus Nidau weg und stellen ihre Wagen in den Städten Bern und Biel auf. Dort dürfen sie bis Ende August bleiben.

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Die Jenischen sind in Bern angekommen. (Bild: Keystone)

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Die Jenischen, die in den vergangenen Wochen für mehr Stand- und Durchgangsplätze in der Schweiz demonstriert haben, sind aus Nidau abgereist. Sie zogen auf die ihnen von den Städten Bern und Biel temporär zur Verfügung gestellten Plätze.

Die Gruppe sei aus Nidau weg und inzwischen bereits in Bern angekommen, sagte Gérard Müllhauser, Sprecher der Jenischen, am Freitagnachmittag auf Anfrage. Alles sei bestens gelaufen und die Fahrenden hätten ihre Wagen inzwischen in Bern schon aufgestellt.

Jenische bedanken sich bei Nidauer Bevölkerung

Ein paar wenige seien auch schon auf den Platz in Biel gefahren, führte Müllhauser aus. Im Verlauf des Nachmittags hatten Fahrende auf einer Facebook-Seite Fotos ihrer Abreise aus Nidau und ihrer Ankunft in Bern veröffentlicht.

Auf der Internet-Seite publizierten Fahrende auch ein Dankesschreiben an die Nidauer Bevölkerung. «Wir können nur sagen, wir alle waren überwältigt von all den Gesten und bedanken uns von ganzem Herzen», heisst es darin. Viele Nidauer seien spontan vorbeigekommen und hätten sich mit den Jenischen unterhalten.

Protest sorgt für Aufsehen

Eine grössere Gruppe Jenischer hatte Ende April auf der Kleinen Allmend in Bern ein Protestcamp eingerichtet, um gegen fehlende Stand- und Durchgangsplätze im Kanton Bern und in der gesamten Schweiz zu protestieren.

Die Stadt Bern zeigte zwar Verständnis für die Anliegen der Fahrenden, liess das Gelände aber dennoch polizeilich räumen, weil es für die kurz vor der Eröffnung stehende Frühjahrsmesse BEA benötigt wurde.

Die Gruppe Jenischer zog nach Nidau, wo sie auf dem ehemaligen Gelände der Landesausstellung Expo 02 ihren Protest fortsetzte. Die örtlichen Behörden fühlten sich zunächst überrumpelt, boten dann aber Hand, damit die Fahrenden rund zwei Wochen bleiben konnten.

Können bis August in Bern und Biel bleiben

In dieser Zeit sollte, zusammen mit dem Kanton Bern, eine Lösung gefunden werden. Anfang Woche dann informierten die Städte Bern und Biel, dass sie den Jenischen bis im August je ein Gelände zur Verfügung stellen.

Bis im August, so die Hoffnung, sollen mittel- und langfristige Lösungen gefunden werden.

(sda)