Beerdigung von Florijana Ismaili

09. Juli 2019 11:09; Akt: 10.07.2019 11:33 Print

«Flori wird uns auch weiterhin beschützen»

Ergreifende Abdankungsfeier für die Nati- und YB-Fussballerin Florijana Ismaili. Mit rührenden Anekdoten gedachten die Teamkolleginnen der Verstorbenen.

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Zahlreiche Nati-Spielerinnen (unter anderem Ramona Bachmann und Rahel Kiwic) erwiesen Florijana Ismaili die letzte Ehre. Auch viele YB-Teamkolleginnen kamen in Vereinsfarben zur Trauerfeier. Rund 300 Trauergäste wohnten der Zeremonie bei der Mehrzweckhalle in Worben bei. Die Trauerfeier fand in der Mehrzweckhalle statt. Die Zeremonie nach islamischem Glauben wurde von einem Imam geleitet. Die eigentliche Beerdigung auf dem Friedhof wurde anschliessend im engsten Familienkreis durchgeführt. Nur geladene Gäste durften die Abdankungsfeier in der Mehrzweckhalle verfolgen. Die übrigen Gäste konnten draussen über Lautsprecher zuhören. Mehrere YB-Teamkolleginnen schilderten teils unter Tränen bewegende Anekdoten: «Flori war eher schüchtern, aber sie wollte immer alle beschützen. Wir sind sicher, dass sie das auch jetzt noch macht.» Immer wieder wurden die Teamkolleginnen von ihren Gefühlen übermannt und verabschiedeten sich schluchzend mit: «Flori, wir vermissen dich und werden dich nie vergessen.» YB-Pressesprecher Albert Staudenmann sprach von einer würdevollen und berührenden Trauerfeier: «Es kam deutlich zum Ausdruck, welch tiefe Spuren Florijana Ismaili als grosse Persönlichkeit und tolle Fussballerin hinterlassen hat.» Die Nati-Spielerin Florijana Ismaili verlor bei einem Badeunfall im italienischen Comersee ihr Leben. Sie starb beim Badeunfall, weil sie vermutlich eine akute Asphyxie - einen plötzlichen Atemstillstand - erlitten hatte. Die Nati-Spielerin hatte im Comersee gebadet und tauchte nicht mehr auf. Feuerwehrmann Stefano Giardelli war bei der Rettungsaktion dabei. «Es tut mir so weh, dass wir der Familie nicht helfen konnten», sagte er im Interview mit 20 Minuten. Traurige Gewissheit: Am 2. Juli 2019 gab die italienische Feuerwehr bekannt, dass der Leichnam der Schweizer Fussballspielerin Florijana Ismaili am Boden des Comersees gefunden worden sei. Ihr Körper wurde unweit der Stelle gefunden, wo sie am Samstag verschwunden war. Das Unglück ereignete sich in der Region Musso. Der Tauchroboter entdeckte sie in 204 Metern Tiefe. Sie absolvierte 33 Spiele für die Schweizer Fussball-Nati. Die 24-Jährige nahm mit der Schweiz an der WM 2015 teil. Seit 2011 war sie bei YB aktiv.

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Vor anderthalb Wochen verlor Fussballerin Florijana Ismaili (24) bei einem Badeunfall im Comersee ihr Leben. Ihr Tod hat die Schweiz bewegt. Familie, Freunde und Bekannte aus der Sportwelt nahmen am Dienstag Abschied.

Die Beerdigungszeremonie der Nati- und YB-Spielerin fand in der Mehrzweckhalle in Worben BE statt. Ein ehemaliger Trainer des Schweizer Fussballverbands (SFV) eröffnete die Trauerreden. Florijana sei ein lebensfroher Mensch und eine Vorreiterin des Frauenfussballs gewesen, sagte er zur Trauergemeinde.

Es sei sehr schwierig, in diesem Moment die richtigen Worte zu finden, fuhr er fort: «Florijana wird nie mehr Fussball spielen und nie mehr im Nati-Kader stehen – aber sie wird immer in unseren Herzen sein. Wir werden sie nie vergessen.»

Ergreifende Anekdoten

Mehrere YB-Teamkolleginnen schilderten teils unter Tränen bewegende Anekdoten und Erlebnisse aus gemeinsamen Zeiten. Eine betonte: «Flori war eher schüchtern, aber sie wollte immer alle beschützen. Wir sind sicher, dass sie das auch jetzt noch macht.»

Eine andere erzählte, wie Florijana und sie im Trainingslager jeweils Fastfood essen wollten. «Das durften wir aber nicht. Darum schlichen wir manchmal zusammen aus dem Hotel, um einen Burger zu essen. Das waren die besten Burger meines Lebens.»

Immer wieder wurden die Frauen von ihren Gefühlen übermannt und verabschiedeten sich schluchzend mit: «Flori, wir vermissen dich und werden dich nie vergessen.»

Emotionale Abdankung

Angehörige lagen sich vor und nach der Trauerfeier mit wässrigen Augen in den Armen. «Es gibt kein schlimmeres Ereignis, als wenn ein Kind vor seinen Eltern stirbt. Sie war jung, hübsch und talentiert. Ich kann es nicht fassen, dass sie von uns gegangen ist», sagt Aferdita M.*

Der frühe Tod von Florijana macht auch Arbnor M.* zu schaffen: «Wir gehören alle Gott und müssen eines Tages wieder zu ihm zurück. Es macht mich traurig, dass sie schon so früh gehen musste.»

YB-Pressesprecher Albert Staudenmann sprach von einer würdevollen und berührenden Trauerfeier mit herzzerreissenden Wortmeldungen. «Es kam deutlich zum Ausdruck, welch tiefe Spuren Florijana Ismaili als grosse Persönlichkeit und tolle Fussballerin hinterlassen hat.»

Islamische Zeremonie

Etwa 300 Trauergäste waren vor Ort, viele in Nati- oder YB-Shirts gekleidet. Mehrere Nati-Spielerinnen wie Ramona Bachmann oder Rahel Kiwic und auch die frühere Schweizer Nati-Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nahmen an der Trauerfeier teil. Die Klubkolleginnen von YB kamen in den Vereinsfarben, um Ismaili die letzte Ehre zu erweisen. Unter den Gästen war auch YB-Präsident Hanspeter Kienberger.

Die kurze Zeremonie nach islamischem Glauben wurde von einem Imam geleitet. Danach durften sich die Gäste persönlich am Sarg von Florijana verabschieden. Anschliessend fand die eigentliche Beerdigung auf dem Friedhof im engsten Familienkreis statt.

Plötzlicher Atemstillstand

Ismaili wurde nur 24 Jahre alt. Am vorletzten Wochenende fuhr sie mit einer Freundin mit einem Motorboot auf den Comersee. Die Fussballerin sprang ins Wasser und tauchte nicht mehr auf. Mehrere Tage suchten die Retter nach ihr. Am 2. Juli folgte die traurige Gewissheit: Ein Tauchroboter fand ihren Leichnam am Seegrund.

Inzwischen scheint die Todesursache geklärt zu sein. Laut dem vorläufigen Obduktionsbericht erlitt Ismaili eine akute Asphyxie – einen plötzlichen Atemstillstand. Der Abschlussbericht wird in rund einem Monat erwartet.

33 Nati-Einsätze

Ismaili wurde 2014 zum ersten Mal ins Nati-Kader berufen. Sie absolvierte 33 Spiele und nahm an der WM 2015 teil. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in diesem Jahr verpasste sie. Erst vor rund drei Wochen hatte sie das letzte Länderspiel bestritten. Ismaili spielte seit dem Jahr 2011 für die Young Boys aus Bern.

*Namen der Redaktion bekannt

(rc/rol)