Grenchen SO

12. August 2019 19:06; Akt: 12.08.2019 19:06 Print

Fast-Kollision zweier Flugzeuge im Landeanflug

Am Flugplatz Grenchen kam es zu einer hochgefährlichen Situation: Bei der Landung kollidierten beinahe zwei Flugzeuge.

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Ein Geschäftsreiseflugzeug und ein einmotoriges Kleinflugzeug sind sich beim Anflug auf den Flugplatz Grenchen SO im Mai 2018 gefährlich nahe gekommen. Die Schweizerische Sicherheitsuntersuchungstelle Sust kritisiert im Schlussbericht von Montag vor allem den Piloten des Geschäftsreiseflugzeugs.

Zum schweren Vorfall kam es am 1. Mai 2018 um 17.05 Uhr. Das Geschäftsreiseflugzeug war von Belfast (Nordirland) gestartet und befand sich im Anflug auf den Flugplatz Grenchen. Das einmotorige Leichtflugzeug war vom Flugplatz Wangen-Lachen SZ gestartet und wollte ebenfalls in Grenchen landen.

Die andere Piste

Zuerst meldete sich der heute 67-jährige Schweizer Pilot des Geschäftsreiseflugzeugs bei der Platzverkehrsleitstelle Grenchen für den Direktanflug an. Rund eine Minute später kündigte sich der 25-jährige Schweizer Pilot des Kleinflugzeugs an.
Der Jetpilot plante, auf der Piste 24 zu landen – allerdings nicht wie üblich von Süden her. In Betrieb war eigentlich die Piste 6. Das hätte dem Piloten gemäss Sust klar sein müssen.

Den Anflug dennoch auf die Piste 24 fortzusetzen, war risikoreich, da mit Gegenverkehr zu rechnen war. Die hohe Geschwindigkeit, mit der sich das Geschäftsflugzeug im Direktanflug aus Osten näherte, «war nicht zweckmässig, da sie eine effektive Luftraumüberwachung erschwerte», heisst es im Schlussbericht weiter.

Durchstarten als letzte Option

Den Anflug abzubrechen und einen Durchstart einzuleiten, war laut Sust der richtige Entscheid. Dies habe jedoch zwangsläufig zur gefährlichen Annäherung an das Kleinflugzeug geführt. Das Geschäftsreiseflugzeug überflog diese Maschine im Steigflug um nur rund 152 Meter. Der eingeleitete Durchstart sei nicht auf der Frequenz angekündigt worden.

Das Handeln und die Entscheide der Besatzung der Geschäftsflugzeugs waren «risikoreich und zeugen von einem geringen Situationsbewusstsein», steht im Schlussbericht.

(cho/sda)