05. April 2005 00:17; Akt: 05.04.2005 00:20 Print

Feinstaub-Alarm: Darum ist die Berner Luft so dreckig

Alles noch viel schlimmer? Bern steht mit seiner extrem hohen Belastung an krebserregendem Feinstaub nicht alleine da: In anderen Städten wird einfach anders gemessen.

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Die Zahlen sind alarmierend: Alleine in den vergangenen drei Monaten wurden
die Feinstaub-Grenzwerte in Bern 37-mal überschritten (20 Minuten berichtete). Damit bildet Bern aber keine Ausnahme.

«Alles eine Frage des Messstandortes», sagt Karl-Heinz Gerber vom Amt für Umweltschutz. «Würde in Zürich oder Basel auch an solch extremen Standorten gemessen, wären die Werte wohl gleich hoch.» Das Messgerät des Bundes steht in Bern nämlich an der windarmen Hauptverkehrsachse beim Bollwerk, in vielen anderen Städten aber an wenig befahrenen Stellen.

Dass Bern durch die Messwerte in ein schlechtes Licht gerückt wird, ist Hugo Amacker vom Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft bewusst: «Man muss tatsächlich Gleiches mit Gleichem vergleichen.» Mit den unterschiedlichen Standorten sollten jedoch alle Stufen der Luftbelastung repräsentiert werden.
Trotzdem: «Es muss etwas geschehen», sagt Karl-Heinz Gerber vom städtischen Amt für Umweltschutz. In der EU gilt: Werden Feinstaub-Grenzwerte mehr als 35-mal pro Jahr überschritten, können die Behörden Massnahmen wie Fahrverbote anordnen.

Raffaela Moresi