Verschüttet

10. Januar 2019 18:00; Akt: 10.01.2019 23:06 Print

19-Jähriger verlor in Baugrube sein Leben

In einem Berner Bauerndorf ereignete sich ein tragischer Unfall: Ein Mann wurde bei Aushubarbeiten verschüttet – dabei kam der 19-Jährige ums Leben.

In Häutligen BE ereignete sich am vergangenen Dienstag ein schrecklicher Arbeitsunfall. (Video: 20M)
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Die rote Grabkerze, die an der Gutstrasse neben einer Baugrube im Schnee leuchtet, sticht einem ins Auge: Sie soll an den 19-jährigen L.* erinnern. Der junge Mann starb dort am Dienstagabend bei Aushubarbeiten. Dies, weil er – in der rund drei Meter tiefen Grube stehend – von lockerem Nagelfluh-Gestein verschüttet wurde.

Trotz dem Einsatz von drei lokalen Feuerwehren und der Mithilfe von anwesenden Freunden gab es für den jungen Handwerker keine Rettung mehr – «bereits bei der Bergung war klar, dass der Mann tot ist», sagt ein Feuerwehrmann.

Für die Häutliger Bauerfamilie, der der junge Mann bei den Bauarbeiten zur Hand ging, ist der tragische Vorfall unbegreiflich. «Wir können es gar nicht glauben», schreibt einer der Betroffene auf Facebook. Freunde reagieren mit Beileidsbekundungen.

«Die schrecklichen Bilder prägen sich ein»

Auch für die Einsatzkräfte, die zum Unfallort gerufen wurden, ist der Vorfall schwer zu ertragen; man habe deshalb vor Ort möglichst wenige Feuerwehrleute direkt zur Grube geschickt. Die meisten Einsatzkräfte kannten den 19-Jährigen nämlich – «das ist emotional noch viel schwerer zu ertragen», sagt Wichtrachs Feuerwehrkommandant Peter Hofmann.

«Einerseits ist da die Trauer, dann gibt es gleichzeitig auch noch diese schrecklichen Bilder.» Während man mit der Trauer irgendwie umgehen könne, sei es mit den visuellen Erinnerungen schwieriger – «diese brennen sich in den Gedanken ein», sagt Hofmann.

So steht nicht nur der betroffenen Familie aus Häutligen und den Verwandten und Freunden des verstorbenen Berners ein Care Team zur Verfügung; auch den Einsatzkräften wird psychologische Hilfe angeboten. «Nach solch traurigen Vorfällen ist es wichtig, miteinander zu sprechen», weiss der Kommandant.

*Name der Redaktion bekannt

(20 Minuten)