«Zaffaraya 3.0»

13. März 2011 22:59; Akt: 13.03.2011 22:44 Print

Film über Berner Alternativ-Kultur

Tränengas, Krawalle und sieben Berner, die versuchen, nach ihren Vorstellungen zu leben: Der Film «Zaffaraya 3.0» beleuchtet ein Stück Stadtgeschichte.

storybild

«Zaffaraya 3.0» zeigt, was aus den Jugendlichen geworden ist.

Fehler gesehen?

Seit fast 30 Jahren dokumentiert Andreas Berger die Berner Jugendbewegung. Früher mit einer Super-8-Kamera und anwaltschaftlichem Eifer gegen die Staatsgewalt, später mit einem professionellen Filmteam aus einer neutraleren Perspektive – und nun entstand mit dem mittlerweile vierten Streifen unter dem fast versöhnlichen Titel «Zaffaraya 3.0» auch eine Art Heimatfilm. Er zeige den Wandel, den die Alternativkultur seit den Krawallen ums Zaff und AJZ durchgemacht habe, erklärt Berger: «Heute ziehen die Wagenburgen diskussionslos weiter und die Stadt toleriert sie.»

Auch der Umgang zwischen Autonomen und Polizei habe sich entkrampft. «Die Spannungen und Eskalationen, die wir bis 1999 hatten, liessen keine Gespräche zu», erinnert sich Polizist Alfred Rickli (58). Er ist einer von sieben Hauptfiguren, die der Film porträtiert. «Weil ich einen Vertrauensvorschuss geniesse, konnte ich nahe an diese Menschen ran», so Berger. Die meisten Protagonisten sind bei der ausverkauften Vorpremiere im Reitschulkino dabei. Polizist Rickli schaut den Film aber lieber am 19. März im Kino Kunstmuseum. Bergers Kommentar dazu: «Trotz Annäherung – kleine Spannungen bleiben halt noch.»

www.zaffaraya-film.ch

(pec/mar/20 Minuten)