«Wir mussten dreimal hinschauen»

26. Juni 2018 10:55; Akt: 18.07.2018 16:59 Print

Was macht ein Flamingo in der Nacht mitten in Bern?

Eine Leser-Reporterin traute ihren Augen nicht, als sie in der Nacht auf Dienstag in der Innenstadt einen Flamingo antraf. Polizisten brachten den Vogel zurück ins Dählhölzli.

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In der Nacht auf Dienstag sichtete eine Leser-Reporterin am Berner Casinoplatz einen Flamingo. Zwei Polizisten hätten den Vogel dann eingefangen, eine Jacke über ihn gelegt und den Flamingo in einem sehr feinen Sack im Auto verstaut. Das Tier war aus dem Tierpark Dählhölzli ausgebrochen, wie Direktor Bernd Schildger bestätigt. Beim Abflug? Eine andere Leser-Reporterin sichtete (denselben?) Flamingo am Berner Himmel. Es ist nicht das erste Mal, dass Tiere aus dem Dählhölzli abhauen: Im Juli 2015 war ein Pelikan aus dem Tierpark ausgebüxt und sorgte im Freibad Marzili für Aufsehen. Im Sommer 2014 brach ein junger Pelikan aus: Dank dem hohen Wasserstand konnte er die Abschrankung ums Gehege ganz leicht überwinden. (Symbolbild) Anfang 2008 gelang einem Bezoar-Ziegenbock eine spektakuläre Flucht aus dem Berner Tierpark Dählhölzli.. Gejagt von einer Tierpark-Eingreiftruppe türmte der Ausreisser via Thunplatz übers Schwellenmätteli bis ins Marzili. Beim Jahrhunderthochwasser 2005 entwich ein Fischotterpaar aus dem Berner Tierpark: Die beiden leben heute nicht mehr in der freien Natur: Das Männchen wurde später wieder eingefangen, das Weibchen eines Tages tot aufgefunden. (Symbolbild) Gut zehn Jahre später wurden zwei wilde Fischotter an der Aare lokalisiert, die mögliche Nachkommen der entwischten Tiere sein könnten. Beim Hochwasser von 1999 hauten einige Biber aus dem Dählhölzli ab. Die Population breitete sich aus und sorgte wegen der durch sie entstandenen Schäden bis in den Kanton Basel-Landschaft für Kopfzerbrechen. Beim Sturm Burglind im Januar 2018 wurde das Wolfsgehege beschädigt. Kurze Zeit waren erst fünf der sechs Tiere eindeutig identifiziert. Tierparkdirektor Bernd Schildger: «Wölfe verlassen ihr Rudel nur sehr selten, in solchen Extremsituationen erst recht nicht.» Bereits 1999 beim Orkan Lothar wurde das Gehege beschädigt und die Wölfe blieben im Rudel zusammen im Gehege.

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«Wir mussten dreimal hinschauen», sagt die Leser-Reporterin und lacht, «so überrascht waren wir, einen rosaroten Vogel in der oberen Altstadt zu sehen.» Sie habe dann mit dem Auto angehalten, um das Tier nicht zu erschrecken.

«Kurz flog der Flamingo in der Bauunterführung auf, er war wohl etwas gestresst», erinnert sich die Frau. Kurz darauf hätten zwei Polizisten den Vogel an der Amtshausgasse eingefangen: Sie hätten eine Jacke über ihn gelegt und den Flamingo in einem feinen Sack im Auto verstaut.

«Nicht alle Vögel sind flugunfähig gemacht»

Doch woher kam der rosa Vogel? Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Dählhölzli-Direktor Bernd Schildger: «Ja, der Flamingo stammt aus dem Tierpark. Die Polizisten haben sehr gut reagiert und den Tierfund danach beim 24 Stunden-Notfalltelefon gemeldet.» Mittlerweile sei der Vogel wieder in seinem angestammten Gehege.

Dass der Flamingo ausbrechen konnte, liege daran, dass seine Flügel nicht gestutzt seien. Schildger: «Flamingos sind Gruppentiere. Wenn da 20 bis 30 Prozent der Tiere nicht abhauen können, reicht das meistens, damit dies der Rest auch nicht tut.» Aus diesem Grund seien nicht alle Vögel flugunfähig. Dem kürzlich aus Basel zugezogenen Flamingo war das offensichtlich egal und er machte sich auf einen Streifzug durchs nächtliche Bern.

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hindi am 26.06.2018 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Identitätsproblem

    Der Flamingo dachte wohl, er sei ein Doppeladler

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  • J.D.S am 26.06.2018 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Jööö, Heimweh

    Er fand keinen Anschluss in Bern und wollte zurück zu seinen Freunden nach Basel.

  • Pit Z. am 26.06.2018 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts los in Basel

    Ist wohl ein Party Vogel.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Rüdiger am 26.06.2018 15:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profi spricht

    Kein Flamingo aber ein sehr kranker und offensichtlich am Flügel verletzter Schwan. Jaja Flamingo! Holt die Ghostbusters.

    • Cira1206 am 26.06.2018 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Rüdiger

      Bei Fiehlmann gibt es Brillen, Ferngläser etc. Genaues hinschauen würde helfen.

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  • Heidi Heidnisch am 26.06.2018 13:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jumanji

    Motorfahrzeuge verbieten und sofort alle gefangenen Tiere freilassen. Die Bibel hat unrecht, die Welt gehört NICHT dem Mensch allein!

    • Steffi am 26.06.2018 15:14 Report Diesen Beitrag melden

      @Heidi

      Oder einfach Heidi einsperren :) Ist einfacher und kostengünstiger , bitte für den tipp , mach ich doch gerne ! Etwas mehr Realitätsinn wäre noch vorteilhaft

    • Heidi Heidnisch am 26.06.2018 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Steffi

      Das Konzept der Realität ist absolut relativ. Von was für einem Sinn sprichst Du?

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  • Ralph am 26.06.2018 13:18 Report Diesen Beitrag melden

    Beatrice Egli

    Als Flamingo getarnt ;-)

  • Nachtwandler am 26.06.2018 13:17 Report Diesen Beitrag melden

    Was macht der schon?

    Nehme an, dass er einen Freier sucht!

    • Z. Hälter am 26.06.2018 13:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Nachtwandler

      Welche bezahlen den besser. Die in Basel oder Bern..

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  • Heavy Metal am 26.06.2018 12:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lied

    So herzig! Ein Flamingo, auf den Strassen der Hauptstadt! Bei Mondschein und Sternenhimmel...ich glaub ich mach daraus einen Schlager!

    • Tja..... am 26.06.2018 23:15 Report Diesen Beitrag melden

      @Heavy Metal

      Wenn du daraus einen Schlager machst, nenn dich aber bitte um ;)

    • Heavy Metal am 27.06.2018 02:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tja.....

      Oh stimmt!

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