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11. Oktober 2018 13:51; Akt: 11.10.2018 13:51 Print

Airlines fassen Flughafen Bern-Belp ins Auge

Gleich zwei neue Flugunternehmen wollen in Bern Fuss fassen. An normale Städtereisende richtet sich das Angebot jedoch eher nicht.

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Nach dem Konkurs der Airline Skywork bekunden bereits erste andere Fluggesellschaften Interesse ab Bern-Belp zu fliegen. Wie «der Bund» berichtet, hat etwa das Unternehmen Jetclass das Belpmoos ins Auge gefasst.

Das Startup-Unternehmen bietet jedoch keine gewöhnlichen Linienflüge, sondern Plätze in einem Privatjet, die von den Kunden einzeln gebucht werden können. Die Preise für Flüge nach München und London variieren zwischen 490 und 590 Euro pro Weg.

Flüge fliegen bereits ab einer Reservierung

Bei Jetclass handelt es sich um einer virtuelle Airline. Denn die Flugzeuge werden gechartert, Piloten und Bordpersonal sind also nicht beim Unternehmen angestellt. Die angebotenen Verbindungen würden durch die Analyse von grossen Mengen an Flugdaten ermittelt. «In Bern müssen wir nun schauen, wie unser Angebot aufgenommen wird», so Mitbegründer Vladislav Zenov.

Die ersten Jetclass-Flüge hoben schon vor drei Wochen ab. Aktuell sind Verbindungen bis Ende November buchbar. Das Unternehmen garantiert, dass der Flug bereits ab einer einzigen Reservierung durchgeführt wird – was für das Unternehmen allerdings ein Verlustgeschäft wäre. Je nach Nachfrage wird jedoch ein kleinerer oder grösserer Jet eingesetzt. Ab vier Reservierungen fliegt eine Cessna Citation XLS mit Platz für acht Personen.

Die Suche nach Fluggesellschaften

Der Flughafen Bern-Belp sucht derzeit nach in- oder ausländischen Fluggesellschaften, die das Belpmoos anfliegen möchten. Werden keine gefunden, ansonsten drohen dem Flughafen einschneidende Sparmassnahmen.

Wie die «Berner Zeitung» berichtete, plant derzeit noch eine zweite virtuelle Airline, Flüge ab Bern-Belp anzubieten. Die erst kürzlich in Genf gegründete La Nova will ab Anfang nächsten Jahres zehn Destinationen anfliegen: Figari, Hamburg, Hyères, Ibiza, London, München, Nizza, Olbia, Palma und Strassburg.

Die neue Airline wurde vor einem Jahr gegründet und wollte ursprünglich bereits im Oktober die ersten Flüge ab Bern-Belp anbieten. Dies verschiebt sich nun auf Anfang nächsten Jahres. Neben Bern will das neue Unternehmen auch ab Genf, Zürich und Antwerpen fliegen. La Nova will die Lücke zwischen klassischen Fluglinien und Businessjet-Firmen schliessen. Die Fluggesellschaft sieht sich als Premiumanbieter und will mit personalisiertem Service, extrem kurzen Wartezeiten und Luxus im Flugzeug punkten. Das alles hat jedoch seinen Preis. Wie «Aerotelegraph» schreibt, schlägt etwa ein Ticket für die Strecke Genf–Dinard (Bretagne) mit mindestens 990 Franken zu Buche.


(rc)