Bern

06. September 2016 17:16; Akt: 06.09.2016 17:17 Print

Fliegender Kater bringt Tierschützer auf die Palme

Bart Jansen lässt seinen Kater, den er zu einer Drohne umgebaut hat, am Berner «Mad Scientist»-Festival steigen. Was die einen freut, schreckt Tierrechtler auf.

Über Bart Jansen und seine Tierdrohnen wurde schon mehrfach berichtet.
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Kater Orville guckt dumm aus der Wäsche. Klar: Das verstorbene Tier wurde von seinem Herrchen Bart Jansen zu einem Flugobjekt umgebaut. Der Künstler kommt mit seinem 2011 erfundenen «Catcopter» nun nach Bern und lässt Orville diesen Freitag am «Mad Scientist»-Festival fliegen.

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«So etwas ist einfach nur pervers. Hier fehlt jeglicher Respekt dem Tier gegenüber», meint Tierrechtlerin Edith Zellweger. Sie zeigt sich ob dieser «abscheulichen Form der Wiederverwertung» erschüttert. Oft würden solche Künstler, die mit toten Tieren provozieren wollen, auch noch staatlich subventioniert. Zellweger: «Das ist ein Armutszeugnis.»

«Zum Nachdenken anregen»

Roland Fischer, Mitorganisator des «Mad Scientist»-Festivals, teilt diese Meinung keineswegs. «Thema des Festivals ist die Beziehung zwischen Mensch und Maschine. Wir finden Jansens Ansatz spannend, scheinbar unvereinbare Kategorien wie Leben und Tod, Belebtes und Unbelebtes zu vermischen. Das soll die Zuschauer nicht bloss unterhalten, sondern auch zum Nachdenken anregen.»

Letzte Ehre für das tote Tier

Seine tote Katze zu einem Fluggerät zu verarbeiten, ist Jansen nicht schwergefallen: «Orville wurde ein Jahr zuvor von einem Auto überfahren und wir lagerten ihn im Gefrierfach. Bis zum Start des Projektes ist ein Jahr vergangen und somit war auch die Trauerzeit vorbei», sagt er im Interview mit der «Berner Zeitung». Wie er in einem Youtube-Video erklärt, will er dem Kater auf diese Weise die letzte Ehre erweisen.

Am Freitag will Jansen nicht nur Katze Orville steigen lassen, sondern auch einen toten Strauss. Zuhause bleiben musste hingegen der Dachs – sein Motor ist kürzlich explodiert.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Worm77 am 06.09.2016 17:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tierschützer

    Meine Güte! Man könnte ja meinen.... Das Tier ist tot! Wäre was anderes, wenn er ein lebendes Tier an ne Drohne binden würde. Worüber regt ihr euch auf?

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  • Dave am 06.09.2016 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Tierschutzq

    Wenn der Tierschutz seine Mittel dazu aufwendet tote Tiere zu schuetzen dann werden die Prioritaeten falsch gesetzt. Beschraenkt euch bitte auf lebende Tiere und versucht die zu schuetzen, die brauchen es naemlich.

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  • Schütze am 06.09.2016 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Andersartig

    Früher wurden solche Leute mit dem "Gälbe Wägeli" abgeholt. Heute wursteln sie sich als Künstler durchs Leben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mansaylon am 07.09.2016 06:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totenkultl?

    Solche sogenannten Tierschützer sollten sich besser auf Kadaverschützer umbenennen. Manche Gruppierungen versuchen einfach mit allen Mitteln sich in Szene zu setzen. Der Schutz von lebenden Tieren macht meiner Meinung nach mehr Sinn.

  • Trucker83 am 07.09.2016 06:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich sag euch jetzt mal was. 

    an die tierschützer: wen ich ich tot bin, ist es mir sowas von egal, was mit meinem körper (leere hülle) weiter geschied. ich spührs ja dan nicht mehr.

  • Gamma am 06.09.2016 23:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mümümü

    Also ich bin ja auch für den Tierschutz, aber wenn das stört ist echt nicht mehr zu helfen.

  • Mina am 06.09.2016 23:02 Report Diesen Beitrag melden

    Lustiges Bild

    Ich muss jedes Mal lachen, wenn ich den fliegenden Kater sehe ;-)

  • Daniel Kolb am 06.09.2016 22:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts mit Kunst zu tun

    Ich find diese Aktion auch nicht so prickelnd,doch in diesem Catcopter ist keine Seele vorhanden,nur eine leere Hülle,ähnlich wie die Körperwelten wo die menschliche Hülle als Kunst verkauft wird.Den einen gefällts den anderen nicht.