E-Prix 2019

05. September 2018 05:38; Akt: 05.09.2018 05:38 Print

«Eine Route durch die Innenstadt ist undenkbar»

Schon nächstes Jahr könnte Bern der nächste Austragungsort des E-Prix werden. Eines Autorennens, bei dem sich elektrisch betriebene Fahrzeuge in ihrer Leistung messen.

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Bern galt bis 1954 als die Formel-1 Stadt der Schweiz. Jedes Jahr trafen sich hier Fans und Fahrer des Motorrennsports, um sich beim Grand Prix Suisse gegeneinander zu messen. Findet Bern nun zu alter Grösse? Bereits nächsten Sommer soll die Stadt Bern nach Zürich der nächste Austragungsort des E-Prix eines Formel-E Rennens mit elektrischen Boliden werden.

Die Route ist noch unklar

Fahrzeuge mit leistungsstarken Motoren, die Geschwindigkeiten von 220 Stundenkilometern erreichen können, sollen bald durch Bern kurven. «Es wird eine Show für alternative Motoren, die zeigt, dass es auch Mobilität ohne Verbrennungsmotor gibt. Das ist für mich ein spannender Ansatz», so Umweltdirektor Reto Nause gegenüber 20 Minuten. Sollte der Anlass so tatsächlich in Bern realisiert werden können, werden laut Nause bis zu 100'000 Personen erwartet: «Dann rechnen wir auf jeden Fall mit vollen Hotels.»

Bis der Event im nächsten Jahr Tatsache wird, bleibt jedoch noch ein Haufen arbeit: «Wir suchen momentan Lösungen für eine mögliche Route», so Nause. Da es in Bern viele Pflastersteinstrassen und Tramschienen gebe, sei eine Route durch die Innenstadt praktisch undenkbar.

Ausserdem sei der öffentliche Verkehr rund um den Berner Bahnhof so dicht getaktet, dass er laut Reto Nause «zu stark tangiert» würde. Desweiteren muss der Vorstoss erst noch vom Gemeinderat durchgewinkt werden. Wann der Entscheid fallen werde, steht laut Behörden noch in den Sternen.

Gemeinderat steht dem Event positiv gegenüber

Grundsätzlich steht der Gemeinderat dem Event positiv gegenüber. Im Stadtrat fallen die Reaktionen der Politiker unterschiedlich aus. Maurice Lindgren (Stadtrat Junge GLP) begrüsst den Event, der 2019 in Bern über die Bühne gehen soll: «Es ist nicht nur ein Rennen. Es geht dabei um das promoten einer neuen Technologie und einen Wettbewerb um Aufmerksamkeit für nachhaltigere Mobilität», so der gelernte Automechaniker.

Langfristig gesehen würde die Menschheit so oder so auf elektrische Motoren umsteigen müssen. «Es ist eine grossartige Gelegenheit, die fortschrittliche Technik der breiten Bevölkerung vorzustellen», so Lindgren.

Auch andere Parteien wie die SP begrüssen die Weiterentwicklung der E-Mobilität. Trotzdem übt Marieke Kruit, Co-Fraktionspräsidentin der SP der Stadt Bern, leise Kritik am Event: «Ich frage mich, ob es hierfür solche Rennen in dichtbesiedelten Städten wie Bern braucht», sagt Kruit gegenüber der «Berner Zeitung». Sie denke bei E-Mobilität in erster Linie nicht an Autorennen, sondern an elektrische betriebene Busse und Kehrichtwagen, aber auch an Velos und Personenwagen.

(rc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DL am 05.09.2018 08:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Von wegen ohne....

    Ohne Verbrennungsmotor.... Son shiit! Dabei werden zum Laden der Dinger Generatoren aufgestellt. Und die sind garantiert mit Diesel betrieben und auch nicht Euro6 konform....

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  • D.F. am 05.09.2018 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auf dem Flughafen hats platz

    Da wär doch der Flughafen eine gute Alternative, den braucht bald eh keiner mehr

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  • Züri Leu am 05.09.2018 08:03 Report Diesen Beitrag melden

    Richtiger Entscheid von den Zürchern

    Die Zürcher haben richtig entschieden es nicht zu wiederholen! Es war ein netter Versuch und man hat es ausprobiert, doch Zürich ist nicht dafür geeignet und der Aufwand ist zu gross. So ein Rennen gehört auf eine richtige Rennstrecke und der ganzen Infrastruktur!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mr. Spock am 05.09.2018 10:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leider konnte mir bis heute

    noch niemand eine durchführbare Antwort auf die Frage geben wo wir denn all den Strom hernehmen wenn alle ein E-Auto täglich laden wollen. AKWs werden wir keine mehr haben

  • Stefan Brunner am 05.09.2018 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Technologie???

    Die Erfindung des Elektroauto ist über 100 Jahre alt. Klar sind Akku und Motoren besser geworden. Das Laden benötigt jedoch mehr Strom wie der Akku nachher abgeben kann. Ungenutzt hat auch jeder Akku eine Gewisse Selbstentladung. Wir Schweizer sind schon ein lustiges volk. Zocken mit unseren Banken die halbe Welt ab damit wir uns mit solchem Schwachsinn ein reines Gewissen kaufen können. Wir können unsere AKW dicht machen, wir haben ja genug Geld um höchstpreise für Importstrom zu bezahlen damit die Versorgung gewährleiset wird. Dann können die Grünen Braunkohle fahren.

  • Tim am 05.09.2018 10:24 Report Diesen Beitrag melden

    Andere Probleme

    Die hälfte weint wegen den Diesel- Generatoren und Umweltverschmutzung. Wart ihr schon einmal an einem tractor pulling? Solche Events gibt es zu haufen in der Schweiz. Vielleicht sollte man zuerst dort ansetzen.

    • Peter Baumann am 05.09.2018 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Tim

      Ja klar! Und nicht noch neue fragwürdige Rennen einführen! Motorsportrennen sind so etwas von unnötig und kontraproduktiv!

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  • Miriam am 05.09.2018 10:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überflüssige Energie Verschwendung

    Das sind doch keine Rennen für Männer. Die sollen mit ihren Spielzeug Autos spielen.

  • Viktor Gilli am 05.09.2018 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Elektro-Renn-Schrott!

    Was sollen nun solch unsinnigen Rennen mit Elektroschrott durch unsere Innenstädte? Wer übernimmt bei einem Unfall die Betreiber-Haftung? Der Staat? Der Kanton? Die Gemeinde? Die Grünen? Die SP? Niemand? Das habe ich mir gedacht!

    • Peter Baumann am 05.09.2018 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Viktor Gilli

      Genau. Und wird das finanziert? Aus dem Lastenausgleich, da Bern ja eh kein Geld hat? Ich als Steuerzahler möchte Solches keinesfalls finanzieren helfen!

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