Angeschossene Frau in Thun

26. Januar 2020 15:45; Akt: 26.01.2020 16:59 Print

«Ich dachte die Schüsse kommen aus dem TV»

Am Samstagmittag kam es in Thun BE zu einer Schussabgabe. Eine Frau wurde in kritischem Zustand ins Spital gebracht. Ein tatverdächtiger Mann wurde festgenommen.

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Im Thuner West-Quartier waren am Samstag laute Schüsse zu hören. Kurz vor Mittag ging bei der Kantonspolizei Bern die Meldung ein, bei der Bürglenstrasse sei eine Frau durch einen Schuss schwer verletzt worden – Nachbarn hatten die Polizei alarmiert. Als die Uniformierten am Tatort ankamen, trafen sie auf eine Frau mit Schussverletzungen, die bereits von Anwohnern betreut wurde. Sie musste nach der medizinischen Erstversorgung mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden. Ihr Zustand war zu diesem Zeitpunkt kritisch.

Im Mehrfamilienhaus konnte die Polizei einen tatverdächtigen Mann festnehmen, auch eine Schusswaffe wurde sichergestellt. Laut der Kantonspolizei Bern ist nach ersten Erkenntnissen «von einem Beziehungsdelikt auszugehen».

Recherchen von 20 Minuten ergaben, dass es sich beim Opfer um eine junge Mutter aus Sri Lanka handelt. Sie lebt mit ihrer Tochter in einem Mehrfamilienhaus an der Bürglenstrasse in Thun.

«­Nie einen Mann gesehen»

In der Nachbarschaft zeigt man sich über die jüngsten Ereignisse schockiert: «Ich schaute gerade das Skirennen, als ich zweimal einen lauten Knall hörte. Ich dachte, die Geräusche kommen aus dem Fernseher», so ein Bewohner des Mehrfamilienhauses. Kurz darauf hätte ihn ein Nachbar angerufen und gesagt, er solle die Tür verriegeln: «Er sagte mir, dass sich vor der Türe gefährliche Szenen abspielten.» Kurz darauf sei bereits die Polizei eingetroffen. Um wen es sich beim mutmasslichen Schützen handelt, wisse er nicht: «Die Frau und ihre Tochter lebten alleine in der Wohnung. Ich habe nie einen Mann bei ihnen gesehen.»

Eine andere Anwohnerin hat erst in der Zeitung vom Vorfall erfahren – die Meldung habe sie schockiert: «Es ist wirklich traurig, was da passiert ist. Ich war den ganzen Nachmittag zu Hause, habe aber nichts gehört.» Nachdem in den Medien stand, dass sich die Ereignisse an der Bürglenstrasse abspielten, hätten sich mehrere Verwandte bei ihr gemeldet, um zu fragen, ob alles in Ordnung sei. «Es ist echt beunruhigend, wenn so etwas fast vor der eigenen Haustüre passiert.»

(sda)