Witwenrente gekürzt

07. Oktober 2019 10:51; Akt: 07.10.2019 14:39 Print

Mutter und Kind zahlen für den Fehler des Vaters

Weil einer Witwe und ihrem Sohn nach dem Unfalltod des Vaters die Hinterlassenen-Rente um die Hälfte gekürzt wurde, wehrten sie sich vor Gericht – und mussten eine Niederlage einstecken.

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Der schwere Verkehrsunfall ereignete sich am 17. Juni 2017 zwischen Trin und Tamins im Kanton Graubünden: Mit seinem Töff überholte ein Berner erst einen BMW und dann noch einen Lastwagen. In der leichten Kurve übersah er einen Subaru, der ihm entgegenkam. Es kam zur Kollision, bei der der Töfflenker in die Leitplanke geschleudert wurde und noch vor Ort verstarb.

Die Unfallversicherung Allianz kürzte der 35-jährigen Witwe und ihrem achtjährigen Sohn die Hinterlassenen-Rente um die Hälfte – und damit um das gesetzlich erlaubte Maximum. Damit erhalten sie 1019 Franken weniger pro Monat. Die Begründung der Versicherung: Der Verstorbene habe die Verkehrsregeln grob verletzt und sich «bedenkenlos über die Interessen der anderen Verkehrsteilnehmer hinweggesetzt».

Höhe der Kürzung sei Sache der Versicherungen

Weil sich die Hinterbliebenen gegen die Rentenkürzung wehrten, kam die Sache vor das Verwaltungsgericht. Dieses erachtet das Vorgehen der Allianz jedoch als rechtens, wie die «Berner Zeitung» berichtet. Punkto Rentenkürzungen gelte je nach Versicherung eine andere Praxis – die Höhe zu bestimmen, sei Sache der Versicherungen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Ob die Frau es weiterzieht, ist laut ihrem Anwalt noch offen.

Was halten sie vom Entscheid der Versicherung und des Verwaltungsgerichts? Erzählen Sie es uns in der Kommentarspalte.

(sul)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Asdf am 07.10.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Aber die Beiden können nichts dafür und sind schon genug gestraft durch den Verlust des Ehegatten/Vaters. Muss man die jetzt wirklich noch so strafen?

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  • RMG am 07.10.2019 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfair

    Da die Familie schon durch den Tod des Vaters bestraft ist, ist diese zusätzliche Strafe für die unschuldigen Angehörigen sehr unfair!

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  • grimmer am 07.10.2019 12:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lobby

    soviel zum wer eines menschen. die finanzlobby hat wieder zugeschlagen, kassieren wie die weltmeister, aber wenn es ums zahlen geht überall kürzen wo es nur geht. bravo. und der statt unterstützt das auch noch.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Petrus am 07.10.2019 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Wo ist das problem?

    Das sind die folgen von fehlverhalten. Hart aber für mich verständlich.

  • Maus am 07.10.2019 19:38 Report Diesen Beitrag melden

    Xxx

    Vielleicht gibt dieser Entscheid einigen Verkehrsteilnehmern mit Angehörigen zu denken wenn sie am rollenden Strassenverkehr teilnehmen.

  • annachris am 07.10.2019 14:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hinterbliebene Rente

    ist ja nichts neues abzocken auch nach den tot ,erst jahrelang kassieren und dann sich weigern zu zahlen ,schaut euch nur mal die Leute von der Versicherungen an egal welsche Versicherung ,die leben in saus und brauchst und das auf kosten der Versicherten ,kenne auch Leute die bei einer Versicherung Arbeiten ,die meisten Mitarbeiter haben Haus mehre Autos und ein dickes Konto , echt traurig für die Hinterbliebenen ,schämt euch ,ihr abzocken

  • panthomas am 07.10.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das Echo aus dem Wald

    Der Entscheid des Gericht unterstützt mit diesem Entscheid, die willkürlichen Gepflogenheiten des Versicherungsgewerbe. Dazu stellt sich das Gericht selbst über dass Gesetz, selbst dass ist ein Verstoss gegen die Rechtsordnung. Würde die Klägerin vors Bundesgericht ziehen, kann das Bundesgericht gemäss Gesetz nicht anders entscheiden, was Rechtens im Gesetzt steht. Dies würde unwillkürlich dazu führen, dass der Vorentscheidung durch die erste Instanz eine weitere Verurteilung des Bezirk- respektiv Kantonsgericht zu folge hat. Was dass heisst ist wohl klar !

  • Renate Schertenleib am 07.10.2019 14:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rsch

    Nicht die Versicherung ist schuld, der Vater hat gewusst, dass er Familie hat und hat trotzdem sein Leben aufs Spiel gesetzt.

    • Mutter am 07.10.2019 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Renate Schertenleib

      Kann die Familie nichts dafür

    • Amoi am 07.10.2019 19:25 Report Diesen Beitrag melden

      Einfach Pech...

      Natürlich.. er ist absichtlich in ein entgegenkommendes Auto gefahren..!!! Es war ein Unfall... einfach dumm gelaufen...!! Urteilen Sie nicht über eine Person, die Sie nicht kannten!!! Danke

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