«Premiere für die Schweiz»

15. Februar 2020 18:37; Akt: 15.02.2020 18:37 Print

Medizin-Studenten geben für 15 Franken Ratschläge

Neu bieten Studenten in Freiburg Gesundheitssprechstunden an. Das Angebot soll andere Studenten motivieren, besser auf sich zu achten.

Im Video wird erklärt, wie das Angebot genau funktioniert. (20Minuten / km)
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Die Fachhochschule für Gesundheit und die Universität Freiburg lancieren am kommenden Dienstag das gemeinsame Projekt Cosamo (Consultation Santé Mozaïk). Zweimal wöchentlich werden Gesundheitssprechstunden von Studenten für Studenten angeboten, wie die «Freiburger Nachrichten» berichteten.

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15 Franken für eine Sprechstunde

Wie soll das genau gehen? «Studenten dürfen mit diversen Anliegen zu den Sprechstunden erscheinen, solange es sich nicht um Notfälle handelt», so Nataly Viens Python, Direktorin der Hochschule für Gesundheit. Studierende im Bereich Medizin, Osteopathie und Krankenpflege aus dem dritten Bachelorjahr oder dem ersten Master-Jahr führen die Gesundheitssprechstunden durch und nehmen sich der Gebrechen ihrer Kommilitonen an.

Unterstützt werden die Studenten, die die Sprechstunde abhalten, von erfahrenen Ärzten. «Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und anschliessend wird der Patient bei Bedarf an eine geeignete Einrichtung weitervermittelt.»

Vom Angebot können Auszubildende und Studenten ab 18 Jahren aus aller Welt profitieren. «Für die Sprechstunde werden 15 Franken verlangt», sagt die Direktorin. Die Beratung an sich ist kostenlos, das Geld wird für das Material bei den Untersuchungen verwendet.

«20 Prozent der Studenten haben gesundheitliche Probleme»

Das Projekt ist weit mehr als eine Übung für die angehenden Mediziner: «Studien haben gezeigt, dass rund 20 Prozent der Studenten gesundheitliche Probleme haben und sich nicht behandeln lassen», erklärt Viens Python – «sie wollen nicht zu lange in der Permanence warten oder es ist ihnen schlicht zu teuer.» Aus diesem Grund sei das Projekt Cosamo ins Leben gerufen worden: «Mit diesem Angebot wollen wir junge Menschen motivieren, auf ihre Gesundheit zu schauen.»

Und natürlich würde das Angebot auch den Studenten, die die Sprechstunden anbieten, viel bringen. «Es ist eine Möglichkeit, sich weiterzubilden», sagt Viens Python. Sprechstunden seien selten Thema in den Praktika der Studenten, dieses Projekt soll dies ändern.

Sprechstunde von Studenten für Studenten

Keine Konkurrenz für die Ärzte

Viens Python hält fest: «Unser Projekt ist keine Konkurrenz für die Ärzte in Freiburg und hat auch nicht die Absicht, das zu werden.» Das Angebot sei nur dazu da, einmalig genutzt zu werden. Die Studenten, die vorbeikommen, werden – wenn nötig – weitervermittelt. Zudem teilten sich die Verantwortlichen des Projekts mit den Ärzten in Freiburg aus. Die Idee habe auch dort Anklang gefunden.

«Es ist eine Premiere für die Schweiz», sagt Freiburgs Volkswirtschaftsdirektor Olivier Curty stolz. «Das Projekt ist innovativ und zeichnet sich durch viele Stärken aus», so der CVP-Politiker.

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dorothée Buchmüller am 15.02.2020 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medizin-Studenten

    Das finde ich Mal ne ganz innovatives Projekt wo alle davon profitieren. Ne Konkurrenz zu den Ärzten ist es sicher nicht eher eine Entlastung. Bravo toll.

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  • Fraz am 15.02.2020 19:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mit Vorsicht zu geniessen....

    Warum nicht, immer aber unter der Voraussetzung, dass "erfahrene Ärzte" Beistand leisten. Aber mit solchen kann man gelegentlich ja auch sein blaues Wunder erleben. Wer über längere Zeit mit ihnen zu tun hatte, der weiss vermutlich wovon ich rede......

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  • Rudd Wilston am 16.02.2020 02:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DOC ?

    Wauw Medizin Studis geben Auskunft wie mir geht . Ging letze Woche am Freitag 18 oo in die APOTHEKE mit meiner Tochter sie hatte eine Bindehaut Entzündung am linken Auge . Ich sagte dem Apotheker ich brauche Floxal Augentropfen und für die Augengel Floxal . Nein nein nein sie müssen zum Arzt . Im Spital Notfall schickten sie uns in eine Augenklinik auch in den Notfall inzwischen ist es 22 oo h . Nach einer Stunde warten kam ein Indischer Medizin Student der wusste nicht was geben ich sagte ihm Floxal er jaaa ok . 23 oo h wir gehen jetzt in die Notfall Apotheke die Floxal Augentropfen abholen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Kenner am 16.02.2020 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Mit Kranken wird gewaltig Geld gemacht

    Jeder muss sich selber um seine Gesundheit kümmern. Die Ärzte verschreiben nur Tabletten und machen einen neuen Termin ab. Für Operationen bekommen Ärzte zum Teil Provisionen von grossen Konzernen bezahlt, wenn implantiert wird. Insulinpumpen.... Die Krankenkassen sind wirklich Krankenkassen. Diese Bezeichnung stimmt gut. Die grossen Pharmafirmen auf der ganzen Welt brauchen immer mehr Patienten, damit sie noch mehr verdienen können. Alle Firmen, welche ungesunde Konsumgüter herstellen helfen ihnen dabei. Am Morgen Energy-Drink zum Wachwerden, danach den ganzen Tag süsses Blöterliwasser.

  • Bill am 16.02.2020 14:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dreifach abgezockt

    Das Schweizer Gesundheitssystem ist eine Katastrophe und auf dem Niveau von Schwarzafrika. Fr. 700.- Prämie pro Monat bezahlen und dann noch Fr. 15.- einem Praktikanten in die Hand drücken! Wie blöde sind die Schweizer eigentlich?

  • Pe am 16.02.2020 14:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Student

    Die besten Ärzte sind die alten Ärzte, weil sie am meisten Erfahrung haben! Ich will auf keinen Fall von einem Assistenten behandelt werden, dan. Verlasse ich mich schon eher auf mein eigenes Wissen

  • Sven O am 16.02.2020 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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  • Sven O am 16.02.2020 13:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
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