BERN

14. Dezember 2008 21:35; Akt: 14.12.2008 20:37 Print

Fussball-Hooligans toben sich bei fremden Klubs aus

von Sarah Jordi - Immer mehr Fussball-Hooligans machen auch bei Hockeyspielen Radau. Fanclubs und Polizei sehen darin einen gefährlichen Trend.

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Kürzlich randalierten YB-Fans bei einem Spiel des Eishockeyklubs Biel. Das ist keine Seltenheit mehr: Immer mehr gesperrte Fussballfans, oder ­solche, die Kontrollen im Heimstadion umgehen wollen, machen stattdessen an Hockeyspielen Randale, wie die «SonntagsZeitung» berichtete. Kapo-Sprecher Thomas Jauch bestätigt: «Wir haben mehr zu tun als früher. Es scheint ein Trend zu sein, in anderen Stadien Krawall zu machen.»

Auch dem SCB-Fanclub Fählibrätscher ist dies schon aufgefallen: «Das zieht die ganze Fankultur hinunter», kritisert Präsident Rudolf Aeschlimann. EHC-Biel-Anhänger wollen die Fussballfans zwar nicht aus ihrem Stadion verbannen, «aber man sollte Hooligans isolieren und Randalierer härter bestrafen.»

Noch kein Thema sind die «Krawall-Touristen» hingegen bei der Fanarbeit Bern: «Die Fans durchmischen sich sowieso. Ein YB-Fan kann doch auch SCB-Fan sein», so Fanarbeiter Rafael Ganzfried. «Falls solche Probleme zunehmen, müssten wir aber handeln.» Bei der Kapo hat man auf die steigende Anzahl von Risikospielen bereits reagiert: Kommandant Stefan Blättler bereitet einen Antrag zur Aufstockung der Stellen vor.