19-Jähriger verurteilt

20. Februar 2020 14:14; Akt: 20.02.2020 14:20 Print

Fussballer rennt betrunken durch Simplontunnel

Ein junger Mann verpasste nach einem Ausflug seiner Fussballmannschaft den Zug von Iselle (I) zurück nach Brig VS. Kurzerhand beschloss er, den Simplon zu Fuss zu durchqueren.

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Der feuchtfröhliche Teamausflug einer Walliser Fussballmannschaft endete im Juli 2019 ziemlich bizarr. Ein 19-jähriger Spieler wurde jetzt von der Staatsanwaltschaft Oberwallis verurteilt.

Der junge Mann hatte auf dem Heimweg von Domodossola (I) zurück ins Wallis den Anschluss an die Gruppe verloren. Am italienischen Grenzbahnhof Iselle war er aus dem Zug gestiegen und verpasste es, rechtzeitig wieder einzusteigen. So fuhr der 18-Uhr-Zug ohne ihn in Richtung Schweiz los.

Wie der «Walliser Bote» berichtet, entschloss sich der betrunkene Fussballer dann, den Heimweg ins Wallis zu Fuss durch den rund 20 Kilometer langen Simplontunnel in Angriff zu nehmen.

Ein gefährliches Unterfangen: Anfangs beleuchtete der junge Mann den Boden des Eisenbahntunnels noch mit seiner Handy-Lampe aus, doch schnell war der Akku leer. So hatte der Fussballer weder Licht noch die Möglichkeit, einen Notruf abzusetzen. Und so eilte der Betrunkene, sich der Wand entlang tastend, weiter und weiter durch den dunklen Tunnel.

Lokführer entdeckte den Betrunkenen

Nach gut zwei Stunden und gemäss Akten 17,5 Kilometern entdeckte ein heranfahrender Lokführer die Gestalt im Tunnel. Sofort erfolgte der Rettungseinsatz der BLS: Der Mann konnte in Sicherheit gebracht werden. Die ebenfalls ausgerückte Polizei stellte beim 19-Jährigen einen Alkoholwert von 2,4 Promille fest.

Doch der Fussmarsch – oder in Anbetracht der zurückgelegten Strecke eher Lauf – hat gröbere finanzielle Konsequenzen für den Sportler. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn eine Geldstrafe von 900 Franken ausgesprochen. Dies mit einer Probezeit von zwei Jahren. Überdies muss der Walliser eine Busse von 300 Franken sowie Verfahrenskosten von 1150 Franken zahlen. Doch nicht nur das: Der BLS muss der Verurteilte zudem mehrere Tausend Franken Schadensersatz zahlen. Denn wegen seines Marschs durchs Tunnel wurde der Schienenverkehr vorübergehend gesperrt. Mehrere Züge fielen aus und es kam zu grossen Verspätungen.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Max König am 20.02.2020 14:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hmm...

    Wohl eher bei km 17,5 von Seite Brig her gesehen, also ist der Gute ca. 2km weit gekommen. Mit 2,4 Promille 17,5km im komplett Dunkeln über Schotter wäre wohl absoluter Weltrekord.

  • Bibi Blocksberg am 20.02.2020 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Leistung

    Also jetzt ohne die Tat verharmlosen zu wollen - aber Hut ab Junge! mit 2.4 Promille (am Anfang wohl noch etwas mehr, innert 2 Stunden 17.5 km zu laufen und dass dann auch noch in einem Tunnel ohne Licht... grosses Kino!

  • TheWall am 20.02.2020 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Respekt. 2.4 Promille und 17.5 km tastend...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jan U. am 20.02.2020 18:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • Thom am 20.02.2020 18:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit?

    Natürlich erhält die BLS als Unternehmen Schadenersatz. Fällt ein Zug aus durch ein Problem seitens BLS erhält der Privatkune keinen Rappen... Verkehrte Welt.

  • InWallisWeTrust am 20.02.2020 18:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LEGENDE

    Der Typ hatte wohl mehr Glück als Verstand, aber diese legendäre Story wird ihm so schnell keiner nehmen.

  • TheWall am 20.02.2020 17:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respekt

    Respekt. 2.4 Promille und 17.5 km tastend...

  • Nationless am 20.02.2020 17:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hätte ich auch gedacht aber nie gemacht

    Auch mich würde es reizen durch einen langen Tunnel wie Albula Gotthard, (Berg) Furka, Simplon und Lötschberg (Berg) zu durchlaufen. Aber ich würde es trotzdem nie bei Betrieb machen. Ca 70% Todesgefahr und der Rest eben aufgegriffen zu werden mit strafrechtlichen Konsequenzen. Gibts ab 18 Uhr ab Iselle keine Verbindungen nach Brig? Dann wäre ich alles entlang der Passstrasse gelaufen und hätte gestöpelt oder zurück nach Domo gefahren und eventuell dort genächtigt.