BDP-Präsident tritt zurück

24. März 2011 12:03; Akt: 24.03.2011 12:07 Print

Gasche konzentriert sich auf BKW-Mandat

Urs Gasche tritt als Präsident der Berner BDP zurück. Er bringt den Job nicht mehr mit dem Mandat als VR-Präsident des Energiekonzerns BKW unter einen Hut.

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Grund für den sofortigen Rücktritt von Gasche ist die nach dem Desaster um das AKW in Fukushima wieder aufflammende Atomdebatte in der Schweiz. Gasche befürchtet Interessenskonflikte, da er auch Verwaltungsratspräsident des Berner Energiekonzerns BKW ist. Die BKW betreibt das Atomkraftwerk Mühleberg. Diese Woche haben Atomenergiegegner aus Sicherheitsgründen die sofortige Schliessung des AKW verlangt.

Vergangene Woche sagte Gasche, das Unternehmen verfolge die Vorfälle in Japan mit grosser Sorge. Eine sofortige Abschaltung von Mühleberg halte die BKW-Führung aber nicht für notwendig. Über die Energiezukunft der Schweiz müsse nun eine breite Debatte in Gang kommen.

BDP für Ausstieg aus Atomenergie

Für Hans Grunder, Präsident der BDP Schweiz, ist «der Zeitpunkt gekommen, das Projekt Ausstieg anzugehen - ohne Wenn und Aber», wie er in einem Interview der Zeitung «Sonntag» von letzter Woche sagte. Das macht Gasches Doppelrolle als BKW-Vertreter und Parteichef schwierig.

Gasche wolle das Präsidium deshalb rasch abgeben, heisst es in einer Mitteilung der BDP vom Donnerstag. Die Partei bedauert, mit Gasche einen «hervorragenden politischen Denker und Strategen» an der Spitze zu verlieren.

Doch man könne seine Beweggründe nachvollziehen. Diese sprächen nicht zuletzt für seine politische Integrität, heisst es in der Mitteilung weiter. Die BDP sprach sich jüngst in einem Positionspapier für einen geordneten Ausstieg aus der Atomkraft aus.

Die Berner BDP sucht derweil einen neuen Präsidenten oder eine neue Präsidentin. Vorderhand übernimmt der Vizepräsident und Grossrat Samuel Leuenberger die Parteileitung.

(uwb/sda)