Tram Region Bern

23. Juli 2014 11:16; Akt: 23.07.2014 12:24 Print

Gefährdet Tramprojekt Berns Unesco-Titel?

Die Gegner der Tramprojekte befürchten, dass die Stadt Bern bei der Realisierung der neuen Tramlinien das Unesco-Label verliert. Experten geben aber Entwarnung.

storybild

Gemäss Experten sollten die neuen Tramprojekte Bern als Weltkulturerbe nicht gefährden. (Bild: Keystone/Alessandro Della Valle)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Stadt Bern hat in Sachen öffentlicher Verkehr Grosses vor: Nebst dem Tram Region Bern, welches zwischen Köniz, Bern und Ostermundigen vekehren soll, wird auch über eine zweite Tramachse durch die Innenstadt diskutiert. Die Gegner dieser Projekte fuhren anlässlich der letzten Tram-Debatte im Parlament mit deftigen Argumenten auf: Werde der öffentliche Verkehr derart ausgebaut, könnte die Stadt Bern ihr Unesco-Label verlieren. Die Folgen dieses Verlust könnten happig sein: Fliege Bern aus der Liste des Weltkulturerbes, verliere die Stadt ihren grössten touristischen Pluspunkt.

Experten sehen kein Problem

Das Bundesamt für Kultur (BAK) gibt aber Entwarnung: Der öffentliche Verkehr gehöre grundsätzlich zur Stadt und schmälere den aussergewöhnlichen Wert der Unesco-Stätte nicht. «Ein mittelalterliches Stadtzentrum und moderner öffentlicher Verkehr sind durchaus kompatibel», sagt auch Jeanne Berthoud von der Schweizerischen Unesco-Kommission gegenüber der «Berner Zeitung». Schliesslich habe es den ÖV in der Innenstadt und Altstadt bereits gegeben, als Bern 1983 auf die Weltkulturerbe-Liste aufgenommen wurde. «Heikel wäre es für den Berner Titel geworden, wenn bisher nur Pferdekutschen durch die Altstadt gefahren wären», ergänzt die Expertin.

In der Geschichte des Unesco-Weltkulturerbes sind bisher erst zwei Orte aus der Liste geflogen: Im Jahr 2007 wurde ein Wildschutzgebiet im Oman gestrichen, da es durch Öl-Förderungen um 90 Prozent geschrumpft ist. Die zweite Stätte, welcher 2009 der Titel aberkannt wurde, ist das Dresdner Elbtal. Durch diese geschützte Landschaft wurde eine massive Bogen-Brücke gebaut.

(tok)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Berner Bär am 23.07.2014 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eine weitere PR-Aktion!

    1983 befuhren aber auch wesentlich weniger Kurse durch die obere Altstadt. Dazu kommt, dass die grüne Farbe weniger augenfällig war. Das Argument, die zweite Tram-Achse (sie wurde noch 2009 auf eine Anfrage von Bernhard Eicher/FDP von den heutigen Befürwortern als "schlecht" bezeichnet) sei in einem "relativ jungen Teil" der Altstadt zieht nicht: Die Stadt Bern wurde von unten nach oben und nicht von der Seite in die Mitte erweitert. Die zweite Achse läge also im selben Altersteil wie das "Rohr"... Wieder einmal peinliche Befürworter-Propaganda, die mit Ortskenntis zu widerlegen ist.

  • Kahina am 23.07.2014 12:34 Report Diesen Beitrag melden

    Das Tramprojekt ist grössenwahnsinnig!

    Die Experten verdienen ja auch mit am Tram, wieso also sollten sie Einwände gelten lassen! Der Kanton Bern ist längst arm genug und will längerfristig für den Unterhalt einer so umfassend grossen Tramlösung aufkommen, die mitten durch die Stadt eine neue zweite Achse benötigt. Schlecht gerechnet!

  • hans muster am 23.07.2014 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    dagegen

    obwohl ich grundsätzlich das tram unterstützen würde, sage ich hier klar nein. denn eine neue line würde zwingenderweise auch zu einer zweiten tramachse führen, und da bin ich klar dagegen, ergo ist auch das tram abzulehnen. bei einer route über lorrainebrücke und viktoriarain wäre ich dafür gewesen, doch bei speichergasse/nägeligasse nein!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Jonathan S. am 24.07.2014 08:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ja ja diese Labels

    Bern macht das Meiste richtig und ist eine tolle Stadt. Bitte das UNESCO Label nicht überbewerten.

  • fritz am 23.07.2014 22:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    steuergelder adieu

    wenn schon waere eine metro besser, ansonsten hat auch keine touristen mehr

  • Pierre Muller am 23.07.2014 15:09 Report Diesen Beitrag melden

    Unsinn

    Was soll dieser Unsinn? Bern ist eine attraktive Stadt, mit oder ohne UNESCO-Label.

    • Schönling am 23.07.2014 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Alles Habakuk

      Also über die Attraktivität von Bern lässt sich streiten. Aber das sogenannte UNESCO-Label ist in jedem Fall ein Witz, da kommt es auf ein paar Trams mehr oder weniger auch nicht mehr an. Beispiel Dresden, die haben das Label wegen einer Brücke verloren, welche gebaut wurde um die Innenstadt zu schützen..............

    • Mike Zürcher am 24.07.2014 07:39 Report Diesen Beitrag melden

      Frage:

      Wie kommen Sie auf diese absurde Idee?

    • Ueli Manser am 24.07.2014 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Attraktivität

      Der Welterbe-Eintrag dürfte toruistisch aber vermutlich dennoch etliche Millionen pro Jahr einbringen.

    einklappen einklappen
  • hans muster am 23.07.2014 14:05 Report Diesen Beitrag melden

    dagegen

    obwohl ich grundsätzlich das tram unterstützen würde, sage ich hier klar nein. denn eine neue line würde zwingenderweise auch zu einer zweiten tramachse führen, und da bin ich klar dagegen, ergo ist auch das tram abzulehnen. bei einer route über lorrainebrücke und viktoriarain wäre ich dafür gewesen, doch bei speichergasse/nägeligasse nein!

  • Berner Bär am 23.07.2014 13:50 Report Diesen Beitrag melden

    Eine weitere PR-Aktion!

    1983 befuhren aber auch wesentlich weniger Kurse durch die obere Altstadt. Dazu kommt, dass die grüne Farbe weniger augenfällig war. Das Argument, die zweite Tram-Achse (sie wurde noch 2009 auf eine Anfrage von Bernhard Eicher/FDP von den heutigen Befürwortern als "schlecht" bezeichnet) sei in einem "relativ jungen Teil" der Altstadt zieht nicht: Die Stadt Bern wurde von unten nach oben und nicht von der Seite in die Mitte erweitert. Die zweite Achse läge also im selben Altersteil wie das "Rohr"... Wieder einmal peinliche Befürworter-Propaganda, die mit Ortskenntis zu widerlegen ist.