Bern

07. Juni 2011 22:53; Akt: 07.06.2011 20:56 Print

Gegen Bildungsgutscheine

Bildungsgutscheine bringen nicht das gewünschte Resultat: Der Kanton Bern hat das Modell geprüft und für untauglich befunden.

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Der Kanton Bern verzichtet auf die Einführung von Bildungsgutscheinen. Foto: colourbox.com

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Die Idee taucht immer wieder auf und tönt vielversprechend: Der Staat verteilt Gutscheine. Wer eine Weiterbildung absolviert, kann sie einlösen und erhält einen Teil der Kosten zurückerstattet. Statt durch Subventionen würde das Bildungsangebot so durch die Nachfrage der Bevölkerung gesteuert. Zudem könnten die Gutscheine Anreize schaffen – «vor allem für die Weiterbildung von Berufsleuten und das lebenslange Lernen», ist Grossrätin Corinne Debora Schärer (Grüne) überzeugt. Ebenso wie Corrado Pardini (SP), der die Gutscheine vor allem bei Kursen für Migranten einsetzen möchte, hat sie sich im Rat für das Modell starkgemacht. Im Kanton Freiburg läuft ein Pilotversuch, in Genf bewährt es sich seit zehn Jahren. Dort hat sich gezeigt: Grösstenteils Frauen be­anspruchen den 750-fränkigen Zustupf, hauptsächlich für Sprachlehrgänge.

Doch ein Prüfungsbericht des Kantons Bern kommt jetzt nach einer umfassenden Auswertung von Erfahrungen und Studien zu ernüchternden Schlüssen: Die Gutscheine erzeugten nicht die erwarteten Anreize und hätten nicht die erhoffte Wirkung auf Qualität und Inhalte des Bildungsangebots. Gerade schlecht qualifizierte Bevölkerungsgruppen könnten nicht profitieren. Für Theo Ninck vom Berufsbildungsamt steht fest: «Unser bisheriges System mit ­gezielter Unterstützung für Bildungsbenachteiligte ist effizienter als die Streuung von Gutscheinen.» Patrick Marbach

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hermann am 08.06.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die Finanzkrise lässt grüssen

    Die Schweiz ist kein Wohlfühl-Staat mehr, wo man sich auf Staatskosten weiter bilden kann - Selbstverantwortung ist gefragt und nicht's anderes.

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  • Hermann am 08.06.2011 11:30 Report Diesen Beitrag melden

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    Die Schweiz ist kein Wohlfühl-Staat mehr, wo man sich auf Staatskosten weiter bilden kann - Selbstverantwortung ist gefragt und nicht's anderes.