Kuh auf Abwegen

17. April 2019 21:57; Akt: 18.04.2019 08:25 Print

Spächtlis Retter übernachten im Wald

Die Retter geben alles, um die entflohene Kuh Spächtli einzufangen. Nun konnten erstmals Fotos von ihr gemacht werden – ein gutes Zeichen für die Retter.

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Jetzt ist Spächtil nicht mehr alleine: Die Kuh kam am Mittwochabend in ihrem neuen Zuhause an. Dies Nachdem die Kuh zuerst einige Tage in Quarantäne verbringen musste. Erst danach durfte Sie die Reise ins neue Zuhause im bayrischen Eslarn antreten. Dem Ganzen ging viel Arbeit voran. Nachdem Spächtli von ihrem Stall ausgebüxt war, konnte sie nur mit Mühe wieder eingefangen werden. 16 Tage brauchten die Mitarbeiter um Spächtli im Wald einzufangen und in einen Stall zu bringen. Die Helfer der Stiftung Gut Aiderbichl wandten einen Trick an, um die Kuh einzufangen. Zwei Artgenossen wurden nahe Spächtlis Aufenthaltsort im Wald gebracht. Weil Kühe Herdentiere sind, stelle sie sich zu diesen Kühen. So konnten die Helfer die Kuh einzäunen. Insgesamt verbracht das Tier vier Wochen im Wald. 16 Tage benötigten die Retter um Spächtli einzufangen. Pinderoli: «Für die Kuh war das eine extreme Stresssituation.» Kühe seien nicht gerne alleine unterwegs. Die Kuh konnte sich im Wald sehr gut verstecken. Erkennen Sie die Kuh auf dem Foto? Den Spezialisten gelang es ein Futterstelle für das Tier aufzubauen. So wurde verhindert, dass das Tier immer weiter wandert. Die Evolèner-Kuh war in den Wäldern um Worb unterwegs. Zunächst drohte der Kuh der Tod, sollte sie gefasst werden: «Das Risiko, Spächtli wieder auf dem Hof aufzunehmen, ist zu gefährlich», sagte der Besitzer. Heinz Feldmann, Sicherheitsfachmann für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, hoffte auf eine andere Lösung. Der Tiergnadenhof Gut Aiderbichl, mit mehreren Niederlassungen im deutschsprachigen Raum, bot schliesslich an die ausgebüxte Kuh bei sich aufzunehmen. Doch Spächtli lange verschollen. Immer wieder wurde das Tier in der Region von weitem gesichtet, verschwand dann jedoch wieder. Der Rettungsaktion sei theoretisch am meisten geholfen, wenn Spaziergänger das betroffenen Waldgebiete meiden würde, teilte die Stiftung mit. «Wir alle wollen, dass es bei Spächtli eine Happy End gibt», sagt Pascale Pineroli von der Stiftung.

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Seit drei Wochen nennt die entflohene Kuh Spächtli die Wälder um Worb ihr Zuhause: «Sie hat dazugelernt und hat sich angepasst», sagt Pascale Pineroli von der Sitftung Gut Aiderbichl. So würde sich die Kuh sich fast nur im Dickicht verstecken, ausserdem wisse das Tier, dass es seine Hörner verstecken müsse, damit man es nicht gut erkenne. «Spächtli ist eine schlaue und sehr scheue Kuh», so Pineroli. Mit einem Team versucht sie derzeit die entflohene Kuh einzufangen, damit das Tier seinen Lebensabend auf einem Gnadenhof der Stiftung verbringen kann.

Die Rettungsaktion dauert seit neun Tagen an, nun gelang es den Rettern erstmals, die Evolènerin zu fotografieren. Die Bilder seien schön, davon dürfe man sich jedoch nicht täuschen lassen: «Für die Kuh ist das eine extreme Stresssituation.» Kühe seien nicht gerne alleine unterwegs: «Die Herde bietet Schutz und Sicherheit. Spächtli muss nun alles alleine entscheiden und alleine auf sich aufpassen.»

Mit Futter locken

Immerhin habe das Tier nun genug Futter und Wasser: «Wir haben eine Futterstelle für Spächtli eingerichtet. Sie kommt nun hier regelmässig essen und trinken.» Dies könnte auch der Schlüssel für die Ergreifung von Spächtli sein. Pineroli: «Wir versuchen nun das Vertrauen von Spächtli zu gewinnen und verbringen sogar die Nächte im Wald.» Die Retter wollen möglichst verhindern, das Tier durch einen Betäubungsschuss zu fangen. «Wenn Spächtli aus Schreck ins Dickicht flieht und dort liegen bleibt, können wir sie nicht mit einem Traktor transportieren.»

Die Lage sei jedoch nach wie vor Heikel, so Pineroli: «Gestern fand ein Holzschlag statt, der die Kuh extrem erschreckte. Wir dachten schon, wir hätten sie wieder verloren.» Glücklicherweise sei Spächtli dann in der Nacht wieder bei der Futterstation aufgetaucht.

(cho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Metzger am 17.04.2019 22:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiheit für Spächtli....

    .....lasst die am Leben.

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  • Claudi am 17.04.2019 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wunderschön

    Eine rührende Geschichte ist ihr Ausflug. Es freut mich sehr, das Sie von Gut Aiderbichl aufgenommen wird. Diese Stiftung kenne ich und finde Sie toll. Da wird Sie einen guten und schönen Platz haben. Viel Glück und Liebe Du schöne Ausreisserin und stolze Kämpferin für dein Leben.

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  • Heidi Heidnisch am 17.04.2019 22:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Let my Cow alone

    Spächtli gehört weder ins Schlachthaus noch ins Altersheim. Wer soviel Mut, Schlauheit und Freiheitsliebe demonstriert, sollte einfach in Frieden gelassen werden. Sie tut niemandem was, stört nur die Anmassung der Menschen. Und ein Denkmal, gleich neben dem Wilhelm Tell, hat sie auch verdient.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sina am 19.04.2019 12:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vertrauen gewinnen

    Ob man das Gebiet beim Dickicht ,etwas eingrenzen könnte,oder 2 andere etwas ruhige Kuehe oder Rinder, bei der Futterstelle festmachen, so koennte man durch Ablenkung , das Gebiet langsam eingrenzen.

  • Leben am 18.04.2019 15:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Free, free, free Nelson Spächtli....

    ....das wunderbare Tier muss gerettet werden.

    • H Kuhz am 18.04.2019 21:34 Report Diesen Beitrag melden

      Spächtli

      Spächtli fühlt sich einsam es gehört nach hause in seinen Stall zu seinen Kühen ich versteh nicht warum sich der Besitzer nicht darum bemüht.

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  • MW am 18.04.2019 14:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spächtli

    Spächtli gehört in den Wald ! So wie Rauchschwalben in den Stall gehören

  • K. Naller am 18.04.2019 09:37 Report Diesen Beitrag melden

    Dschungenlcamp

    Für mich ist das Ganze ein wenig unprofessionell und erscheint mir eher wie ein Pfadilager als eine organisierte Rettungsaktion. Im Wald übernachten um ein Tier einzufangen, was soll das bringen? Abenteuer für verklärte Städter oder Dschungenlcamp? Viel Rauch nichts, resp. um eine Aktion, die zum Ziel hat, die Spendenkasse von Gut Aiderbichl zu füllen.

    • Gugussi am 18.04.2019 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Naller

      Wahnsinn deine Frusterfüllte Negative einstellung!!

    • Denken am 18.04.2019 10:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @K. Naller

      Vom Sofa aus es besser machen zu wollen? Übrigens, Gut Aiderbichl zu unterstützen ist eine wunderbare Idee.

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  • Freund vom Achenberg am 18.04.2019 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Bringt Spächtli nach Hause

    Bringt Spächtli wieder nach Hause, wie fängt man Mäuse, ja mit einer Falle. Im Zurzibiet war ein Rind auch Monate unterwegs und konnte eingefangen werden.