Österreich oder Deutschland

05. April 2019 11:09; Akt: 05.04.2019 11:57 Print

Geht Kuh Spächtli bald auf Auslandsreise?

Der grösste europäische Gnadenhof schaltet sich in Fall Spächtli ein: Gut Aiderbichl will das Tier im Ausland bei sich aufnehmen.

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Jetzt ist Spächtil nicht mehr alleine: Die Kuh kam am Mittwochabend in ihrem neuen Zuhause an. Dies Nachdem die Kuh zuerst einige Tage in Quarantäne verbringen musste. Erst danach durfte Sie die Reise ins neue Zuhause im bayrischen Eslarn antreten. Dem Ganzen ging viel Arbeit voran. Nachdem Spächtli von ihrem Stall ausgebüxt war, konnte sie nur mit Mühe wieder eingefangen werden. 16 Tage brauchten die Mitarbeiter um Spächtli im Wald einzufangen und in einen Stall zu bringen. Die Helfer der Stiftung Gut Aiderbichl wandten einen Trick an, um die Kuh einzufangen. Zwei Artgenossen wurden nahe Spächtlis Aufenthaltsort im Wald gebracht. Weil Kühe Herdentiere sind, stelle sie sich zu diesen Kühen. So konnten die Helfer die Kuh einzäunen. Insgesamt verbracht das Tier vier Wochen im Wald. 16 Tage benötigten die Retter um Spächtli einzufangen. Pinderoli: «Für die Kuh war das eine extreme Stresssituation.» Kühe seien nicht gerne alleine unterwegs. Die Kuh konnte sich im Wald sehr gut verstecken. Erkennen Sie die Kuh auf dem Foto? Den Spezialisten gelang es ein Futterstelle für das Tier aufzubauen. So wurde verhindert, dass das Tier immer weiter wandert. Die Evolèner-Kuh war in den Wäldern um Worb unterwegs. Zunächst drohte der Kuh der Tod, sollte sie gefasst werden: «Das Risiko, Spächtli wieder auf dem Hof aufzunehmen, ist zu gefährlich», sagte der Besitzer. Heinz Feldmann, Sicherheitsfachmann für Unfallverhütung in der Landwirtschaft, hoffte auf eine andere Lösung. Der Tiergnadenhof Gut Aiderbichl, mit mehreren Niederlassungen im deutschsprachigen Raum, bot schliesslich an die ausgebüxte Kuh bei sich aufzunehmen. Doch Spächtli lange verschollen. Immer wieder wurde das Tier in der Region von weitem gesichtet, verschwand dann jedoch wieder. Der Rettungsaktion sei theoretisch am meisten geholfen, wenn Spaziergänger das betroffenen Waldgebiete meiden würde, teilte die Stiftung mit. «Wir alle wollen, dass es bei Spächtli eine Happy End gibt», sagt Pascale Pineroli von der Stiftung.

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Mit einem Sprung über ein Mäuerchen ist Kuh Spächtli vor zwei Wochen vor einem Leben als Milchkuh davongerannt – seither verbringt das dreijährige Tier seine Tage selbstbestimmt irgendwo in den Wäldern rund um Worb.

Doch nicht genug des Abenteuers: Schon bald könnte das Tier auf Auslandsreise gehen: Eine österreichische Institution namens Gut Aiderbichl ist auf Spächtli aufmerksam geworden. Der Tiergnadenhof mit mehreren Niederlassungen im deutschsprachigen Raum möchte die ausgebüxte Kuh, der beim Auffinden der Bolzen droht, bei sich aufnehmen. Denn: «Sehr viele Leute haben sich bezüglich Spächtli bei uns gemeldet», sagt Mitarbeiterin Pascale Pineroli zu 20 Minuten.

Prominente Stallgenossen

In der Schweiz hat die Institution kein Daheim für Vieh – «Spächtli müssten wir deshalb auf einen unserer Höfe in Österreich oder Deutschland bringen». Hierfür liefen beim Gnadenhof intensive Abklärungen. Und so meldete sich Pineroli am Freitagvormittag mit der frohen Botschaft: «Wir haben für Spächtli ein Plätzchen auf einem unserer Höfe gefunden!»

132 Rinder und Kühe hat die Institution zurzeit bei sich untergebracht. Erst kürzlich ist die in Deutschland prominent gewordene Waldkuh Büxi zur Herde gestossen. Das Tier sorgte während der letzten Monate in deutschen Medien für Aufsehen. Auch hier drohte dem Ausreisser der Abschuss, Tierschützer wehrten sich und Gut Aiderbichl sprang schliesslich in die Bresche.

Im Fall Spächtli will Gut Aiderbichl nun Kontakt zum Bauer aufnehmen. Obwohl der Landwirt seine Ausreisserin Interessierten verkaufen würde, kann auch er derzeit nicht wirklich viel für Spächtli tun – das umherstreuende Tier ist nach wie vor verschollen.

(miw)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Daniela am 05.04.2019 11:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Animal-Love

    Danke an den Gnadenhof Adelbichl, Ihr seit super!!

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  • Natura Pur / Tierschutz am 05.04.2019 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    Absolut SUPER

    Das würde ich MEGA finden. Ich habe bereits den Vorschlag gemacht betr. Gut Aiderbichl. Das ist ein VORZEIGE GNADENHOF und hätte "Spächtli " mehr als verdient. Viel Spass und noch ein langes Leben auf diesem Hof. so hoffe ich...

  • Mara am 05.04.2019 12:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke Gnadenhof

    Wäre sehr glüklich wenn Spächtli gefunden würde und noch viele schöne Jahre auf dem Gnadenhof verbringen dürfte.

Die neusten Leser-Kommentare

  • vermisse auch.... am 11.04.2019 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wieso

    das spächtli wird/wurde schon lang verspachtelt. nicht nur kühe, auch schafe/ziegen verschwinden spurlos aus ihren gehegen. allerdings mit vorliebe in stadtnähe...

  • Fabienne Buchli am 06.04.2019 22:48 Report Diesen Beitrag melden

    Lebensplatz für Spächtli

    Ich habe auch Platz für Spächtli, zusammen mit ein paar anderen Evolenerinnen. Bestimmt gibt es noch mehr Betriebe die Spächtli aufnehmen würden. Alle die hier für ihr weiterleben plädieren, können ja zeigen wie ernst es ihnen ist und das Portemonnaie "füre nä" 2000 Fr sind ja nichts aufgeteilt auf so viele Personen....

  • Paul Entlebucher am 06.04.2019 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Evolèner

    Ich möchte die Kuh auch kaufen. Wo muss man sich melden?

  • Brain Bug am 05.04.2019 20:52 Report Diesen Beitrag melden

    Ist die Geschichte auch wahr?

    Ich habe so meine Zweifel. Die Bilder 1, 2 und 6 zeigen drei verschiedene Hornkühe!?

    • Heidi Kumm am 07.04.2019 09:26 Report Diesen Beitrag melden

      ist die Geschichte auch wahr ?

      Sie haben das richtig erkannt.

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  • Peter Schwarz am 05.04.2019 18:07 Report Diesen Beitrag melden

    Jöööhhh

    Sorry auch wenn ich es herzig finde und Frauen eigentlich genau desshalb mag, aber Gefühle und Logik, irgenwie geht das scheinbar wirklich nicht zusammen.

    • James am 09.04.2019 21:59 Report Diesen Beitrag melden

      Was Sie auch eindrücklich beweisen!

      Sie mögen Frauen (=Gefühle) und können deshalb offensichtlich nicht mehr denken (=fehlende Logik)...

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