Unbewilligte Demo in Bern

04. Januar 2019 12:57; Akt: 04.01.2019 12:57 Print

Gelbe Protestbewegung erreicht Schweiz

Seit Wochen protestieren in Frankreich die Gelbwesten für verschiedene soziale Anliegen. Dabei kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen. Auch in der Schweiz will man nun protestieren.

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Brennende Barrikaden, Tränengas, Sachbeschädigungen und vermummte Demonstranten. Die Szenen der letzten Wochen auf Frankreichs Strassen glichen einem Kriegsschauplatz. Die mehrere Hunderttausend Menschen umfassende sogenannte Gilets-jaunes-Bewegung protestiert gegen Präsident Emmanuel Macron und verschiedene soziale Punkte wie zum Beispiel die zusätzliche Treibstoffabgabe. Nun wollen die Schweizer Gelbwesten am Samstag auch in Bern demonstrieren, wie der «Bund» am Freitag schreibt.

Bisher ist unklar, wer hinter der Schweizer Bewegung stecken könnte. Administrator der Facebook-Seite ist offenbar der Waadtländer Gymnasiast Kevin Charmillot, der auf Facebook auch mal mit einer Waffe posiert. Ausserdem in den Reihen der Schweizer Gelbwesten befindet sich unter anderen François de Siebenthal, Mitinitiant der Vollgeldinitiative. Dieser sorgte letzten Sommer für Schlagzeilen, als er einen Vortrag bei Rechtsextremen hielt.

«Wir sind friedlich»

Die Demonstration am Samstag auf dem Bundesplatz ist nicht bewilligt. Bei der Berner Bewilligungsbehörde ist gemäss der städtischen Gewerbepolizei kein Gesuch für eine Demonstration eingegangen. Erwartet die Schweiz somit ähnliche Krawalle wie in Frankreich? «Nein», erklärt Charmillot. Man wolle weder den Verkehr oder die Mitbürger stören noch irgendetwas kaputt machen.«Wir wollen bloss demonstrieren, um unsere Unzufriedenheit zu zeigen.»

Auch der Schweizer Protestbewegung geht es um soziale Anliegen: tiefere Krankenkassenprämien, existenzsichernde Löhne, keine Erhöhung des Rentenalters, gerechte Mieten sowie gleiche Löhne für Männer und Frauen. Hingegen sollen die lebenslangen Renten der Bundes- und Regierungsräte abgeschafft werden und die Einwanderung gebremst werden, in dem die Schweiz humanitäre Hilfe vor Ort leistet.

(bho)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • PATRIOTIN am 04.01.2019 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    RICHTIG....,weiter so

    ICH kann deren Anliegen nur VOLL UNTERSTÜTZEN auch wenn das der Politik in keiner Weise passt. In Bern sollte man langsam sicher mehr Rücksicht auf die Bevölkerung nehmen .

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  • Nathia__ am 04.01.2019 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    war klar

    Es war nur eine Frage der Zeit bis dies auch hier passiert. Ich habe im grossen und ganzen nichts gegen Demos/Proteste...denn wahrscheindlich wird man nur so erhöhrt und merkt was das Volk will. Jedoch hoffe ich das die Demonstranten trozdem friedlich bleiben und nicht irrgendwelche Häuser, Geschäfte, Auros etc kaputt macht den dies wäre nicht der Sinn der Sache... Diese Leute können ja dann auch nix dafür.

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  • Mk am 04.01.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht gegen Neoliberalismus der EU

    Den Gelbwesten geht es um viel mehr,als Spritpreise und Macron! Wer sich die Bilder der Proteste mal anschaut, sieht Gelbwesten die Plakate wo Frexit usw. draufteht hochhalten. Ausserdem erkennt man EU Eurogendfor Truppen auf die Demonstranten einschlagen! Es geht gegen den Menschenverachtenden Neoliberalismus,für den die EU und Macron stehen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Neumann am 05.01.2019 20:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So gehts nicht, liebes Volk

    Die Sozialisten wollen immer mehr, und die Kapitalisten sollen alles zahlen. Da mach ich nicht mehr mit, ich geb nichts mehr her! Ich bleibe Kapitalist.

  • Berner am 04.01.2019 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    No Go

    Das ist total daneben! Es gibt andere Mittel um Unzufriedenheit kund zu tun. Verständnis habe ich dafür, dass es etlichen Leuten finanziell nicht sehr gut geht. Ich bin aber der Meinung, dass wir in der Schweiz gegenüber Frankreich eine viel höhere Lebensqualität haben. Zudem finde ich die Idee von den Gelbwesten zu übernehmen absolut einfallslos!

    • Neumann am 05.01.2019 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Berner

      Das sehe ich genau so wie Sie, Berner. Da sind wir aber offenbar die Einzigen, gemäss Daumenbarometer.

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  • E. W. am 04.01.2019 19:32 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich

    Ja wäre mal gut wenn man hier auch mal was macht. Es kann nicht sein 3000.- zu verdienen, KK 400.- zu zahlen, Wohnung fast 2000.- und so etwas in der Schweiz. Wirklich unglaublich wie teuer das hier alles ist. Man geht nur noch arbeiten um zu überleben und nicht mehr zum Leben. Das kanns nicht sein

    • Cartman1993 am 05.01.2019 09:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @E. W. 

      Doch kann es.Wir leben hier in der (einigermassen) freien Marktwirtschaft. es gibt nunmal keinen Anspruch auf eine Wohnung in der Stadt. Ichwürde auch lieber in Winterthur oder Zürich wohnen, aber da ich aktuell nur einen 22 CHF/H Job habe und nochmeine Weiterbildung finanzieren muss, wohne ich noch bei meinen eltern ineinem kleinen Kaff.

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  • Selberschuld am 04.01.2019 19:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Regierung

    Irgendwann überläuft das Fass eben. Man kann nicht nur immer nehmen, ohne zu geben. Das ist eine kleine Warnung um euch daran zu erinnern, dass wir die Mehrheit sind und ihr die Minderheit...

  • Nur So am 04.01.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was man ab und zu vergisst:

    Sogar Polizisten wollten sich den Protesten anschliessen. Darum braucht es ja die "EU-Polizei". Niemand geht gerne auf seine Landsleute los. Vorallem nicht, wenn Kritik geübt wird, die mehr als gerechtfertigt ist. (Ohne Gewalt versteht sich). Aber auch die Medien versagen auf ganzer Linie.. jetzt sind es also die Demonstranten, die auf Macron losgehen. Man könnte ja auch schreiben: "Jahrelang wurden die Menschen von der Herrschenden Klasse belogen, betrogen und ausgenutzt..nun wehren sie sich.". Aber das wäre halt der falsche Frame. Und sowieso geht es bicht um Grundlegendes, sondern Benzin.