Aufgebrochener Geldtransporter

05. Februar 2019 10:38; Akt: 05.02.2019 18:22 Print

Polizei geht von Insider-Coup aus

von R. Casablanca - Am vergangenen Mittwoch wurde ein grösserer Betrag aus einem Geldtransporter entwendet. Der Fahrer bemerkte dies erst beim nächsten Halt.

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Neben der Autobahnausfahrt Rothrist liegt die Shoppingmall Perry Center. Regelmässig kommt dort ein gelber Geldtransporter vorbei, um die Umsätze der zahlreichen Filialen sicher zu verwahren. Dieser kam auch letzten Mittwoch vorbei. Doch diesmal ging etwas schief.

Der Fahrer befand sich gerade im Innern des Perry Centers, als bei der Sicherheitszentrale der Geldtransporter-Firma ein Alarm einging. Diese verständigte umgehend den Fahrer, der jedoch von einem Fehler ausging und auf den ersten Blick keine Auffälligkeiten am Fahrzeug bemerkte. Er setzte seine Route wie gewohnt fort, bis er bei der nächsten Station bemerkte, dass der Alarm doch kein Irrtum war und eine erhebliche Menge Bargeld fehlte.

Täter kommen mit grosser Beute davon

Denn während sich der Fahrer im Perry Center befand, brachen Unbekannte den Transporter gewaltsam auf und stahlen mehrere Säcke mit Bargeld. Offenbar war der Coup vorbereitet: Die Kapo Aargau geht davon aus, dass die Ganoven genau wussten, wo sie zugreifen mussten. «Die Täterschaft ist gezielt vorgegangen und wusste genau, welche Beutel sie nehmen kann und von welchen sie besser die Finger lässt», bestätigt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau.

«Selbst wenn die Türe offen ist, ist es nicht einfach an das Geld zu gelangen. Die Sicherheitsvorrichtungen am Fahrzeug sind sehr komplex», so Graser weiter. Deswegen liege es auf der Hand, dass die Täter spezifisches Hintergrundwissen hatten. «Die Frage ist, wer alles an der Tat beteiligt war und zuvor Informationen weitergab.» Dies sei derzeit noch nicht bekannt.

Unscheinbarer Geldtransporter

Der aufgebrochene Geldtransporter sieht von aussen wie ein herkömmlicher Lieferwagen aus und lässt nicht darauf schliessen, dass sich darin Geld befindet, erklärt die Kapo. «Im Innenbereich sind diese Transporter aber mit besonderen Sicherheitsvorrichtungen ausgerüstet. Man braucht spezielles Wissen, um diese zu überlisten», so Graser. «Man muss genau wissen, wo man ansetzt. Das ist überhaupt nicht einfach.» Für ihn es undenkbar, dass ein Einzeltäter die Tat durchgezogen hat.

Die Ermittlungen dauern nach wie vor an und die Kapo Aargau bittet Personen, die im Bereich des Lieferanteneingangs oder auch im Einkaufscenter verdächtige Beobachtungen machten, sich zu melden.