Mehrere Kinder angesprochen

24. Mai 2019 04:50; Akt: 24.05.2019 04:50 Print

Ist im Kanton Bern ein Kidnapper unterwegs?

Gleich zwei Schulen im Kanton Bern informierten die Eltern, dass ein Unbekannter versucht habe, Kinder ins Auto zu locken. Die Eltern sind besorgt.

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Zwei Schulen aus dem Kanton Bern verschickten Mitte Mai einen besorgniserregenden Brief an die Eltern ihrer Schüler. Die Vor- und Primarschule Neumatt aus Belp meldete sich am 16. Mai. «Ein Mädchen der 2. Klasse berichtete davon, dass es am Montagnachmittag auf dem Dach der Aula von einem unbekannten Mann an der Schultasche gepackt worden sei», heisst es im Schreiben an die Eltern. Anschliessend soll das Mädchen aufgefordert worden sein, den Mann zu begleiten.

Vier Tage später erreignete sich ein ähnlicher Vorfall in Kirchberg. Dabei soll ein unbekannter Autofahrer eine 7.-Klässlerin auf ihrem Schulweg nach einer bestimmten Adresse gefragt haben und danach aufgefordert haben, mit ihm ins Auto zu steigen.

Die Schülerinnen meldeten die Vorfälle den Schulen. Diese alarmierten umgehend die Kantonspolizei Bern und verschickten sofort einen Brief an die Eltern. Aufgefordert wurden die Eltern, ihren Kindern die Verhaltensregeln gegenüber fremden Menschen in Erinnerung zu rufen und diese gleichzeitig zu beruhigen.

Das unternimmt die Schule

Von der Polizei erhielt die Belper Schule auf Nachfrage keine Empfehlungen zum weiteren Vorgehen, hiess es seitens der Schule. Ein Bericht der Mutter der Zweitklässlerin zum Vorfall wurde im Quartier rund um die Schule weiterverbreitet und die Schule versendete den Elternbrief. Mit den Kindern jedoch wurde das Geschehen nicht besprochen: «Kinder reagieren sehr unterschiedlich auf solche Schilderungen. Es ist daher sinnvoll, dass die Eltern mit ihren Kindern darüber sprechen», so der Schulleiter der Vor- und Primarschule Neumatt Daniel Kast.

Die Schule in Kirchberg wollte sich, auf Rat der Polizei, zum Vorfall nicht äussern. Dem Elternbrief ist jedoch zu entnehmen, dass sie sich mit den Schülern über das Thema unterhalten hat. Sie schreibt, dass im Moment keine weiteren Massnahmen nötig seien.

Besorgte Eltern

Mit dieser Haltung sind nicht alle Eltern einverstanden. «Ich bin der Ansicht, dass die Kinder auch in der Schule über solche Gefahrensituationen aufgeklärt werden sollten», sagt eine Mutter zu 20 Minuten. Den Eltern sei mitgeteilt worden, dass eine besondere Vorsicht der Kinder nicht nötig sei. Nach Meinung der Frau sollte diese Sicherheit auch von Seite der Schule geboten werden. Sie fordert eine altersgerechte Aufklärung des Themas.

Polizei klärt auf

Laut Polizeisprecherin Jolanda Egger ging am 20. Mai eine Meldung aus Kirchberg ein. In diesem Fall seien die Abklärungen noch am Laufen. Aus Belp sei keine Meldung mit konkreten Anhaltspunkten eingegangen, weshalb dort derzeit keine weiterführenden Ermittlungen im Gange sind. «Zum aktuellen Zeitpunkt gibt es keine konkreten Hinweise für einen Zusammenhang der beiden Meldungen», so Polizeisprecherin Egger.


(km)