Wohnblock evakuiert

01. November 2019 15:22; Akt: 01.11.2019 16:52 Print

«Sprengkraft der Granate bleibt unverändert»

Im Berner Lorraine-Quartier wurde in einem Garten eine Spitzgranate gefunden. Experten haben das gefährliche Geschoss geborgen.

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An der Greyerzstrasse nahe dem Berner Wyleregg hielten die Bewohner am Freitag den Atem an. Mehrere Wohnungen wurden evakuiert, Spezialisten der Armee und Kapo Bern waren im Einsatz. Grund war eine Granate, wie der «Blick» berichtet: «Jemand hat eine Spitzgranate in einem Garten deponiert», so Armee-Sprecher Daniel Reist zu 20 Minuten. 30 Zentimeter lang sei das Geschoss gewesen. Kurz vor Mittag wurde es entdeckt und gemeldet.

Reist: «Die Aufgabe der Armee ist die Granate zu entsorgen. Spezialisten haben festgestellt, dass das Geschoss transportfähig ist.» Darum wird es derzeit nach Thun gebracht, wo es noch vor 17:00 Uhr kontrolliert gesprengt wurde. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr mehr. Sämtliche Wohnungen des betroffenen Wohnhauses wurden evakuiert, aber können mittlerweile bezogen werden. Zudem wurden Bewohner der umliegenden Häuser aufgefordert Sicherheitsmassnahmen zu ergreifen.

«Mir wurde von der Polizei geraten die Fensterläden zu schliessen, die Fenster aber offen zu halten», so eine Anwohnerin zu 20 Minuten. Eine andere Nachbarin meint: «Ich hatte ein mulmiges Gefühl, als ich all die Polizisten und das Armeefahrzeug sah. Ich bin froh, dass es gut ausging und es nun vorbei ist.»

Keine Aufklärungschance

Wie kam der Sprengkörper in den Garten? Weder Armee noch Polizei haben derzeit eine Antwort auf diese Frage. Die Aufklärungsrate sei minim, mein Reist zu 20 Minuten. Die Granate werde vor der Sprengung analysiert und danach aus Sicherheitsgründen entsorgt. «Ich glaube nicht, dass es möglich sein wird, herauszufinden wer das dort platziert hat», erklärt Reist. Es komme öfters vor, dass solche Objekte mehrere Generationen weitergegeben und aus Unwissenheit irgendwo deponiert werden. «Ähnliche Situationen haben wir schon mehrmals erlebt», so Reist.

Granaten wären auch nach langer Zeit nicht weniger gefährlich – der Sprengstoff bleibe auch über die Jahre erhalten, so Reist: «Die Sprengkraft einer Granate bleibt unverändert». Hauptgefahr bei solchen Geschossen sei ihr Metallmantel. Bei einer Explosion würde er in viele kleine Stücke zersprengt, die Menschen verletzen könnten.

(km/cho)