Radiostudio Bern

12. August 2019 09:46; Akt: 12.08.2019 13:08 Print

Verwirrter verschanzte sich in SRF-Postbüro

Ein Grosseinsatz beim Radiostudio Bern sorgte am Morgen für Aufregung. Grund war ein Mann, der sich dort einschloss und drohte, sich etwas anzutun.

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Ein Absperrband war am Montagmorgen grossräumig um das SRF-Radiostudio an der Berner Schwarztorstrasse angebracht, etliche Polizisten, Feuerwehren und mindestens ein Ambulanz-Team vor Ort. «Wir haben derzeit einen Einsatz an der Schwarztorstrasse. Mehr können wir zu diesem Zeitpunkt nicht sagen», hiess es zuvor lediglich bei der Medienstelle der Kapo Bern. Auch das SRF wollte nicht zum Vorfall informieren.

Licht ins Dunkel bringt Polizeisprecher Christoph Gnägi vor Ort, als der Einsatz um etwa 10 Uhr beendet war. Ein Mann habe um 7.30 Uhr den Eingangsbereich des Radiostudios an der Schwarztorstrasse betreten und sich dort in einem Raum eingesperrt: «Die Person drohte, sich etwas anzutun.» Wie aus einer internen Mitteilung des SRF hervorgeht, verschanzte sich der Mann im Postbüro. Das Schreiben liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor.


Christoph Gnägi, Mediensprecher der Kantonspolizei Bern, über den Grosseinsatz beim Radiostudio Bern.

«Gezielt überwältigt»

Gnägi: «Mehrere Einsatzkräfte wurden aufgeboten und versuchten Kontakt mit der Person aufzunehmen.» Der Mann kooperierte jedoch nicht und musste laut dem Kapo-Sprecher «gezielt überwältigt» werden. Er sei mittlerweile für weitere Abklärungen ins Spital überwiesen worden. «Es machte von aussen jedoch nicht den Eindruck, dass die Person verletzt war», so Gnägi. Der verwirrte Mann sei nicht bewaffnet gewesen. «Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass die Person auch anderen schaden wollte.»

Eingangsbereich soll offen bleiben

Manchen SRF-Mitarbeiter stecken die Ereignisse jedoch noch in den Knochen. Als der Mann nach 7.20 Uhr das Studio betrat, war einzig eine Frau am Empfang: «Die Frau war wegen der Ereignisse erschrocken. Mittlerweile konnte sie sich jedoch beruhigen», sagt Barbara Widmer, Stabschefin Chefredaktion Radio SRF. Warum der Verwirrte plötzlich im SRF-Gebäude stand, kann sich Widmer nicht erklären: «Wir gehen davon aus, dass es Zufall war, dass er das Studio aufsuchte.»

Dem Vorfall wolle man jedoch nicht zu viel Bedeutung schenken, der Eingangsbereich des Radiostudios solle auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein: «Wir wollen ein offenes Medienhaus bleiben», so Widmer.

(cho/km)