Bern

20. Januar 2015 13:03; Akt: 20.01.2015 13:03 Print

Grosser Rat sagt Ja zu neuen Tierversuchslaboren

Am Dienstagmorgen bewilligte der Grosse Rat deutlich den Kredit für einen Neubau der Uni. Tierschützer erwägen, das Referendum zu ergreifen.

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In Bern protestierten am Montag Tierrechtsaktivisten gegen das Tierversuchslabor der Universität Bern. (Bild: 20 Minuten)

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Die Legislative des Kanton Bern war sich am Dienstag einig: 139 Grossäte sprachen sich für den 141 Millionen schweren Kredit für einen Neubau für die Rechtsmedizin und das Departement für Klinische Forschung aus – keiner war dagegen. Ein Schlag für Tierrechtsaktivisten: Sie hatten am Montag noch eine Petition gegen den Bau eingereicht – denn in diesem soll auch eine Tierzucht für Versuchstiere entstehen.

Tierrechtsaktivisten erwägen Referendum

Gegen das Kreditgeschäft stellte sich Grossrätin Simone Machado Rebmann von der Grünen Partei Bern/Demokratische Alternative. Kurzfristig hatte sie einen Rückanweisungsantrag gestellt – das Projekt sei problematisch, «weil es hauptsächlich zur Förderung der Tierversuchs-Forschung dient.» Doch auch der Rückanweisungsantrag wurde mit 119 Stimmen abgelehnt. Dies wollen die Tierrechtsaktivisten nicht einfach so hinnehmen: «Wir sitzen in den nächsten Tagen zusammen und überlegen uns, ob wir das Referendum ergreifen wollen», so Benjamin Frei von der Schweizer Liga gegen Vivisektion und für die Rechte des Tieres.

Es wäre komplett falsch, Tierversuchsfragen mit einem Baugeschäft zu vermengen, fanden alle Fraktionen. «Das wäre, wie wenn man bei einem Schulhausneubau über den Lehrplan 21 diskutierte», argumentierte Martin Aeschlimann von der EVP Burgdorf. In das Bauprojekt sei der Tierschutz mit einbezogen worden, machten verschiedene Grossräte geltend. Alle Bestimmungen würden eingehalten.

(sie/sda)