Neuer Vorstoss

20. Januar 2020 17:09; Akt: 20.01.2020 17:39 Print

Gender-Schilder nun auch in Bern gefordert

Gendergerechte Fussgängerschilder zieren seit einigen Tagen die Genfer Strassen. Nun fordern grüne Politiker dasselbe in der Stadt Bern.

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Eine ältere Frau, eine schwangere Frau oder ein lesbisches Paar – die neuen Fussgängerschilder von Genf bewegten letzte Woche die gesamte Schweiz Nun sollen sie auch in Bern zum Einsatz kommen. Das will zumindest das Grüne Bündnis erwirken. «Wir haben schon 2007 einen Vorstoss dazu eingereicht, dieser wurde jedoch abgelehnt», wie Katharina Gallizzi, Stadträtin GB, sagt. Nun wagt die Partei einen erneuten Anlauf. «Wenn das in Genf klappt, dann sicher auch in Bern», so Gallizzi zu 20 Minuten. Damit wollen die Grünen bewirken, dass «sich etwas in den Köpfen der Menschen ändert». Die Präsenz von Männern im öffentlichen Raum sei sehr hoch, so Gallizzi: «So hat man schnell das Gefühl, dass Frauen zu kurz kommen würden.» Es gehe in diesem Vorstoss darum, dass Frauen im öffentlichen Raum wahrgenommen würden. «Wir finden es wichtig, dass sich die Frauenpräsenz in den öffentlichen Strassenschildern widerspiegelt», sagt Gallizzi. Zudem möchte das Grüne Bündnis, dass Frauen auch bei Berns benannten Strassen besser vertreten sind. Laut einer im Juni 2019 eingereichten Motion gibt es lediglich 25 Frauen, nach denen in Berns eine Strasse benannt wurde. Dem gegenüber stehen 150 Männernamen, wie es in der entsprechenden Motion heisst. Gegen den Vorstoss der Grünen ist Alexander Feuz, Stadtrat der SVP Bern. «Da bin ich schon von Anfang an klar dagegen», sagt Feuz. Die Motion zum Thema der Strassennamen unterstützt Feuz ebenfalls nicht. «Das wir Quoten vorschreiben, ist lächerlich und geht völlig am Thema vorbei.» Lu Decurtins, Fachmann für Geschlechterfragen, befürwortet gendergerechte Fussgängerschilder. «Ich denke, dass solche Aktionen, wenn sie gut umgesetzt werden, die Reflexion über Geschlechterrollen anregen und so indirekt etwas zur Gleichstellung beitragen.» Der Gleichstellungsexperte findet auch, dass es Sinn mache, die ausserordentlichen Leistungen von Frauen mit entsprechenden Strassennamen zu würdigen: «Dies inspiriert letztlich auch Mädchen.»

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Eine ältere Frau, eine schwangere Frau oder ein lesbisches Paar – die neuen Fussgängerschilder von Genf bewegten letzte Woche die gesamte Schweiz – nun sollen sie auch in Bern zum Einsatz kommen. Das will zumindest das Grüne Bündnis erwirken. «Wir haben schon 2007 einen Vorstoss dazu eingereicht, dieser wurde jedoch vom Gemeinderat abgelehnt», sagt Katharina Gallizzi, Stadträtin GB, gegenüber Tele Bärn. Nun wagt die Partei einen neuen Anlauf.

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Frauen nicht willkommen?

«Wenn das in Genf klappt, dann sicher auch in Bern», so Gallizzi zu 20 Minuten. Der neue Vorstoss «Gendergerechte Strassenverkehrsschilder auch für Bern» sei noch in Bearbeitung und solle an der Stadtratssitzung am Donnerstag eingereicht werden. Damit wollen die Verantwortlichen bewirken, dass «sich etwas in den Köpfen der Menschen ändert». Die Präsenz von Männern im öffentlichen Raum sei sehr hoch, so Gallizzi: «So hat man schnell das Gefühl, dass Frauen nicht willkommen sind.»

Es gehe in diesem Vorstoss darum, dass Frauen im öffentlichen Raum wahrgenommen werden. «Wir finden es wichtig, dass sich die Frauenpräsenz in den öffentlichen Strassenschildern widerspiegelt», sagt Gallizzi.

50-Prozent-Quote

Nebst den Fussgängerschildern möchte das Grüne Bündnis Bern dass Frauen auch bei Berns benannten Strassen besser vertreten sind. Laut einer im Juni 2019 eingereichten Motion gibt es lediglich 25 Frauen, nach denen in Bern eine Strasse benannt wurde. Dem gegenüber stehen 150 Männernamen, wie es in der Motion des Grünen Bündnisses heisst. Regula Bühlmann will das mit ihren Vorstoss ändern. Sie fordert, dass bei neuen Strassen in Bern oder bei Umbenennungen Frauennamen bevorzugt werden. «Wir wollen eine Quote von 50 Prozent erreichen.»

«Da bin ich schon von Anfang an klar dagegen»

Gegen den Vorstoss der Grünen ist Alexander Feuz, Stadtrat der SVP Bern. «Da bin ich schon von Anfang an klar dagegen», sagt Feuz. Es gäbe eine Signalisationsverordnung: «Die müssen überall gleich aussehen.» Frauen seien bereits auf den Schildern der 20er-Zonen abgebildet.

Die Motion zum Thema der Strassennamen unterstützt Feuz ebenfalls nicht. «Dass wir Quoten vorschreiben, ist lächerlich und geht völlig am Thema vorbei.» Für ihn spiele es keine Rolle, wie die Strassen benannt seien. Jeder Fall solle situativ behandelt werden.

Starke Frauen oft im Hintergrund

Lu Decurtins, Fachmann für Geschlechterfragen, befürwortet gendergerechte Fussgängerschilder. «Ich denke, dass solche Aktionen, wenn sie gut umgesetzt werden, die Reflexion über Geschlechterrollen anregen und so indirekt etwas zur Gleichstellung beitragen», sagt Decurtins.

In der Weltgeschichte liege der Fokus oft auf Männern. Die starken Frauen hinter den Männern, würden nicht selten im Hintergrund bleiben. Deswegen seien auch mehr Strassennamen nach Männern benannt, als nach Frauen. Der Gleichstellungsexperte findet, dass es Sinn mache, die ausserordentlichen Leistungen von Frauen mit entsprechenden Strassennamen zu würdigen: «Dies inspiriert letztlich auch Mädchen.»

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lore am 20.01.2020 17:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    habe heute

    im radio vernommen im radio, dass die stadt bern in den roten zahlen ist. da frage ich ob es noch gerechtfertigt ist, dass so viel geld für politisch korrekte beschilderung auf der strasse! doch nicht eine frechheit gegenüber den steuerzahlerInnen ist.

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  • Tinu Tobler am 20.01.2020 17:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was läuft verkehrt?

    Politische Statements abgeben, oder Minderwertigkeitskomplex kompensieren, soll nicht über Verkehrsschilder geschehen. Und wenn Gleichberechtigung, dann auch ein Kind, Senior mit Rollator, Rollstuhlfahrer!

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  • benno am 20.01.2020 17:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    überraschunh

    Oh mann war ja uu erwarten dass irgend so eine trulla das auch in der schweiz versucht, halleluja!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • pepopepone am 21.01.2020 22:32 Report Diesen Beitrag melden

    Schon unglaublich

    was für Probleme die Grünen Mopse haben. So werden wir in zukunft Regiert. Alles rausgeschmissene Steuergelder aber wir bezahlen ja ganz korekt und immer Pünktlich.

  • lacoruna74 am 21.01.2020 22:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neue Theorie Prüfung

    Müssen wir jetzt eine neue Theorie Prüfung absolvieren?

  • Eyss am 21.01.2020 18:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaftsankurbelung

    Da wollen ein paar Schilderhersteller wieder etwas Umsatz machen.

  • Desmodus am 21.01.2020 18:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Blaue Wunder erleben

    Liebe Bürger rund um Bern. Schliesst euch nicht mit der Einwohnergemeine Bern zusammen.

  • Tiger am 21.01.2020 17:17 Report Diesen Beitrag melden

    Probleme

    Wir haben anscheinend keine anderen Probleme :-(