Bern will dicke Fische

02. Mai 2012 23:43; Akt: 02.05.2012 23:52 Print

Gute Steuerzahler mit VIP-Service hofieren

von Patrick Marbach - Ein Drittel aller Berner zahlt fast keine Steuern. Die Entente Bernoise will als Ausgleich Gutverdienende anlocken.

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«Die Stadt könnte die hundert besten Steuerzahler regelmässig in den Erlacherhof einladen. Das wäre eine Möglichkeit, hohe Beiträge zu honorieren», schlägt Rolf Portmann von der wirtschaftsnahen Vereinigung Entente Bernoise vor.

Auch eine persönliche VIP-Betreuung auf der Steuerverwaltung könne sich lohnen. Schliesslich machen Grossverdiener mit einem steuerbaren Einkommen von über 100 000 Franken nur 7,6 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Sie kommen aber fast für die Hälfte des gesamten Einkommenssteuersubstrats auf. Andererseits bezahle rund ein Drittel der Berner so gut wie gar keine Steuern, kritisiert die Entente.

In Zürich oder Basel bringen Unternehmen mit Gewinn- und Kapitalsteuern die Kassen zum Klingeln. In Bern müssten die vielen Beamten dafür einen Obolus leisten, fordert die Entente Bernoise: Stadt, Kanton und Bund sollen ihr Personal auffordern, in Bern Wohnsitz zu nehmen. «Diesen Wunsch bringen wir schon an, aber natürlich gilt auch für Beamte die Niederlassungsfreiheit», so Finanzdirektorin Barbara Hayoz.

Die Berechnungen der Entente kontert sie mit einem Verweis auf den Nullveranlagungsanteil von 17 Prozent: «Damit stehen wir im Vergleich mit anderen Gemeinden gut da.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stephan am 03.05.2012 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ich war auch einmal einer der über 100000 in der Stadt Bern versteuern musste. Mein Auto wurde von Personen aus dem rechtsfreien Raum Reitschule mehrfach beschädigt. Dafür wurden meine Steuern dann für dieses "Kulturzentrum" ausgegeben. Jetzt zahl ich in der Region ZH Steuern und hab nebst tieferen Steuern weniger Ärger.

  • Tomi am 03.05.2012 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bund, aber hallo!

    Beamte vor Ort wohnen zu lassen kann ich nachvollziehen für Stadt und Kanton. Aber beim Bund haben die da wohl etwas falsch verstanden.

  • Carlo am 03.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    SP muss in Bern diesen Missstand beheben

    Man kann nicht Wasser predigen und selbst Wein drinken - das CH-Volk geduldet solche Missstände nicht

Die neusten Leser-Kommentare

  • Stefan am 03.05.2012 16:02 Report Diesen Beitrag melden

    Das böse Erwachen...

    Ich bin selber einer dieser "guten" Steuerzahler ohne VIP-Service. Ich hielt mein steuerbares Einkommen eigentlich für zwar relativ gut, aber dass ich damit zu den 4% Alleinstehenden mit höchstem Steuerbeitrag im Kanton Bern gehöre, hätte ich nie gedacht. Das böse Erwachen kam beim Durchlesen der Berner Steuerstatistik (google "Steuerstatistik Bern" und öffne das PDF auf fin be ch). Dort offenbart sich das Armenhaus Bern in aller Deutlichkeit.

  • Carlo am 03.05.2012 14:00 Report Diesen Beitrag melden

    SP muss in Bern diesen Missstand beheben

    Man kann nicht Wasser predigen und selbst Wein drinken - das CH-Volk geduldet solche Missstände nicht

  • Stephan am 03.05.2012 12:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selber Schuld

    Ich war auch einmal einer der über 100000 in der Stadt Bern versteuern musste. Mein Auto wurde von Personen aus dem rechtsfreien Raum Reitschule mehrfach beschädigt. Dafür wurden meine Steuern dann für dieses "Kulturzentrum" ausgegeben. Jetzt zahl ich in der Region ZH Steuern und hab nebst tieferen Steuern weniger Ärger.

  • Flüchtender am 03.05.2012 12:26 Report Diesen Beitrag melden

    KATASTROPHALE STADTPOLITIK

    Die Analyse der Situation von Frau Hayoz ist dermassen richtig wie die daraus gezogenen Schlüsse falsch sind. Ueberrascht mich eigentlich sehr bei einer FDP-Frau. Es gibt in der Stadt Bern Leute mit Sachverstand und Weitblick, nur müsste man zuerst mal dem linken Stapi richtig Paroli bieten! Eigentlich gut für Bern: Auch Berlin als Hauptstadt unserer Nachbarn ist im Grunde genommen Konkurs! Man ist in guter Gesellschaft. Ob das aber wirklich tröstet? 1/3 zahlt keine Steuern? Ein Witz,oder? Zu den 7,6% gehörend würde ich alles tun,aus Bern weg zu kommen(was ja auch etliche prüfen oder machen).

  • G. Elder am 03.05.2012 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    So einfach

    VIP Service? Das gibt es in anderen Kantonen schon längst - wenn auch nicht ganz offiziell. Wieso soll dies Reiche bewegen umzuziehen? Es gibt nur das Eine: Eine intelligente Politik und Politiker, damit die Rahmenbedingungen stimmen. Und es braucht Politiker, die wirtschafltiche Zusammenhänge erkennen und nicht nur Umverteilen oder Melken wollen!