Bern

02. Februar 2011 23:05; Akt: 02.02.2011 21:27 Print

Häftling gibt Wärtern Schuld an Impotenz

von Patrick Marbach - Ein Ex-Häftling erhebt schwere Vorwürfe gegen das Berner Regionalgefängnis: Weil ihm die Wärter in einem medizinischen Notfall Hilfe verweigert hätten, leide er nun unter Impotenz.

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«Zwischen meinen Beinen regt sich nichts mehr, alles ist kaputt», klagt H. H.* Seine Impotenz habe er aus der U-Haft davongetragen. Nachdem ihm am 21. Oktober 2010 ein für Nebenwirkungen berüchtigtes Medikament verabreicht wurde, habe sich bei ihm eine Dauer­erektion eingestellt.

«Die Gefängniswärter lachten mich nur aus und bezeichneten mich als Simulanten», sagt der 46-jährige Ex-Sportler. Er habe sich vor Schmerz am Boden gewunden, mit der Notfallklingel ständig um Hilfe geläutet und bei jeder Essensausgabe auf die Versteifung in seiner Hose hingewiesen. «Mein Leiden nahm über das Wochenende zu. Als sich ein Zellengenosse für mich einsetzte, hiess es, der Arzt sei erst am Montag wieder verfügbar», erzählt H.

Hinter diese Vorwürfe setzt Gefängnisleiterin Marlise Pfander ein grosses Fragezeichen. Wegen des laufenden Verfahrens darf sie sich aber nur allgemein äussern: «Die medizinische Versorgung ist gewährleistet.» Neben regelmässigen Arzt- und Psychiatrievisiten stehe ein Gesundheitsdienst und ein Nacht­pikett zur Verfügung. Fakt ist, dass die Funktion der Schwellkörper in H.s Glied nicht mehr zu retten war, als er am folgenden Montag ins Inselspital eingeliefert wurde. «Als Ultima Ratio ist an die Implantation einer Penisprothese zu denken», heisst es im Arztbericht. Um die Kosten dafür zu decken, will H. vor Gericht eine Abfindung erstreiten.

*Name der Redaktion bekannt

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peschä am 03.02.2011 02:28 Report Diesen Beitrag melden

    Menschenrechte gelten auch im Knast!

    Man sollte darüber nachdenken, in den Zellen eine Gegensprechanlage zu installieren, mit der Gefangene direkt einen Notarzt erreichen können. Manche Wärter sind ganz offensichtlich mit ihrer Verantwortung überfordert! Die Sicherheit vor Übergriffen und die medizinische Versorgung von Inhaftierten muss jederzeit sichergestellt sein. Die Strafe ist der Freiheitsentzug, der Häftling verliert dadurch nicht sein Recht auf körperliche Unversertheit!

  • sean freuder am 03.02.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    ex sportler in was?

    welches medikament? mein traum geht in erfüllung.( mein notfall ist die ausbleibende erektion!)

  • Marcel am 03.02.2011 08:41 Report Diesen Beitrag melden

    Medien: Wie man einen Täter zum Opfer macht

    Oh, das tut mir aber leid... aber vielleicht wäre mal noch zu erwähnen, weshalb der Kerl diese Medikamente nehmen musste und ach ja, wieso kommt man eigentlich ins Gefängnis?

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Peter am 03.02.2011 17:52 Report Diesen Beitrag melden

    Solange U-Haft gleich nicht schuldig

    Ich war auch schon im Knast, dieser Idiot, wo schreibt der Service ist besser als draussen, soll doch mal ein paar Monate einsitzen, dann reden wir wieder weiter. Ich kann nur hoffen, dass dieser Typ mal in U-Haft kommt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass diese Problem von den Aufseher nicht ernst genommen wurde, sei es aus Gleichgültigkeit oder Unwissenheit, ganz egal. Die Verantwortlichen gehören vor ein Gericht, wegen Unterlassen von Hilfeleistung.

  • Insider am 03.02.2011 14:47 Report Diesen Beitrag melden

    Eine Frechheit

    Es ist einfach nur schade das die Presse nur die Darstellug des Insassen abdruckt. Das der Aufenthalt im Gefängnis nichts schönes ist, dass ist wohl jedem bewusst... Im übrigen sollte sich die Presse endlich merken, dass die Berufsbezeichnung Wärter nicht mehr aktuell ist... Es heisst Aufseher und Betreuer und ist ein Eidgenössisch anerkannter Beruf!!!

  • sean freuder am 03.02.2011 13:27 Report Diesen Beitrag melden

    ex sportler in was?

    welches medikament? mein traum geht in erfüllung.( mein notfall ist die ausbleibende erektion!)

  • Bürger am 03.02.2011 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Drogenmissbrauch?

    Dass das Medikament mit vorher konsumierten Drogen oder Alkohol reagiert hat, sollte man auch in Erwägung ziehen. Wenn man diesen Konsum dem Arzt verschweigt ist man für die Folgen selber verantwortlich.

  • alive400 am 03.02.2011 11:01 Report Diesen Beitrag melden

    notfall!

    Priapismus (Dauererektion) ist ein absoluter Notfall. Bereits nach wenigen Stunden können dauerhafte Schäden eintreten. Also sofort zum Arzt! Und dass die Gefängniswärter das nicht ernst nahmen glaube ich dem Mann... wir hatten auch schon so einen Patienten. Allerdings aus einer Psychiatrie, und nicht aus einem Gefängnis. Katastrophal für die Betroffenen!