Streit in Vechigen

08. Dezember 2017 12:54; Akt: 08.12.2017 12:54 Print

Hahnenkampf wegen Gockelgekrähe

In Vechigen BE sorgen krähende Hähne für rote Köpfe. Während die Gemeinde die Arbeit hat, sind die Nachbaren zerstritten.

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Ein krähender Hahn kann laut werden. Um die 85 Dezibel bringt er aufs Messgerät – das ist etwa so laut wie ein vorbeifahrender Lastwagen. Zudem sind die Tiere Frühaufsteher, umso lästiger, wenn sie loszukrähen beginnen. Das findet auch das Ehepaar Schneider aus dem östlich von Bern gelegenen Vechigen, wie die «Berner Zeitung» heute berichtet.

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Der Nachbar der Schneiders, Michael Ryser, hat für seinen tierliebenden Sohn einen Hühnerstall mit den dazugehörigen Bibeli aufgestellt. Später haben sich zwei der Küken als Hähne entpuppt, wodurch die ganze Kräherei begann: «Von morgens früh bis abends spät haben die Hähne gekräht», sagt Esther Schneider.

«Saublödes Mail»

Ihre Versuche, den Nachbarn telefonisch zu erreichen, seien gescheitert und so entschloss sie sich, ihm ein E-Mail zu schreiben. Die Antwort Rysers: Er werde sowohl Hühner als auch Güggel behalten.

Im Nachhinein gesteht der Hühnerhalter: «Als mir das Ehepaar Schneider ein saublödes Mail schrieb, habe ich halt etwas schroff zurückgeschrieben. Das war vielleicht ein Fehler.» Das Ehepaar Schneider ist empört und wendet sich an die Gemeinde.

Nach den Abklärungen der Bauverwaltung war klar: Ja, der Hühnerstall ist illegal, er steht zu nah am Vechigenbach. Also wird er umgestellt, etwas weiter vom Bach weg, etwas näher zum Wintergarten der Schneiders.

Derzeit ists ruhiger

Auch ein Termin bei der Lärmfachstelle der Kantonspolizei Bern brachte keine langfristige Einigung. Gemeindepräsident Walter Schilt sagt: «Da die Fachleute keine übermässige Lärmemission festgestellt haben, gibt es für die Gemeinde keinen Grund, etwas zu ändern.»

Zurzeit ist es ruhiger: Zwei ausgewachsene Gockel vertragen sich nicht, also musste einer weichen. Aber Schneiders bleiben misstrauisch. Sie befürchten, dass sich der Nachbar bald wieder laute Hähne zulegt.

Derweil liegt die Hauptarbeit bei der Gemeinde: «Sie glauben nicht, wie viel Arbeitszeit unserer Verwaltung durch solche Fälle absorbiert wird», sagt Schilt. Eine Einigung der Streithähne scheint noch auf sich warten zu lassen.

(ber)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Bebri am 08.12.2017 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Wie man in den Wald ruft ...

    Das Ehepaar hat in Vechigen mittlerweile einen Ruf ... Die Kuhglocken der Bauern seien zu laut und ein Bauer soll mit einem Flyer ankünden, wann er Gülle ausbringt. Ich frage mich, warum man in ein Bauerdorf zieht, wenn alles stört? Und: wie man in den Wald ruft, kommt es zurück.

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  • Ein Leser am 08.12.2017 13:07 Report Diesen Beitrag melden

    keine anderen Probleme?

    Meine Empfehlung zieht in die Stadt da kräht kein Hahn.

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  • Milunidu am 08.12.2017 13:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum immer so distanziert

    Statt per Telefon oder Mail, wäre es doch einfacher gewesen, einfach mal klingeln zu gehen und die Nachbarn auf einen Kaffee einzuladen und das ganze zu besprechen!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Foto.. am 09.12.2017 11:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dieses..

    Sagt alles null Toleranz..null Liebe..strahlt extreme Kälte aus..( und die anderen sind Schuld..)

  • Jacqueline Amstutz am 09.12.2017 10:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ????

    Gut haben wir keine andere Sorgen als krähende Hähne.Da kann ich nur Kopfschütteln.Jeder andere lärm wird toleriert.

  • Klar.. am 09.12.2017 09:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ganz..

    Im Wohlstand verblöden einige Menschen..wenn keine Sorgen mehr da sind werden welche gesucht/gemacht...(unser Nachbar hat mindesten 6 Gockel..neben XXX Hühner..noch nie wäre es jemandem im Dorf in den Sinn gekommen...wegen einem Natürlichen benehmen der Tiere zu Motzen..)...

  • Altes Huhn am 09.12.2017 01:56 Report Diesen Beitrag melden

    Dem Amtsschimmel die Sporen geben

    Querulanten sollten in Therapie gehen müssen. Die Therapien wirken indirekt übers Portemonnaie?

  • Claire Marie Obrist am 09.12.2017 01:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bisschen mehr Toleranz...!

    Herr und Feau Schneider hätten sich dem Vernehmen nach zuvor bereits mit einem Bauern angelegt: Wegen der Kuhglocken! Nun die Gockelgeschichte. Und wie lange wird es dauern, bis die Kirchenglocken auf Schneiders Geheiss hin abgestellt werden müssen?

    • Barcelona am 09.12.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

      Bei sich selber für Ruhe sorgen

      @Claire Nach den Glocken die Kühe die stinken und dann kommen die Kinder dran. Bei solchen Leuten kräht der Hahn meistens im persönlichen Bereich, sonst wären sie nervlich stabiler

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