Missbrauchsfall

04. Februar 2011 16:02; Akt: 04.02.2011 17:51 Print

Hansjürg S. half bei Konzept mit

Bereits 2003 überdachte die Nathalie Stiftung, wo das Pädo-Monster Hansjürg S. arbeitete, ihre Präventionsmassnahmen. Sehr aktiv daran teilgenommen habe auch Hansjürg S. höchstpersönlich.

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In den vergangen Tagen hatten bereits mehrere betroffene Heime angekündigt, sie wollten ihre Präventionskonzepte wegen des aktuellen Berner Missbrauchsfalls durchleuchten. Die Nathalie Stiftung hatte schon nach dem Fall von 2003 ihre Strukturen hinterfragt und mit Hilfe der Mitarbeiter einen neuen Verhaltenskodex aufgestellt. Hansjürg S. arbeitete damals in der Stiftung.

Bei dieser Arbeit hat auch das Pädo-Monster Hansjürg S. «sehr aktiv» teilgenommen, wie Toni Matti von der Geschäftsleitung der Nathalie Stiftung im Schweizer Fernsehen sagte. «Er war bei den Sitzungen stets dabei und hat bei den Präventionsmassnahmen mitgeholfen.»

Festgelegt habe man damals «ganz einfache Regelungen» - zum Beispiel, dass bei der Intimpflege Gummihandschuhe zu tragen seien und dass beim Gang auf die Toilette die Tür nicht ganz geschlossen werde. Dass der Tatverdächtige an diesen Regelungen mitarbeitete, «ist im Nachhinein betrachtet ein Wahnsinn», räumte Matti ein.

Neu überdenken

Der Fall des Berner Sozialtherapeuten, der bis zu 122 Kinder und Behinderte missbraucht haben soll, habe die Heimbranche tief erschüttert. Die heute geltenden Präventionsmassnahmen müssten überdacht und allenfalls überarbeitet werden.

Im Berner Missbrauchsfall hatte ein 13-jähriges Mädchen schon 2003 den heute Tatverdächtigen belastet. Die Ermittler, die damals einen anderen Betreuer des Heims in Gümligen BE im Visier hatten, konnten den Verdacht aber nicht erhärten.

(kub/sda)