Airbnb in Bern

18. Juni 2014 06:16; Akt: 18.06.2014 11:34 Print

Happige Bussen für nichtregistrierte Anbieter

von Nora Camenisch/Thomas Kohler - Wer in Bern via Airbnb ein Zimmer vermietet, muss der Stadt Kurtaxe zahlen. Wer dies nicht tut, dem droht eine Busse bis 5000 Franken.

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Online-Zimmervermittler müssen in der Stadt Bern mit Bussen rechnen, wenn sie die Kurtaxe nicht bezahlen. (Bild: 20 Minuten/Alessandro Meocci)

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Seit Anfang des Monats gilt in der Stadt Bern das neue Übernachtungsreglement. Davon betroffen sind auch die Airbnb-Gastgeber. Diese schulden der Bundesstadt nämlich die Kurtaxe – bisher 2.80 Franken pro Gast und Nacht, ab dem 1. Juli 4.30 Franken.

Bisher weigerte sich die Online-Plattform für private Anbieter von Übernachtungsmöglichkeiten, ihre Daten an die Stadt abzuliefern. Moritz Jäggi von der städtischen Steuerverwaltung stellt aber klar: «Airbnb macht seine Anbieter darauf aufmerksam, dass sie die lokalen Vorschriften beachten müssen – in Bern besteht für die Gastgeber eine Meldepflicht.» Lässt sich ein Betreiber nicht registrieren, droht ihm im Falle einer vorsätzlichen Handlung eine Busse bis zu 5000 Franken. Um die Kurtaxen-Sünder zu entlarven ist die Steuerverwaltung seit letztem Jahr sogar detektivisch tätig. «Wir probieren mit Mitteln, die jedem Bürger zur Verfügung stehen, an die Airbnb-Gastgeber heranzukommen. Die Stadt Bern ist klein, da kommt so etwas immer irgendwie ans Licht», so Jäggi. Bisher wurden aber noch keine Bussen verteilt.

Angst vor administrativem Aufwand

Meldet sich ein Gastgeber nicht an, hat dies auch Nachteile für die Touristen. Seit Anfang des Monats haben diese nämlich Anspruch auf ein Gratisticket für den städtischen ÖV. «Ohne Registierung gibt es aber auch kein Ticket», so Jäggi.

Berner Airbnb-Anbieter scheuen sich aber bislang vor dem administrativen Aufwand für die Abrechnung der Kurtaxe. «Ich würde mir wünschen, dass dies automatisch über Airbnb laufen würde», sagt ein Airtbnb-Vermieter, der seine Wohnung seit letztem Herbst zur Verfügung stellt. Moritz Jäggi: «Diese Möglichkeit wird derzeit geprüft.»