Beleidigungen und Respektlosigkeit

30. Oktober 2019 04:54; Akt: 30.10.2019 08:30 Print

Bieler Primarschule leidet unter aggressiven Kids

Ein Elternbrief einer Bieler Primarschule beunruhigt Mütter und Väter: Die Schule macht darin auf die Gewaltprobleme aufmerksam. Die Kinder werden nun stärker überwacht.

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«Prügeleien, Beleidigungen gegen Schüler und Mitglieder des Lehrkörpers, Belästigungen und Ablehnung von Schulanweisungen und -vorschriften»: Dies gehört an der Bieler Primarschule Marché-Neuf offenbar zur Tagesordnung.

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Vergangene Woche verschickte die Schuldirektion an alle Erziehungsberechtigten einen Elternbrief. Darin erläutert die Schuldirektion, dass es seit dem Beginn des neuen Schuljahres vermehrt zu «negativen Ereignissen» in Klassenzimmern und auf dem Schulareal der Primarschule gekommen ist. Für einige Eltern stellt der Brief ein Grund zur Sorge dar.

«Ich habe das Gefühl, in der Schule herrscht Chaos »

So etwa für den Vater eines 7-Jährigen, der die Primarschule besucht. Er mache sich grosse Sorgen um seinen Sohn, sagt er. Von solchen Vorfällen an der Schule habe er nichts mitbekommen. «Es ist aber ein wenig bizarr, dass eine Primarschule solche gravierenden Probleme hat», sagt der Vater, «so habe ich das Gefühl, dass in der Schule Chaos herrscht.» Der Brief werfe für ihn mehr Fragen auf, als er Antworten bringt. Erschreckend finde er zudem, dass die Schule bei einem solch ernsten Themazur Aufklärung keinen Elternabend organisiere.

Eine andere Mutter meint, dass Rangeleien und Konflikte an dieser Schule ein immer wiederkehrendes und bekanntes Thema seien. Sie höre nicht das erste Mal davon.

Neue Massnahmen sollen Probleme beheben

Die Schuldirektion hat aufgrund der Probleme Massnahmen ergriffen und setzte diese laut dem Schreiben auch um. Diese sind:


  • Kinder dürfen nicht mehr als zehn Minuten vor Unterrichtsbeginn auf dem Schulareal eintreffen.

  • Nach dem Schulunterricht müssen die Schüler auf direktem Weg nach Hause gehen.

  • Die Nachmittagspausen werden neu überwacht.

  • Schüler, die sich nicht an die Regeln halten, werden bestraft und ihre Eltern werden darüber informiert.

  • Die SIP (Sicherheit-Intervention-Prävention) wird regelmässig auf dem Schulareal präsent sein.

Gegenüber 20 Minuten geben die meisten Eltern an, die Massnahmen zu begrüssen. «Es ist gut, dass die Direktion gleich aktiv wird und auf diese Problematik reagieren wil. Aber nicht alle Massnahmen kann man so leicht überprüfen», so eine Mutter.

Das sagt die Schule

Laut dem zuständigen Gemeinderat Cédric Némitz beschränken sich die Probleme vor allem auf einzelne Schüler: «Die Gruppe der Störenfriede ist bekannt», sagt er. Diese seien zwischen 11 und 13 Jahre alt und alle schon vom Jugendamt verurteilt worden. «Eine Untersuchung läuft und es werden Massnahmen in Erwägung gezogen, unter anderem auch ein Schulverweis.» Den Brief an die Eltern zu schreiben sei «nicht die beste Idee» gewesen. Die Schule habe jedoch auf Anfragen von besorgten Eltern reagiert und das Thema von Anfang an transparent handhaben wollen.

Joseline Stolz, Direktorin der Primarschule, erklärt, dass vor allem vor und nach den Schulzeiten Konflikte entstehen würden. Diese würden wenige Schüler betreffen, die jedoch andere mitziehen würden. «Mit diesem Brief wollen wir das Verantwortungsgefühl der Eltern wecken, Gerüchte verhindern und beruhigen», sagt sie. Es gehe der Schuldirektion hier um eine Zusammenarbeit zwischen der Schule und den Eltern.


(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. No am 30.10.2019 05:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hammer

    Früh übt sich, wer später ein erfolgreiches Clan Muttglied sein will. Die Väter sind garantiert stolz. Zeigt diesen Typen endlich wo der Hammer hängt und hört auf den anständigen Rest der Klasse mitleidenzu lassen.

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  • Tanja Good am 30.10.2019 07:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unsere Politik will es so

    Die SVP wurde lange dafür belächelt. Schaut euch nun die Realität live in den Schulen an. Da hilft auch keine rosa Brille mehr.

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  • Grisu am 30.10.2019 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Wunder!!!

    In Biel liegt der Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund auch bei ca. 95%!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Gloria am 30.10.2019 14:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Während der Schulzeit haben Eltern wenig Einfluss

    wenn ich Kinder bei mir habe, nebst meinen Kinder, gelten meine Regeln. Ich habe eine Erziehungsausbildung und fühle mich fit mit positiven, konsequenten und unterstützenden Massnahmen, die Kinder dazu zu ermutigen, meine Regeln zu befolgen. Ich verstehe nicht ganz, warum von Eltern verlangt wird, dass bei deren Abwesenheit in der Schule, sie für das Verhalten/Unruhe verantwortlich gemacht werden. Eltern haben nur wenig Einfluss über das Verhalten des Kindes, sobald es nicht mehr im Auge ist. Es gibt auch Lehrer bei denen es mit schwierigen Kinder wunderbar klappt und eben Lehrer bei denen nichts mehr funktioniert. Es liegt, meiner Meinung nach eindeutig beim Unterrichtsstiel und nicht an einer fehlenden Erziehung im Elternhaus. Für letzteres, würde sich das Kind zu Hause schlecht verhalten und die Eltern wären damit konfrontiert.

  • merci schön am 30.10.2019 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    ich bin

    zum Glück blond. Ich muss euch angeblich Selbsternannten Superklugen nicht verstehen. Ich bin auch ehr dankbar dafür nicht zu euch 99% zu gehören. Ein danke an meine Eltern dass sie diese Durchmischung nicht mitgemacht haben! Obwohl sie deswegen als Rassisten beschimpft wurden

  • stolz blond und blöd zu sein am 30.10.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Nein nein Presse

    ganz sich nicht. Wir sind alle gleich. Lieb und nett. Vor allem benötigen wir ganze dringend eine Gesellschaftliche und Kulturelle Veränderung. Uns ist zu langweilig!

  • Anna M am 30.10.2019 13:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wunderts?

    Das ist doch die Stadt, in denen diesen Kindern vorgemacht wird, dass man Menschen, die eine andere Meinung haben, mobben, ausgrenzen, diffamieren, beleidigen und am besten angreifen soll. Wieso sollen Kinder besser sein als die Erwachsenen dort?

  • Schon schwierig..... am 30.10.2019 13:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was sollen wir nur tun?

    Vielleicht sollten die Schulstuben rosa gestrichen werden? Rosa soll ja die Aggressivität und die Gewaltbereitschaft dämpfen, etwas Kickboxen in der Freizeit könnte sich vielleicht auch positiv auswirken. Oder vielleicht doch zurück zu Wasser und Brot und Gertel?