Feuerwerker unter Druck

30. Juli 2019 04:49; Akt: 30.07.2019 04:49 Print

«Der Regen ist für uns ein Geschenk des Himmels»

Das Wetter hat dem grössten Feuerwerk-Händler der Schweiz die Feiertage gerettet. Für die Zukunft ruft die Weco Suisse AG zu mehr Toleranz auf.

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Das Wochenende hat der Schweiz viel Regen beschert, was alle Feuerwerk-Händler und -Verkäufer der Schweiz aufatmen liess. Bis zum 1. August sollen die Temperaturen zudem nicht über 30 Grad steigen und die Waldbrandgefahr wurde in diversen Kantonen heruntergestuft. Dem Feuerwerksverkauf für die 1.-August-Feier steht also nichts mehr im Weg.

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Braucht es am 1. August Feuerwerk?

Der Verkauf muss diese Jahr gut laufen

«Dank dem Regen des letzten Wochenendes sind wir sehr zuversichtlich, dass es nirgends ein Verbot geben wird», sagt Franklin Herz, Geschäftsführer der Weco Suisse AG in Walterswil SO, dem grössten Feuerwerk-Händler der Schweiz. «Es ist wie ein Geschenk des Himmels.» Das Unternehmen hoffe nun, dass die Schweizer den 1. August wie gewohnt mit Feuerwerken zelebrieren würden.

«Drei Viertel unseres Gewinns machen wir durch den Feuerwerksverkauf am Nationalfeiertag», erklärt Herz, «wir sind darauf angewiesen, dass der Verkauf dieses Jahr gut läuft.» 2018 hat es aufgrund der enormen Trockenheit in fast allen Kantonen ein Feuer- und Feuerwerksverbot gegeben. Eine Wiederholung dessen würde das Unternehmen nicht verkraften, wie die «Solothurner Zeitung» schreibt.

Nicht nur die Weco, sondern auch weitere Feuerwerk-Händler und -Verkäufer haben im vergangenen Jahr Verluste erlitten. So auch Wilfred Burri aus Bern, der das Geschäft Knallfred besitzt. Er ist erleichtert, dass es am Wochenende geregnet hat und es kein Feuerwerksverbot geben wird: «Das letzte Jahr war für alle in dieser Branche sehr schwierig».

E-Feuerwerke sind keine Option

Im Zuge der Klimadebatte ist auch Feuerwerk zunehmend unter Druck geraten. Bereits haben einige Städte wie zum Beispiel Olten im Kampf gegen den Klimawandel beschlossen, auf das 1.August-Feuerwerk zu verzichten.

Laut Herz machen Feuerwerke aber nur einen geringen Teil der Umweltverschmutzung aus. «Die Debatten rund um das Feuerwerksverbot sind ein Politikum», sagt er. In Zukunft mit Alternativen zu arbeiten, etwa mit einer Drohnenshow, sei für ihn keine Option. «Wir bieten kein E-Feuerwerk an und werden dies auch in Zukunft nicht tun», stellt Herz klar. Das Unternehmen produziere und verkaufe ausschliesslich traditionelles Feuerwerk.

«Es gibt keinen Plan B bei uns»

«Es gibt keinen Plan B bei uns, wir leben vom Feuerwerk», so Herz weiter. Für die Händler sind der 1. August und Silvester matchentscheidend. «Ich hoffe auf die Toleranz der Leute und der Politiker, dass sie uns nicht alle Freude wegnehmen wollen, und dass Feuerwerke weiterhin erlaubt sind», sagt Herz. «Wir sind Feuerwerker – das ist unser Geschäft, unser Leben.»

(km)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Popolo am 30.07.2019 05:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnlos

    Denkt an die Tiere und die Umwelt und hört mit dem sinnlosen Geballer auf.

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  • L.Eise am 30.07.2019 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lärmterror

    Feuerwerk ist nicht mehr zeitgemäss.Überflüssig,nervig und Umweltschädlich.Der Nationalfeiertag sollte wieder besinnlicher und festlicher sein.Höhenfeuer sind sehr schön und feierlicher ,als das pausenlose ,sinnlose Geknalle von Böllerschüssen.Fertig mit dem überflüssigen Lärmterror,der Natur ,den Menschen und den Tieren zuliebe.

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  • Marco am 30.07.2019 05:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Knallerei

    Ok. Dann müssen wir wieder schauen, dass unsere Tiere nicht in volle Panik geraten. Unsinnige Knallerei!!!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sponchia Christine am 31.07.2019 16:56 Report Diesen Beitrag melden

    Private Ballerei das grosse Problem

    Es ist eigentlich garnicht DAS Feuerwerk.. das kann man noch umgehen. Vielmehr nervt die private Ballerei ab der Möglichkeiet des Einkaufs und noch 2-3 Tage danach. Wenn mal jemand seinen Hund wegen eines solchen Böllers verloren hat, er überfahren wurde oder eine hohe Tierarztrechnung zu bezahlen hatte- wird das ev verstehen. Im Übrigen, betrifft das Hund und Katze! Oder soll ich sie eine Woche lang einsperren, weil ein paar Unkontrollierte ihren Spass daran haben?

  • buchbergwald am 31.07.2019 07:18 Report Diesen Beitrag melden

    Brandgefahr

    Ich besitze ein kleines Bauernhaus. Als Pensionierter habe ich überhaupt keine Freude an der Knallerei. Die Raketen werden oft zu nahe bei den Häusern gestartet. Ich mache mir nicht nur Gedanken zu meine Schafen die vor Schreck umherrennen sondern auch um mein Haus für das ich ein Leben lang gearbeitet habe.

  • Eduard J. Belser am 31.07.2019 07:06 Report Diesen Beitrag melden

    Rücksichtslose Knallköpfe

    Der Regen war dringend notwendig, aber es wäre schön gewesen, wenn es erst ab dem 2. August geregnet hätte. Dann wäre uns und den Tieren die nervende, völlig überflüssige Knallerei erspart gewesen. Wir haben bei uns im Quartier rücksichtslose Knallköpfe, die da weder Grenzen, noch Vernunft oder Anstand kennen.

  • sisisa am 30.07.2019 21:12 Report Diesen Beitrag melden

    Die Energie Umstellung braucht Jobs.

    So ein Chabis. Das Feuerwerkt braucht es nicht. Der Mensch muss wieder lernen zu erkennen was man zum Leben braucht und was nicht. Es gibt bald auch viel mehr alternative Jobs.

  • Barbara am 30.07.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

    Was jetzt Raketen oder Zuckerstöcke?

    Wie ist das denn mit den Kindern von genau den Tierbesitzern,vor allem denen mit Hunden,die jetzt ein solches Theater machen wegen der Knallerei,dürfen eure Kinder auch keine Feuerwerks Artikel kaufen?Wenn nein dann knallt es am Donnerstag gar nicht so toll.