Tötungsdelikt in Suberg

20. November 2017 18:30; Akt: 21.11.2017 09:38 Print

Hat der Sohn (24) seine Eltern erschlagen?

Mit stumpfer Gewalt ist das Ehepaar H.G. (65) und B.G. (61) getötet worden. Im Dorf geht man davon aus, dass es sich beim Verhafteten um den Sohn handelt.

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Ein 24-jähriger Mann ist seit Donnerstag in Zusammenhang mit dem Tötungsdelikt in Suberg in Haft. Dort fand die Polizei in der Nacht auf vergangenen Mittwoch das Ehepaar B.G.* (61) und H.G.* (65) tot auf.

Wie die Kantonspolizei Bern am Montag meldete, hat der Inhaftierte gestanden und kam in Untersuchungshaft. Es handle sich beim Täter um «den Junior», wie ein Landwirt aus Suberg mit einem Sohn im selben Alter zu 20 Minuten sagt. Auch in der direkten Nachbarschaft geht man davon aus, dass es sich beim Täter um den 24-jährigen Sohn F. G. handelt. Dieser wurde seit Tagen nicht mehr gesehen und ist auch auf dem Handy nicht erreichbar.

Mutter sprach gut von ihrem Sohn

Die Polizei spricht von einem Beziehungsdelikt. Das Ehepaar sei an den Auswirkungen massiver stumpfer Gewalteinwirkung verstorben. Die Polizei hat zudem Gegenstände sichergestellt, welche als Tatwerkzeuge in Frage kommen. Doch müssen weitere Ermittlungen zeigen, wie genau das Ehepaar getötet wurde.

Die Nachbaren sagen, sie wüssten nichts von Familienproblemen. «Ich habe die Mutter manchmal mit dem Hund gesehen und etwas geschwatzt mit ihr», sagt Nachbarin Ida Portenier (74). «Sie hat immer nur in den höchsten Tönen von ihrem Sohn gesprochen, der immer noch Zuhause lebte. Er machte keine Probleme und nahm auch keine Drogen, soviel ich weiss.» Doch er habe vor ein paar Jahren seine Lehre als Koch abgebrochen.

Familienprobleme und eine Freundin mit Kind

Stand der junge Mann, dessen Vater ein Oberst und Berufsmilitär war, unter Druck? Laut Schulfreund Marco*, mit dem er zur Lehrzeit als Koch bis 2013 in die Berufsschule ging, sei F.G. eine sehr ruhige Person gewesen. «Er hat nur etwas gesagt, wenn es nötig war.» Wie ihm F.G. im Vertrauen gesagt habe, hätte es Zuhause ab und zu gekriselt. «Er sagte, es sei schwierig Zuhause. Genaueres weiss ich jedoch nicht, ich habe nicht nachgehakt.» Die Lehre habe F.G. seines Wissens wegen Unstimmigkeiten im Team abgebrochen, er nahm sie jedoch in keinem anderen Lehrbetrieb wieder auf.

Wie 20 Minuten weiss, hat F.G. danach eine Lehre als Fachmann Information und Dokumentation in Bern gemacht und abgeschlossen. Nach der Lehre absolvierte er ein zweimonatiges Praktikum in der Uni-Bibliothek Bern. Eine Arbeitskollegin beschreibt ihn als «sehr sympathisch und ruhig». Probleme in der Familie waren ihr keine bekannt. Der Autofan sei erst gerade noch auf Wolke sieben geschwebt: «Er hatte eine Freundin, die bereits ein Kind mit in die Beziehung brachte.»

*Namen der Redaktion bekannt.

(nla)