PR-Coup der Besetzer?

12. Juni 2019 18:41; Akt: 12.06.2019 18:41 Print

Rückzug der Hauskäufer war eine Falschmeldung

Die Architekten, die die Alte Schreinerei in der Länggasse vom Kanton übernommen haben, ziehen sich nicht zurück: Ein entsprechendes Communiqué war gefälscht.

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Eigentlich hätten zwei Architekten die alte Schreinerei in der Berner Länggasse kaufen und umbauen wollen. Nun würden sie sich aber plötzlich von ihrem Vorhaben zurückziehen. Sie reagierten damit auf die hohe Akzeptanz der vormaligen Hausbesetzer im Quartier und auf «Sabotageakte» gegen ihr Büro, hiess es in einem Communiqué vom Mittwoch mitteilten. Zurzeit ist das Haus verriegelt und wird rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht.

Nur: Die Meldung vom Rückzug war Fake News. Mit einem gefälschten Communiqué hatten unbekannte Absender die Medien in die Irre geführt, wie die «Berner Zeitung» nun berichtet. Wie der zuständige Regierungsrat Christoph Neuhaus (SVP) am Mittwochnachmittag bekanntgab, war das Ganze die Inszenierung einer unbekannten Täterschaft. Nahe liegt die Vermutung, dass das Communiqué aus den Kreisen des Besetzerkollektivs stammen könnte.

Nachdem das historische Gebäude jahrelang leer stand, war es Anfang 2017 vom Kollektiv Fabrikool besetzt worden. Die Besetzung wurde in der Folge durch einen Vertrag zur Zwischennutzung mit dem Kanton Bern legalisiert.

Pläne verworfen

Im September 2018 verkaufte der Kanton das Grundstück im Baurecht an ein Berner Architekten-Duo. Die neuen Besitzer wollten einen Quartiertreffpunkt mit Markthalle und Restaurants sowie Studentenwohnungen umsetzen. Dies passte den Besetzern nicht: Aus Protest gegen den Verkauf kündigten die Hausbesetzer den Zwischennutzungsvertrag mit dem Kanton fristlos, verharrten aber vor Ort. Einer Aufforderung, das Gebäude bis Ende April 2019 zu verlassen, widersetzten sie sich.

Der Kanton Bern reichte schliesslich Strafanzeige wegen Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung ein und stellte den Räumungsantrag, der Mitte Mai vollzogen wurde. Seither ist das Gebäude abgesperrt.

«Fabrikool funktionierte»

In der angeblich von den Architekten verfassten Fake-Meldung stand, dass sie sich die Sache «nach zahlreichen Rückmeldungen aus der Quartierbevölkerung» nochmals überlegt haben. Das Fabrikool-Projekt habe als «wichtiger und gut frequentierter Quartiertreffpunkt» funktioniert. Die Anwohner wünschten sich das Gebäude in der vorangehenden Nutzungsform zurück. Zudem seien die Sabotageakte von Unbekannten gegen das Architekturbüro «rufschädigend und längerfristig wirtschaftlich nicht tragbar».

Über die Urheber der falschen Mitteilung ist nichts bekannt.

(miw)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minu am 12.06.2019 14:49 Report Diesen Beitrag melden

    Erpressung ist eine Straftat!

    Anarchie in Bern kennt eben keine Grenzen. In diversen Quartieren in Bern würde man besser sowieso keinen 5.- für irgendwas investieren. Gibt's ja eh umsonst. Die Linksextremen sind ja so lieb und tolerant. Aber schau die Länggasse und die Lorraine mal an. Ist schrecklich was in Bern abgeht, seit Jahren.

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  • Adam Smith am 12.06.2019 15:01 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Unglaublich. Diese sogenannten aktivisten sind die schlimmsten parasiten. So offen sie sich geben, geben sie der gesamtheit nix zurück. Quartiertreffpunkt und Studentenwohnung, ne, lieber weiter besetzen, drohen und keine einsicht zeigen oder selbst eine Lösung zu erarbeiten. Leben auf kosten der anderen aber selbst den beitrag verweigern. Von mir aus kann man die alle in den Wald jagen

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  • So nicht am 12.06.2019 14:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alle Berner wollen das

    Ich wohne in der Länggasse und will keine Hausbesetzer als Nachbaren!!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beboli am 15.06.2019 10:34 Report Diesen Beitrag melden

    Vergleich

    Und die meisten sind vermummt. Erinnert stark an den IS...

  • T. Rottl am 15.06.2019 08:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So ist das halt,

    wenn man für seinen Lebensunterhalt nicht arbeiten muss und alles geschenkt bekommt!

  • Dä Jesus am 14.06.2019 00:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Linksegomanen

    Wenn das Quartier diese Kriminellen Subjakte akzeptiert, dann sollte man direkt das ganze Quartier räumen... Immer schwafelm sie von Toleranz sind selbst aber der Inbegriff von Intoleranz.

  • Paul am 13.06.2019 08:18 Report Diesen Beitrag melden

    Diese Demo...

    Hätte man sofort mit Tränengas auflösen sollen. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass es weniger Staat und weniger Verbote braucht im Land, aber bei solchem Pack muss man hart durchgreifen.

    • Bernerin am 13.06.2019 10:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Paul

      Die Brände, die sie danach um die ganze Reithalle gelegt haben, waren so heiss, dass der Teer geschmolzen ist. Finde ich schon noch krass. Quer über zwei Strassen.

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  • Desmodus am 13.06.2019 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Il est trampê dedans

    Ein guter Witz. Habe die Erklärung von RR Neuhaus zum Rückzug des Archtektenteams gehört. Ein gelungener Streich, der Veranstalter, welche sich ins Fäustchen lachen können, gute für die nächste Fasnacht.

    • Minerspeed am 13.06.2019 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Desmodus

      Frage mich was daran gelungen sein soll??

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