Nach Messerangriff

07. Mai 2012 22:53; Akt: 08.05.2012 00:22 Print

Helfer durfte Hände nicht waschen

K.B. leistete nach der Messerstecherei im Bahnhof Bern Erste Hilfe. Jetzt erhebt er Vorwürfe gegen die Einsatzkräfte. Deren Spurensicherung wurde für ihn zur Tortur.

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An dieser Stelle im Bahnhof hat K.B. am Freitag Erste Hilfe geleistet. (Bild: jun)

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Passant K.B.* hat die Bahnhof-Messerstecherei vom Freitagabend hautnah miterlebt. Gegen 21.30 Uhr wurde dort ein anderer Passant von einem 22-jährigen Marokkaner, der später verhaftet werden konnte, niedergestochen. «Der Täter fiel mir auf, weil er kurz vor dem Angriff merkwürdig auf den Hintern des späteren ­Opfers starrte», sagt der Kantonsangestellte, ein gebürtiger Algerier. «Dann zückte er ein Messer und stach auf den ­Oberschenkel des Mannes ein.» K.B. zögerte keine Sekunde und versuchte, die starke Blutung mit blossen Händen zu stoppen. Es seien zwar rasch Uniformierte vor Ort gewesen, doch trotz mehrmaligem Bitten habe ihm niemand ausser zwei weiteren Passantinnen geholfen, bevor die Sanität eintraf. «Dann durfte ich während ­weiteren 20 Minuten meine blutverschmierten Hände nicht waschen», so K.B. weiter.

«Den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung weisen wir in aller Deutlichkeit zurück: Eine Person der Transportpolizei, die sehr rasch vor Ort war, half das Bein hochzulagern und den Druckverband anzu­legen, die andere liess sofort
die Videobänder sichern», so SBB-Sprecher Daniele Pallecchi. Und Kapo-Sprecherin ­Alice Born: «Unsere Leute mussten sich zuerst einen Überblick über den Sachverhalt ver­schaffen und dafür sorgen, dass ­keinerlei Spuren vernichtet wurden.» Deshalb habe der Mann zunächst aufs Händewaschen verzichten müssen.

Trotz allem: «Falls es die ­Arterie war, die verletzt war, wäre der Mann ohne Hilfe innert Minuten gestorben», so Heinz Bähler, ärztlicher Leiter der Sanitätspolizei Bern. «Der Helfer hat auf jeden Fall Gutes getan.»

*Name der Redaktion bekannt

(pm/sah/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • müslüm am 07.05.2012 23:39 Report Diesen Beitrag melden

    ejahe

    immer sind die anderen schuld

  • Thomas am 08.05.2012 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Wieder einmal typisch

    Wieder einmal typisch. Die Polizei kümmert sich einfach nicht um solche Dinge. Da wird erst einmal 20min lang die Lage inspiziert. Das sind genau die Gründe, die immer mehr Leute dazubringen der Polizei nicht mehr zu vertrauen. Ich denke die Beteiligten hatten Glück, dass sie nicht erst mal 20min auf die Polizei warten musste, denn auch das kommt durchaus vor.

  • Berner Bär am 08.05.2012 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Immer auf die Einsatzkräfte eindreschen!

    Es ist immer dasselbe: Die Einsatzkräfte werden sofort kritisiert: Die Feuerwehr und die Sanität hat "viel zu lange" benötigt, bis sie auf dem Schadensplatz war. Die Polizei hat "unverhältnismässig" durchgegriffen. Als San Of ziehe ich vor allen Helfern den Hut. Da haben sich wirklich Mitmenschen den Blicken und (allenfalls auch Kommentaren von Besserwissern, die die Hilfe gleich noch blockieren) für andere eingesetzt. Für den Täter erhoffe ich eine langjährige Verurteilung mit lebenslangem Landesverweis.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Papierlischweizer am 08.05.2012 10:48 Report Diesen Beitrag melden

    Detail am Rande.

    Man beachte die Nationalität des Helfers. Sollte all jenen, welche zum ersten Artikel über diesen Fall sofort wieder die "Maghrebiner sind halt so"-Keule geschwungen haben, einen kleinen Denkanstoss geben.

    • rollingstone am 08.05.2012 11:40 Report Diesen Beitrag melden

      Detail am Rande, genauer lesen

      im artikel wird die nationalität des helfers mit keinem wort erwähnt. lediglich die des täters, oder habe ich deinen post falsch verstanden? falls du damit sagen wolltest, dass der helfer marokaner war und man nicht vorschnell über anders stammige personen urteilen sollte, dann hast du zwar im grunde recht, liegst aber mit deiner Aussage die du auf diese Tat stützt volkommen daneben. " von einem 22-jährigen Marokkaner, der später verhaftet werden konnte, niedergestochen"

    • Sandra M. am 08.05.2012 15:12 Report Diesen Beitrag melden

      @rollingstone + Papierlischweizer

      genauer lesen würde nicht schaden: JA es steht da oben im artikel. leider ist es aber auch so, dass man nicht die "maghrebiner sind halt so" keule schwingen muss, wie es hier auch heisst. dass nicht alle so sind ist klar, aber dass die fast zu 100% männlichen asylsuchenden aus dieser region extrem viele probleme verursachen, indem sie gegen unsere gesetze und unsere ordnung verstossen, darüber müssen wir auch nicht mehr diskutieren. wie gesagt, es sind nicht alle so, aber manchmal platzt einem schon fast der kragen, wenn man sich vor augen führt, was so abgeht! respekt dem helfer!

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  • Ä Polizischt am 08.05.2012 09:51 Report Diesen Beitrag melden

    Alles Sachverständige...

    ... welche sich hier verewigen...! Man muss in alle Richtungen abklären und schauen- und das geht halt nicht Ruckzuck- schon gar nicht in unklaren und hektischen Situationen. Und möchte ja nicht wissen, wie diejenigen, welche sich beklagen, gegenüber den Einsatzkräften auftreten oder aufgetreten sind... vielfach nämlich besserwisserisch, ungeduldig, verständnis- und auch respektlos... habe das schon viel erlebt. Aber eben- jedem seine 5 Minuten Ruhm...

  • Unschuldiger am 08.05.2012 09:14 Report Diesen Beitrag melden

    Gib Gas und weg

    Das sehe ich auch so, kurz helfen und einfach schnell weg sonst bist Du plötzlich schuldig

  • Claudia Trogner am 08.05.2012 09:07 Report Diesen Beitrag melden

    Normales vorgehen bei Spurensicherung

    Es ist logisch, dass er die Hände wegen der Spurensicherung nicht waschen darf! Wer Blutverschmierte Kleidungsstücke hat muss teilweise auch die abgeben.

  • Lars am 08.05.2012 08:59 Report Diesen Beitrag melden

    Der hat ja Probleme!

    Da ist einer am Verbluten, es geht um ein Menschenleben und um die Aufklärung eines Verbrechens und dieser Typ hat beklagt sich, weil er seine Hände nicht waschen kann?

    • Stefan am 08.05.2012 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      öhm...

      Als ob Sie es angenehm fänden mit Blutverschmierten Händen minutenlang dazustehen... Was wenn der geschädigte eine Krankheit hat etc. Helfen gut und recht, aber ich kenne es von mir, in extremsituationen reagiert man, ist diese dann vorbei und ich sehe blut kippe ich um. Denke bin nicht der einzige dem es so geht. Die Polizei muss endlich wieder Menschlich werden und Verständnis für den Normal Bürger haben.

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